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Kloster Weltenburg

25.09.2008

Mönch lag vor seinem Tod in 60 Grad heißem Wasser

Bild: aw wst

Fassungslosigkeit bei den Mönchen im berühmten Kloster Weltenburg: Sie trauern um einen Mitbruder, der auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Der Benediktinermönch wurde mit schweren Verbrühungen im Baderaum gefunden.

Kloster Weltenburg (hogs) - Fassungslosigkeit bei den Mönchen im berühmten Kloster Weltenburg am Donaudurchbruch nahe Kelheim: Sie trauern um einen ihrer beliebten Mitbrüder. Am 2. September in der Früh wurde Benediktinermönch Paulus (53, Name geändert) im Baderaum gefunden.

Der Pater lag in einer Wanne mit 60 Grad heißem Wasser. Er war bewusstlos. Mit schweren Verbrühungen wurde er sofort ins Münchner Klinikum Bogenhausen gebracht. Dort starb Paulus wenige Stunden später.

Die Kripo Landshut befasst sich mit dem Fall. Doch nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler ist der Pater nicht durch ein Verbrechen gestorben. "Die Obduktion ergab keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Wir gehen von einem Unglücksfall oder Suizid aus", so Polizeisprecher Leonhard Mayer. Die Ermittlungen der Polizei dürften somit bald beendet sein.

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Doch die Frage, was wirklich mit Pater Paulus passiert ist, beschäftigt nicht nur die Mönche in dem weltberühmten Kloster.

Offenbar litt der gebürtige Österreicher an einer psychischen Störung. Polizeisprecher Mayer bestätigt, dass es bei dem Mönch eine "psychische Vorerkrankung" gegeben habe.

Seit 24 Jahren war Paulus in Weltenburg. Er war beliebt und brachte sich vielfältig in die Gemeinschaft ein. Als Chorleiter, der oft den Psalm 105 sang: "Laetetur cor quaerentium - Freuen soll sich das Herz der Suchenden". Von 1988 bis 1995 war er sogar Subprior des Klosters, also der Stellvertreter des wirtschaftlich Verantwortlichen. Er war Klosterarchivar. Und nicht zuletzt haben ihn Tausende Besucher kennengelernt: In beliebten Führungen zeigte er Interessierten die Schönheit des Klosters.

Doch eine Krankheit setzte dem beliebten Pater zu: In der Trauerrede eines Mitbruders bei der Beisetzung lässt sich zwischen den Zeilen lesen: "Sein Eifer hat ihn manches Mal an die Grenze seiner Kraft gebracht. Nie hat er sich geschont, und oft musste ihn ein Mitbruder an das rechte Maß erinnern."

Der beliebte Mönch - ein fanatisch Glaubender? Nach Informationen unserer Zeitung stand Pater Paulus in Verbindung mit dem höchst umstrittenen Engelwerk - einer Vereinigung, die selbst innerhalb der katholischen Kirche als fundamentalistisch eingestuft wird.

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