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München
17.06.2016

Umstrittene Auktion von Nazi-Relikten findet ohne Öffentlichkeit statt

Adolf Hitler und Hermann Göring: Ein Münchner Auktionshaus bringt jetzt besonders skurrile Hinterlassenschaften der beiden Nazi-Verbrecher auf den Markt.
Foto: Dpa Dena

Görings Unterhose soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit versteigert werden. Für die umstrittene Auktion von Nazi-Relikten in München wurden die Modalitäten geändert.

Die umstrittene Versteigerung von Nazi-Relikten soll im Münchner Auktionshaus Hermann Historica weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne gehen. "Wir werden auch am 17./18.06. Medienvertreter(innen)n ausnahmslos keinen Zugang zur Vorbesichtigung oder Auktion gewähren", hieß es am Freitag in einer E-Mail. Auch die Ergebnisse der Auktion sollen nicht veröffentlicht werden. 

Das journalistische Interesse an dem Thema sei zwar verständlich und das Haus könne "sogar nachvollziehen, dass es für die meisten Journalisten überhaupt nicht möglich ist, anders, als in der von ihnen erwarteten, von uns als sehr einseitig empfundenen Bandbreite, zu schreiben". Um keine unerwünschten Interessenten anzuziehen, wolle man auf jegliche Pressearbeit verzichten. 

Persönliche Gegenstände von Adolf Hitler und Hermann Göring versteigert

Hermann Historica hat die Versteigerung angeblich persönlicher Gegenstände von Adolf Hitler und Hermann Göring für diesen Samstag (18.6.) angekündigt. Darunter soll eine Unterhose von Göring sein, Röntgenaufnahmen, der Messingbehälter für die Blausäure, mit der sich Göring kurz vor seiner geplanten Hinrichtung in Nürnberg umbrachte, sowie Röntgenaufnahmen Hitlers und Untersuchungsberichte nach dem Attentat vom 20. Juli 1944. Am Freitag sollten die Objekte in München ausgestellt werden.

An der Auktion hatte es scharfe Kritik gegeben. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete sie als "widerlich", Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) appellierte an das Haus, die Versteigerungspläne zu überdenken. 

Das Auktionshaus betonte, die Objekte "nur Museen, Archiven und ernsthaften Sammlern" zu verkaufen. "Erklärtes Ziel der Hermann Historica ist es, den sozialen Frieden nicht zu stören oder Gefühle zu verletzen. Das Haus lehnt alle neonazistischen und nationalsozialistischen Strömungen strikt ab." 

Experten haben allerdings Zweifel am wissenschaftlichen Nutzen der Objekte. Manche seien einfach "geschmacklos, makaber und skurril", sagt Andreas Mix vom Memorium Nürnberger Prozesse. "Diese Unterhose in XXL von Göring - welchen Aussagewert soll die haben?" dpa/AZ

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