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Mensch und Wolf: Ein schwieriges Verhältnis

Kommentar Von Michael Munkler
29.08.2018

Wölfe reißen wieder vermehrt Nutztiere und werden so zum Feind des Menschen. Das Verhältnis zum Wolf wird kritischer.

Wer kann es Landwirten und Älplern im Allgäu verdenken, wenn sie angesichts der jüngsten Risse von Nutztieren auf einen Abschuss des Wolfs drängen? Doch nach Ansicht von Fachleuten ist es gar nicht so leicht, ihn vor die Flinte zu bekommen und zu erschießen, was von offizieller Seite weniger martialisch als „entnehmen“ bezeichnet wird. Nach geltendem Recht dürfen Wölfe ohnehin nur geschossen werden, wenn sie erhebliche Schäden in der Nutztierhaltung anrichten oder dem Menschen gefährlich werden. Beispielsweise, weil sie sich in Siedlungsgebieten aufhalten.

„Der Wolf gehört nicht in unsere Kulturlandschaft“

In den nächsten Tagen und Wochen wird es vor allem darauf ankommen, dass sich besonnene Köpfe beider Seiten – der Wolfsbefürworter wie der Gegner – an einen Tisch setzen und ein vernünftiges Wildtiermanagement erarbeiten. Das ist alles andere als eine leichte Aufgabe.

Die kontrovers geführte Diskussion über den Umgang mit dem Wolf in der Kulturlandschaft könnte Anlass zu einem gedanklichen Exkurs über unser Verhältnis zu anderen Kreaturen und zu den natürlichen Lebensgrundlagen sein. Der biblische Satz „Macht euch die Erde untertan“ wurde in der Vergangenheit gerne missbraucht, um den Raubbau an der Umwelt und an natürlichen Lebensgrundlagen zu legitimieren. Bis heute. Deswegen gibt es bei uns beispielsweise Legebatterien und Massentierhaltung oder Schweinetransporte quer durch Europa. „Der Wolf gehört nicht in unsere Kulturlandschaft“, sagen die Älpler.

Und der Mensch? Was richtet der alles an?

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