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21.12.2011

Missbrauch: 100000 € für Opfer

Bistum Augsburg zahlt Therapiekosten

Augsburg Nach Angaben des Missbrauchsbeauftragten des Bistums Augsburg, Otto Kocherscheidt, sind zwischen März 2010 und Dezember 2011 20 Anträge von Missbrauchsopfern auf Übernahme der Kosten für Psychotherapie oder Paarberatung beim Bistum eingegangen. Nach einer Bewertung durch die bei der katholischen Deutschen Bischofskonferenz angesiedelte Zentrale Koordinierungsstelle seien drei Anträge abgelehnt worden. In 14 Fällen habe das Bistum Zahlungen von insgesamt etwa 100000 Euro für Therapiekosten geleistet, sagte Kocherscheidt im Gespräch mit unserer Zeitung. Drei Anträge müssten noch geprüft werden.

Zwischen August 2010 und Dezember 2011 hat der frühere Richter am Oberlandesgericht München 65 neue Hinweise auf mögliche Fälle sexuellen Missbrauchs oder körperlicher Gewalt an Minderjährigen – hauptsächlich durch Geistliche – erhalten. In 16 Fällen, die in den Zuständigkeitsbereich des Bistums fallen, wurden ihm zufolge Priester beschuldigt, sexuelle Gewalt ausgeübt zu haben. Neun der Beschuldigten seien allerdings gestorben, in einem Fall sei bereits ein Urteil gesprochen worden und in einem weiteren habe die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wieder eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell in einem Fall

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In einem Fall, der sich in den 80er Jahren zugetragen haben soll und der bislang noch nicht öffentlich wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft. „Dabei geht es um den Bereich ,Berührungen‘“, sagte Kocherscheidt. Vier weitere Verdachtsfälle überprüft er zurzeit. Alle 16 Fälle sollen sich zwischen den 50er und 90er Jahren ereignet haben. Einen Vergewaltigungsvorwurf gibt es nicht. „Ich nehme an, dass sich nun die meisten gemeldet haben, was Fälle aus der Vergangenheit betrifft“, sagte Kocherscheidt. Der Missbrauchsbeauftragte will Anfang kommenden Jahres einen neuen Bericht vorlegen.

In einem „Schlussbericht“ vom 25. August 2010 hatte er Hinweise ausgewertet, die ihm „von circa 80 Personen“ zwischen März und Mitte August 2010 bekannt wurden. 34 Hinweise betrafen Geistliche beziehungsweise Mitarbeiter im Dienst des Bistums, die der „Jurisdiktionsgewalt der Diözese Augsburg unterstehen“. 22 Hinweise davon bezogen sich auf sexuellen Missbrauch.

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