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München
11.11.2020

Münchner Krankenpfleger soll versucht haben, Patienten umzubringen

Ob der Pfleger noch für weitere Fälle infrage kommt, ist im Moment noch unklar.
Foto: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen einen Pfleger, der versucht haben soll, drei Patienten zu töten. Das Krankenhaus will sich heute äußern.

Ein Münchner Krankenpfleger soll versucht haben, mindestens drei Patienten umzubringen. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen versuchter Tötungsdelikte gegen den 24 Jahre alten Mann. Es stelle sich die Frage, "ob der Pfleger noch für weitere Fälle als Täter infrage kommt", sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Josef Wimmer, am Mittwoch in München. Tatort soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur das Klinikum Rechts der Isar sein. Eine Sprecherin des Klinikums kündigte eine Mitteilung im Laufe des Tages an.

Die Patienten konnten gerettet werden, einer befindet sich aber immer noch in kritischem Zustand

Die Polizei konkretisierte indes nicht, um welches Krankenhaus es sich handelt. Nach Angaben der Beamten ist der Pfleger seit dem 1. Juli 2020 in einem Münchner Krankenhaus beschäftigt. Er war für die Überwachung von nicht mehr intensivpflichtiger Patienten zuständig. Die Betroffenen müssen unter ständiger Aufsicht und mit Hilfe technischer Geräte beobachtet werden, bevor sie auf eine Normalstationen verlegt werden können. Am 7. November verschlechterte sich der Zustand  eines 91-Jährigen Mannes und einer 54-jährigen Frau.

Beide konnten nur durch schnelle, intensivmedizinische Maßnahmen gerettet werden. Ein Oberarzt veranlasste daraufhin Blutuntersuchungen und stellte fest, dass den Patienten eine hohe Dosis nicht verordneter Medikamente verabreicht worden war. In beiden Fällen waren diese lebensgefährlich. Einer der geschädigten Patienten befindet sich laut Mitteilung der Polizei nach wie vor in einem kritischen, aber stabilen Zustand.

Der Oberarzt erinnerte sich außerdem an einen Vorfall, bei dem sich im Oktober der Gesundheitszustand eines ebenfalls 90-jährigen Patienten plötzlich verschlechtert hatte. Auch hier ergab der Befund eine hohe Dosis gefährlicher Medikamente. Am 8. November ging die Anzeige bei der Polizei ein, seitdem ist der Pfleger nicht mehr im Dienst. Der 24-Jährige wurde am Montag, 9. November, vorläufig festgenommen und vernommen. Bisher bestreitet er alle Vorwürfe. (AZ/dpa)

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