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Medizin
11.03.2020

Mittel gegen das Coronavirus: Was bringen Vitamine und Zink?

Mit einem Schnelltest kann man herausfinden, b jemand sich mit dem Coronavirus infiziert hat.
Foto: Ben Birchall, dpa

Gegen das Virus gibt es noch keinen Wirkstoff. Aber in Weilheim wird nun ein Mittel getestet, das eigentlich gegen Ebola eingesetzt wird.

Allmählich ist wohl jedem klar, dass sie oder er von einem Moment zum nächsten wegen des Coronavirus in Quarantäne sitzen kann. Entweder, weil man – erst einmal "nur" – Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte. Oder weil bereits eine Infektion vorliegt. Nachdem aber immer noch kein Wirkstoff gegen das Virus existiert, fragt sich so mancher: Was kann ich tun, um mich gegen die Erkrankung zu wappnen?

Selbst, wenn ich vielleicht schon in Quarantäne bin? Helfen Vitamine? Soll man etwa ein Grippemittel wie Tamiflu nehmen? Oder in erster Linie einfach Ruhe bewahren?

Corona-Patient aus Bonstetten nimmt keine Medikamente

Letzteres befolgt zum Beispiel Werner Halank aus der Gemeinde Bonstetten im Landkreis Augsburg. Der Rechtsanwalt ist bereits seit vergangener Woche in häuslicher Quarantäne, weil bei ihm das Coronavirus nachgewiesen wurde. Er hatte sich möglicherweise beim Skifahren in Italien angesteckt. Nachdem er am Samstag leichtes Fieber bis 38 Grad und Gliederschmerzen hatte, geht es dem 53-Jährigen, der im derzeit laufenden Kommunalwahlkampf auch für die Freien Wähler als Bürgermeisterkandidat antritt, wieder gut.

 

"Ich bin völlig beschwerdefrei, habe keinen Schnupfen, keinen Husten, kein Fieber – nichts." Darum nehme er auch keine Medikamente oder Vitamine zu sich. Wie vom Gesundheitsamt verordnet, bleibt er daheim und bearbeitet als Anwalt, so weit es geht, seine Fälle von dort.

Ähnlich hält es Marktoberdorfs Bürgermeister Wolfgang Hell, der sich seit Sonntag in Quarantäne befindet. Er hatte Kontakt mit einem Infizierten. Ob er selbst betroffen ist oder nicht, muss der Test, den der CSU-Politiker schon hinter sich gebracht hat, erst noch ergeben. "Ich habe keinerlei Symptome und fühle mich bei voller Gesundheit", betont der 59-Jährige. Er nehme derzeit keinerlei Medikamente, von zusätzlichen Vitaminen hält der Rathauschef nichts. Er schwört auf eine natürliche Vitaminzufuhr über frisches Obst und Gemüse. "Das ist viel sinnvoller. So versorge ich mich sonst und natürlich auch jetzt."

Was gegen Corona hilft: Vitamine oder Zink schadet nicht

Um seine Familie – seine Frau und seine beiden Söhne – nicht anzustecken, hat er sich innerhalb des Hauses in einen eigenen Bereich zurückgezogen. "Wir haben das Glück, dass wir genügend Platz haben – sodass das geht." Er versuche, seine Arbeit wenn möglich von zu Hause aus zu erledigen – wobei sein Stellvertreter, Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig (SPD), derzeit offiziell die Amtsgeschäfte führe.

"Wer etwas für sich tun will: Tatsächlich schadet die Einnahme von Vitaminen oder Zink sicherlich nicht", erklärt Ulrich Koczian, Vizepräsident der Bayerischen Landesapothekerkammer. Der Augsburger sagt aber auch: "Tamiflu, das im begrenzten Umfang gegen Grippe helfen kann, wirkt bei Corona sicherlich nicht." Koczian hält es vor allem für wichtig, sich an die Verhaltensregeln zu halten, die derzeit immer wieder kommuniziert werden: große Menschenmengen meiden – ansonsten frische Luft, Bewegung und sich gut ernähren. Und: Wer in Quarantäne ist, soll sich an diese natürlich halten.

Antibiotika werden wegen Corona knapp

Unter anderem auch in unserer Region spüren Apotheker und Patienten derzeit eine andere Auswirkung des Coronavirus: Bestimmte Medikamente werden knapp. Und damit sind nicht Engpässe wie etwa beim Narkosemittel Propofol gemeint, die aufgrund von Produktionsumstellungen bei einer der deutschen Herstellerfirmen herrühren. "Momentan werden Antibiotika knapp", sagt Koczian. Das liege zum einen daran, dass viele dieser Mittel in China hergestellt werden, das bekanntlich am stärksten vom Virus betroffen ist. Zum anderen habe das zweite große Antibiotikaherstellerland, Indien, die Ausfuhr stark eingeschränkt. Mit der Begründung: Indien brauche die Medikamente selbst. Inzwischen gibt es politische Pläne, Europa wieder unabhängiger von diesen Herstellerländern zu machen, sagt Koczian.

Unterdessen wurde am Dienstagnachmittag bekannt, dass das Klinikum im oberbayerischen Weilheim das in Deutschland nicht zugelassene Ebola-Medikament Remdesivir bei einem 80-jährigen Corona-Infizierten einsetzen will. Dieser befindet sich in einem kritischen Zustand auf einer Intensivstation. Für den Einsatz des Mittels holte sich die Klinikleitung laut Bayerischem Rundfunk eine Sondergenehmigung bei der Regierung von Oberbayern. In den USA und China war Remdesivir offenbar bei Corona schon mit Erfolg eingesetzt worden.

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