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Memmingen
30.11.2020

Razzia beim Roten Kreuz: Sanitäter soll Frau im Rettungswagen missbraucht haben

Das Rote Kreuz in Memmingen ist in den Fokus der Polizei geraten - nicht zum ersten Mal in diesem Jahr.
Foto: Matthias Becker

In Memmingen steht ein Rettungssanitäter im Verdacht, im Rettungswagen eine hilflose Frau missbraucht zu haben. Wie das Rote Kreuz auf die Vorwürfe reagiert.

Razzia von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft in der Memminger Geschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Unterallgäu: Etwa 15 Beamte haben das Gebäude durchsucht sowie Unterlagen und Datenträger beschlagnahmt. Der Verdacht: Ein 44 Jahre alter Rettungssanitäter soll im vergangenen Juli eine hilflose Frau während eines Einsatzes im Rettungswagen sexuell missbraucht haben.

Razzia beim Roten Kreuz in Memmingen: Missbrauch im Rettungswagen?

Das Opfer, eine Mittzwanzigerin, hatte kurz nach der mutmaßlichen Tat eine entsprechende Anzeige bei der Polizei erstattet. Nach Informationen unserer Redaktion sagte sie aus, dass sich während des Einsatzes ein Sanitäter an ihrem Unterleib zu schaffen gemacht habe, obwohl es dafür medizinisch keine Notwendigkeit gegeben habe. Die weiteren Ermittlungen hat daraufhin das für Sexualdelikte zuständige Fachkommissariat der Kripo Memmingen übernommen. Sie führten letztlich zur Identifizierung des mutmaßlichen Täters.

Am Montagmorgen rückten die Fahnder im Gebäude des Roten Kreuzes in Memmingen an.
Foto: Matthias Becker

Kurz vor 7 Uhr rückten die Fahnder am Montagmorgen zum Arbeitsbeginn der Rettungskräfte an und gingen in das Memminger BRK-Gebäude in der Donaustraße, sprachen dort mit Mitarbeitern und durchsuchten Räume. Wenige Minuten später führten zwei Polizisten den verdächtigen, nicht vorbestraften Rettungssanitäter zu einem Zivilfahrzeug am Hintereingang und fuhren mit ihm zu seiner Wohnung. Auch dort wurde nach belastendem Material gesucht. Ob be- oder auch entlastendes Material gefunden wurde, steht noch nicht fest. Unklar ist auch, ob es sich um einen Einzelfall handelt.

Der Tatverdächtige äußerte sich laut Polizei bislang nicht zu den Vorwürfen. Die Geschäftsführung des BRK Unterallgäu reagierte „geschockt über die Vorwürfe“ gegen den 44-Jährigen. Dieser sei mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt worden. „Wir werden die Ermittlungen unterstützen“, sagte BRK-Geschäftsführer Wilhelm Lehner.

Rotes Kreuz in Memmingen: Mitarbeiter wegen Opiaten im Visier der Polizei

Bereits im Januar stand das BRK Unterallgäu im Fokus der Kriminalpolizei. Ein 35-Jähriger wurde beschuldigt, Opiate aus dem Bestand des Rettungsdienstes in Memmingen gestohlen zu haben – einige hundert Fälle werden ihm zur Last gelegt. Die Kripo stellte in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft bei einer Durchsuchung der Räume diverse Unterlagen und Dokumente sicher. In der Wohnung des Verdächtigen fanden die Ermittler einen Schlüssel für den Schrank der Opiate. Nach bisherigem Stand hat der 35-Jährige die Schmerzmittel selbst konsumiert und nicht verkauft. Der Mann musste das BRK verlassen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

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