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Verkehr

05.04.2019

Mit 160 durch die Tempo-70-Zone

2200 Polizisten kontrollierten die Straßen des Freistaats.
Bild: Alexander Kaya

In Neusäß erwischen Polizisten den schnellsten Raser Bayerns beim Blitzmarathon. Deutlich mehr Temposünder als im Vorjahr

Die Ankündigungen des Blitzmarathons hatte ein Münchner, der am Mittwoch durch Schwaben fuhr, offenbar verpasst: Statt der erlaubten 70 Stundenkilometer raste er mit 160 auf der B300 bei Neusäß. Damit war der Fahrer der „unrühmliche Spitzenreiter“ der bayernweiten Aktion, wie das Bayerische Innenministerium es formuliert. Fast 11000 weitere Temposünder haben Polizisten am Mittwoch erwischt.

24 Stunden lang waren insgesamt mehr als 2200 Polizeibeamte im Einsatz. An 2000 im Freistaat verteilten Messstellen kontrollierten sie die Geschwindigkeit der Fahrer – und erwischten heuer wesentlich mehr als noch vergangenes Jahr, obwohl die Aktion wie üblich angekündigt wurde und die Messstellen bereits seit vergangener Woche veröffentlicht waren. Vergangenes Jahr hatten die Polizisten nur etwa 8500 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Ein Sprecher des Innenministeriums hatte keine Erklärung für diesen rapiden Anstieg.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält diese Kontrollen auch zukünftig für notwendig: „Wir müssen auch weiterhin auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen setzen, solange noch so viele Unbelehrbare unterwegs sind“, sagte er. Für ihn sei es unverständlich, dass vielen Autofahrern nicht bewusst sei, wie gefährlich zu schnelles Fahren sein kann. „Raser setzen nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel, sondern auch das von anderen.“

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Ziel des Blitzmarathons sei es nicht, möglichst viele Bußgelder einzunehmen. Es gehe darum, „Verkehrsteilnehmer aufzurütteln, sich dauerhaft an die Geschwindigkeitslimits zu halten“. Überhöhte Geschwindigkeit sei oft lebensgefährlich und die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle. Im vergangenen Jahr waren 191 Menschen wegen zu hoher Geschwindigkeit auf Bayerns Straßen ums Leben gekommen. Laut dem Ministerium konzentrierte sich die Polizei auf Unfallschwerpunkte auf Landstraßen und Strecken, auf denen häufig zu schnell gefahren wird. Nach Möglichkeit habe die Polizei die ertappten Verkehrssünder gleich nach der Messung angehalten, um einen nachhaltigeren Effekt zu erzielen.

In Augsburg blitzten die Beamten 58 Fahrer, die zu schnell unterwegs waren. Auch die Polizeipräsidien in Kempten und Ingolstadt erwischten in ihren Gebieten Schwaben Süd/West und Oberbayern Nord Fahrer, die deutlich zu schnell waren: Auf der B308 bei Sigmarszell hatte ein Fahrer 63 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho. Bei Markt Schwaben blitzten Polizisten einen Fahrer, der 71 Stundenkilometer zu schnell fuhr. Doch am teuersten wird es für den 30-Jährigen, der bei Neusäß geblitzt wurde: Ihn erwarten eine Geldbuße von 1200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. (pwehr, dpa)

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