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Masken-Affäre
18.03.2021

Ex-Justizminister Sauter soll 1,2 Millionen Euro über Treuhandfirma bezogen haben

CSU-Landtagsabgeordneter Alfred Sauter ist zu einer der Hauptfiguren der Masken-Affäre geworden.
Foto: Bernhard Weizenegger

Schwere Vorwürfe gegen den Günzburger Abgeordneten in der Masken-Affäre um Korruption: Sauter soll ein raffiniertes Konstrukt für den Erhalt von Provisionen genutzt haben.

Die schweren Vorwürfe der Korruption gegen den früheren bayerischen Justizminister Alfred Sauter scheinen sich auf spektakuläre Weise zu erhärten. Nach Informationen unserer Redaktion geht die Generalstaatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass der Landtagsabgeordnete eine ausgeklügelte Treuhand-Konstruktion zum Kassieren von Provisionen genutzt hat. Der Günzburger CSU-Kreisvorsitzende Sauter hat demnach 1,2 Millionen aus Masken-Geschäften erhalten.

Das Geld floss aber nicht direkt an ihn. Es soll an die Firma Pecom GmbH gegangen sein, deren alleiniger Gesellschafter der Schatzmeister der Günzburger Kreis-CSU, Manfred Krautkrämer, ist. Die Firma hat ihren Sitz am Wohnort von Krautkrämer im Landkreis Günzburg und gibt im Handelsregister als Geschäftszweck an: „Vermittlung von Immobilien, von Wohnraum und von Darlehen sowie die Erbringung von Vermittlungsleistungen jeder Art…“.

Anwalt von Alfred Sauter weist Vorwürfe in der Masken-Affäre zurück

Bisher hat Sauter nur eingeräumt, dass er als Anwalt einen Vertrag zwischen dem bayerischen Gesundheitsministerium und jener Textilfirma entworfen hat, für die sich sein Günzburger Parteifreund, der Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein stark gemacht hatte. Gegen Sauter und Nüßlein wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit von Mandatsträgern ermittelt. Ein Anwaltshonorar in dieser Höhe für den Entwurf eines Vertrags scheint im Bereich des Unmöglichen zu liegen. Die Generalstaatsanwalt ist daher überzeugt, dass es sich um Provisionszahlungen handeln muss. Sie wirft Sauter vor, er habe seine Stellung als Abgeordneter genutzt, um die Maskendeals auf den Weg zu bringen. Sauter hätte sich damit bestechen lassen. Die 1,2 Millionen Euro Provision wären nach dieser Lesart also Schmiergeld gewesen. Sauter selbst weist die Vorwürfe am Donnerstagnachmittag als „abenteuerlich und konstruiert“ zurück.

Ex-Justizminister Sauter soll 1,2 Millionen Euro über Treuhandfirma bezogen haben
14 Bilder
"Nebenjob: Abgeordneter": Die Karriere von Alfred Sauter

Das Geld soll nach den momentanen Erkenntnissen der Ermittler von einer Firma aus dem weit verzweigten Geflecht des schillernden Unternehmers Thomas Limberger gekommen sein. Sitz der Firma ist eine karibische Insel. Über ein Konto in Liechtenstein soll es dann an die Firma Pecom gegangen sei. Die Ermittler gehen davon aus, dass der hohe Betrag von dort heimlich an Sauter weitergegeben wurde. Auch gegen den Gesellschafter der Firma Pecom, Manfred Krautkrämer, wird seit Mittwoch ermittelt, aber wegen des Verdachts der Beihilfe zur Umsatzsteuerhinterziehung. Krautkrämer ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und kennt Alfred Sauter seit vielen Jahren. In seiner Eigenschaft als Kreisschatzmeister der CSU im Landkreis Günzburg war er seit vielen Jahren auch für die Kasse des Kreisverbands zuständig. Die CSU hat inzwischen eine Sonderprüfung der Finanzen dieses CSU-Kreisverbands in Auftrag gegeben.

Masken-Affäre: Alfred Sauter spricht von einer Spende

Zum Verbleib des mutmaßlichen Schmiergeldes gibt es noch Rätsel. Sauter behauptet am Donnerstag, es sei „von Anfang an beschlossen“ gewesen, den „zusätzlich zum Anwaltshonorar geleisteten Geldbetrag“ nach Abzug aller Steuern gemeinnützigen Zwecken zuzuführen. Dies sei durch Familienangehörige und ihn selbst sichergestellt worden. Wer die Spende bekommen hat und zu welchem Zeitpunkt, verrät er nicht. Nach Informationen unserer Redaktion soll die hohe Summe an die „Bürgerstiftung Landkreis Günzburg“ gegangen sein. Sie wurde 2006 ins Leben gerufen. Sauter ist laut Stiftungsurkunde einer der Gründer. Und auch der aktuelle Stiftungsratsvorsitzende lässt aufhorchen: Es ist Sauters mutmaßlicher Helfer in der Affäre, Manfred Krautkrämer.

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Die Diskussion ist geschlossen.

20.03.2021

.
Jeder Makler im Wirtschaftsleben kann für seine Vermitt-
lungstätigkeit eine (zu vereinbarende) Provision verlangen
- so weit, so gut.

Nur:

Abgeordnete sind gewählte Vertreter des Volkes, denen
eine Abgeordnetenentschädigung die Wahrnehmung ihrer
Aufgaben (primär für das Volk, für das Gemeinwesen,
nicht für sich) ermöglicht.

Sollte ein Abgeordneter für die Vermittlung (z.B. zwischen
Lieferant und Ministerium) von für das "Volk" in einer Pan-
demie dringendst erforderlichen Schutzmasken eine Pro-
vision (in welcher Form oder unter welchem Etikett auch
immer) erhalten haben, so fände ich das ganz einfach
s c h ä n d l i c h .........
.
Übrigens: Eine möglicherweise geflossene Provision
dürfte doch wohl ihren Niederschlag im Kaufpreis ge-
funden haben :-)
.

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19.03.2021

Die CSU ist die bayerische Volkspartei wie ich Sie mir wünsche:
Offen, ehrlich und vertrauenswürdig ;-)

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18.03.2021

Toll wie unsere Volksvertreter sich verhalten, eigentlich sollte Moral und Ethisches Verhalten ihr Vorbild sein. Politiker hätten bei mir ein Nebenerwerbsverbot. Politisches Amt und Wirtschaftliche Interssen so sieht man überschneiden sich immer wieder. Außerdem sollte als Gewählter Vertreter des Volkes seine ganze Arbeitskraft dieser Sache zur Verfügung stellen. Die Bezahlung ist ja schon Üppig, die Privillegien viele.

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18.03.2021

Sauter & Nüsslein waren mit Sicherheit nicht die einzigen Absahner und nur die Spitze des Eisbergs. Die Summen werden mit Sicherheit noch grösser beim Impfserum.

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18.03.2021

"Alfred Sauter hat am Mittwoch in einer Fraktionssitzung der CSU hinter verschlossenen Türen behauptet, das Geld sei gespendet worden".
Wenn das stimmt hat er ja doch die 1,2 Mille erhalten ??
Wie viel bleibt übrig wenn ich das dann noch von der Steuer absetze ??

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18.03.2021

Söder tut so, als ob es die kriminellen Aktivitäten in seiner CSU überhaupt nicht gäbe und lenkt mit seinen Einlassungen zur
Impfproblematik ab. Dies zeigt, wie clever und kaltschnäuzig er ist und wie er über Leichen geht, wenns draufankommt nach
dem Motto : schuld sind immer andere, nur nicht seine CSU und niemals er selbst.

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18.03.2021

Günzburg bekannt seit der Römerzeit, beliebt durch Legoland und jetzt Hotspot der Korruptionen in der Coronazeit. So kann man den Bekanntheitsgrad auch steigern. Ein Bärendienst der CSU für unsere Stadt und Landkreis.

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18.03.2021

Warum hört man eigentlich von Theo, dem Vater des Euro, so gar nix. Der müsste als Landsmann die Mischpoke doch ganz gut kennen?

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18.03.2021

Jeder Rentner würde von so einer Altersvorsorge träumen ??
Leider muss der kleine "Bluten" ?
Jetzt soll mal alles offen gelegt werden bis in die unteren Ebenen.
Auch von den anderen Parteien ( Rot - Grün - Schwarz - Linke - Rechte - AFD - FDP und alle anderen die es so noch gibt ).
Die sind ja auch nicht die Elite in Wahrheit.
Politik machen = Nein, Geldschäffeln = Ja.

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18.03.2021

Für was braucht dieser Hautdegen mit 70 Jahren noch zusätzliche 1,2 Millionen Euros, erschlichenen durch seine Juristerei! Der Normal Rentner in dem Alter muss sich mit DRV-Almosen über die Runden Quälen!

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18.03.2021

Da erblassen selbst die amigoerfahrensten Haudegen der schwarzen Zunft! Und davon gibt es in der Ahnengalerie und unter den Gegenwärtigen einige.

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18.03.2021

z..B. Streibl - Tandler usw. Salutos Amigo

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18.03.2021

B ananen R epublik D eutschland

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