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München

31.03.2015

Mordversuch mit Maßkrug: "Ich habe Mist gebaut"

Wegen Mordversuchs mit einem Maßkrug muss sich seit Dienstag ein 24-Jähriger in München vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt gestand er die Tat.
Bild: Felix Hörhager (dpa)

Wegen Mordversuchs mit einem Maßkrug muss sich seit Dienstag ein 24-Jähriger in München vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt gestand er die Tat.

Eine klassische Alkoholiker-Karriere mit Vollräuschen schon als Teenager hat ein Angeklagter hinter sich, gegen den seit Dienstag ein Münchner Schwurgericht wegen Mordversuchs beim Dachauer Volksfest verhandelt.

Der junge Mann hat über seinen Anwalt zugegeben, am 9. August 2014 in einem Festzelt mit dem Maßkrug auf einen anderen Besucher eingeschlagen zu haben. Er habe in einer als bedrohlich empfundenen Situation überreagiert und "Mist gebaut", den anderen aber auf keinen Fall umbringen wollen. Der 24-Jährige hat sich bei dem Opfer entschuldigt und ihm ein Schmerzensgeld von 3000 Euro überwiesen.

Laut Anklage hat sich der Arbeitslose mit einem oberflächlichen Bekannten gestritten, das spätere Opfer wollte schlichten. Aus Wut über die Einmischung habe der einschlägig vorbestrafte Angeklagte dem Schlichter einen "wuchtigen Schlag" gegen den Kopf versetzt, wobei der Maßkrug zu Bruch ging.

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Dem bäuchlings über dem Tisch liegenden Verletzten habe der 24-Jährige mit einem weiteren Krug noch mindestens drei weitere Hiebe versetzt. Der Anwalt wies den Vorwurf zurück, sein Mandant habe zur "Demonstration seiner eigenen Macht und körperlichen Stärke" gehandelt. Vielmehr habe der Angeklagte die räumliche Enge und die dicht zusammengerückte Gruppe des anderen als bedrohlich empfunden.

Angeklagter begann Alkoholtherapie

Der Schlichter hat damals eine Schädelprellung und eine Gehirnerschütterung erlitten. Ob Folgen zurückgeblieben sind, konnte er nicht beurteilen: "Meine Gesundheit war vorher schon angeschlagen", sagte der vorzeitig aus dem Justizdienst ausgeschiedene 41-Jährige.

Der  Angeklagte hat in der Untersuchungshaft Hilfe gegen seine Trunksucht gefunden. Er hat eine Alkoholtherapie begonnen und besucht regelmäßig die Anonymen Alkoholiker. Ihm sei klar, dass er eine stationäre Behandlung brauche, sagte der Angeklagte, der im Gefängnis die Vertrauensstellung eines Hausarbeiters bekleidet. - Der Prozess dauert an.  dpa

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