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  3. München: Amokläufer David S. suchte bewusst nach einer Glock-Pistole

München
26.07.2016

Amokläufer David S. suchte bewusst nach einer Glock-Pistole

Blumen, Kerzen und Stofftiere liegen vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa

Amokläufer David S. hat offenbar gezielt nach einer Glock-Waffe im Darknet gesucht. Währenddessen will die Staatsanwaltschaft wegen dieser Entscheidung Beschwerde einlegen.

Der Amokläufer von München David S. hat sich bei der Wahl seiner Waffe nach Erkenntnissen der Ermittler bewusst für eine Glock-Pistole entschieden. Er habe sich im sogenannten Darknet, einem abgeschotteten Bereich des Internets, nach einer Glock umgeschaut, bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Dienstag. Aus den wiederhergestellten WhatsApp-Gesprächen mit einem mutmaßlichen Mitwisser gehe hervor, dass es wohl die "Lieblingswaffe" des 18-Jährigen gewesen sei.

Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet und sich auf Chat-Protokolle aus dem Darknet berufen. Demnach soll der 18-Jährige in ein einschlägig bekanntes Forum geschrieben haben, dass er eine Glock und 250 Schuss Munition suche.

Mit der Pistole hatte der 18-Jährige am Freitag neun Menschen und sich selbst erschossen. Aus Sicht der Ermittler ist die Kenntnis von der Waffe ein zentraler Punkt bei den Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Mitwisser. Weil er sich außerdem kurz vor der Tat mit dem 18-Jährigen getroffen haben soll, gehen sie davon aus, dass er von dem Plan gewusst haben könnte. Der 16-Jährige war am Sonntag festgenommen, später aber wieder freigelassen worden. Dagegen will die Staatsanwaltschaft Beschwerde einlegen.

Beschwerde gegen Freilassung des mutmaßlichen Mitwissers von David S.

Die Staatsanwaltschaft will Beschwerde gegen die Freilassung des mutmaßlichen Mitwissers des Amok-Schützen von München einlegen. Der Ermittlungsrichter hatte keine Verdunkelungsgefahr und somit keinen Haftgrund festgestellt - die Ermittler sehen das anders, wie Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Dienstag sagte. Gegen den 16-Jährigen wird wegen Nichtanzeigens einer Straftat ermittelt, weil er möglicherweise von dem geplanten Amoklauf wusste.

Bei dem Amoklauf am 22. Juli 2016  sind zehn Menschen gestorben, darunter auch der Täter. In der Zeit danach gedachten viele Menschen den Opfern der Tat.
9 Bilder
Münchner gedenken der Opfern des Amoklaufs
Foto: Sven Hoppe, dpa

Nach Angaben der Ermittler hat er sich im Bereich des Tatorts mit dem 18-Jährigen getroffen, kurz bevor dieser am Freitag neun Menschen und anschließend sich selbst erschoss. Der 16-Jährige wurde am Sonntag festgenommen, später aber wieder freigelassen.

Die Leichen der Opfer sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen freigegeben. Ob sie schon beigesetzt wurden oder wann das geschehen soll, war noch unklar. dpa/AZ

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