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Mit verbotenem Nervengift
30.03.2012

Luchs "Tessa" im Bayerischen Wald vergiftet

Nach dem Bären und dem Wolf ist der Luchs das größte Raubtier, das in Europa heimisch ist.
Foto: Julian Stratenschulte dpa

Viele Menschen haben die Streifzüge der mit einem Sender ausgerüsteten Luchse im Bayerischen Wald mit Interesse verfolgt. Jetzt haben Unbekannte das Tier "Tessa" vergiftet.

Die mit Sender ausgestattete Luchskatze "Tessa" ist im Bayerischen Wald vergiftet worden. Eine pathologische Untersuchung habe ergeben, dass die im Zuge eine Projekts beobachtete Luchsin an einem hochgiftigen Insektizid namens Carbufuran gestorben sei, mit dem ein Rehbock präpariert worden war, teilten Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Bayerischem Jagdverband und Wildland-Stiftung am Freitag mit.

Luchsin "Tessa" starb an Atemstillstand

Es handele sich um ein Nervengift, das seit 2007 in der Europäischen Union verboten sei, sagte der Pressesprecher des Nationalparks Bayerischer Wald, Rainer Pöhlmann, der Nachrichtenagentur dpa. Von dem Täter fehlt jede Spur. Der Nationalpark wie auch die Verbände stellten Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft ermittele, sagte Pöhlmann.

Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung hatten das tote Tier bereits am 13. März bei Rinchnach (Landkreis Regen) am Rande des Nationalparks gefunden. Das knapp dreijährige Weibchen hatte mindestens ein Junges, über dessen Verbleib nichts bekannt ist. Das etwa zehn Monate alte Jungtier könnte allerdings auch schon von der Mutter getrennt unterwegs gewesen sein, sagte Pöhlmann. Der Rehbock habe 300 Meter entfernt von der toten Luchsin gelegen, die wahrscheinlich schnell an einem Atemstillstand verendet sei.

Täter erwartet bis zu fünf Jahre Haft

Tessa trug wie sechs andere Luchse ein mit GPS und Minisender ausgerüstetes Halsband, über das Mitarbeiter des Nationalparks ihre Wege verfolgten. Zudem tappte sie jüngst mit ihrem Jungen in eine Fotofalle. Die Luchsin hatte daher besondere Bekanntheit erlangt - der Nationalpark berichtete regelmäßig über ihre Streifzüge. "Ihr Tod stellt einen schweren Schlag für die Artenschutzbemühungen dar", teilten die Verbände mit.

Über das Motiv herrscht Rätselraten, Beobachter schließen nicht aus, dass der oder die Täter ein gewisses Fachwissen hatten. Denn der Rehbock war ausgerechnet im Bereich des Hinterleibes mit dem Gift präpariert - dort ist das zarteste Fleisch. Für die Ergreifung des Täters ist laut Mittelung der Verbände eine Prämie von 5000 Euro ausgesetzt. Das Töten der unter Schutz stehenden Luchse werde mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. dpa-lby

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