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200 Jahre Münchner Oktoberfest

13.07.2010

München: Zur Jubiläumswiesn ist einiges geplant

Mit Spezialbier und Festprogramm geht Oberbürgermeister Christian Ude in die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Münchner Oktoberfestes. In genau 67 Tagen ist es soweit. Von Jan Chaberny

Christian Ude ist nun nicht gerade als besonders prosaischer Zeitgenosse bekannt, aber an diesem Vormittag, im voll besetzten Großen Sitzungssaal des Münchner Rathauses, ist seine lautmalerische Formulierungskunst besonders ausgeprägt.

Andererseits: Was bleibt einem auch, wenn man als Oberbürgermeister das Festprogramm des diesjährigen Oktoberfestes vorstellen darf, jenes größten Volksfestes der Welt, das in genau 67 Tagen beginnt - und das in diesem Jahr sein 200-jähriges Jubiläum feiert?

Also sitzt Ude nun da und spricht davon, dass die Besucher beim Betreten des Festplatzes eine "Zeitreise zurück zu den Anfängen" unternehmen sollen. Und davon, was sie sich in zweieinhalbjähriger Arbeit so alles ausgedacht haben, um das Jubiläum ab dem 17. September pünktlich ab 11 Uhr - und damit einen Tag früher als der offizielle Wiesn-Start - bis zum 4. Oktober zu feiern.

München: Zur Jubiläumswiesn ist einiges geplant

Bevor es aber in die Details geht, kurz die womöglich wichtigste Meldung: Eine Maß Jubiläumsbier kostet 8,80 Euro. In einer, man muss es so sagen, konzertierten Aktion haben sich die sechs Münchner Brauereien zusammengetan und eine geheime Mischung gebraut, die dermaßen geheim ist, dass niemand das Rezept verraten darf. Ausgeschenkt wird sie, natürlich, im Jubiläumskrug. Und zwar ausschließlich auf dem historischen Festgelände auf dem Südteil der Theresienwiese.

Vier Euro Eintritt kostet es, dieses eingezäunte Areal zu betreten, Kinder bis zu 14 Jahren zahlen nichts - bekommen aber eine Menge geboten. Noch mal Ude: "Wir haben uns große Mühe gegeben, ein Programm aufzustellen, dass die historischen Motive der Wiesn aufnimmt, dazu aber zugleich für jeden Besucher etwas bietet." Soll heißen: Es gibt für die Kleinen Ponyreiten und Karussellfahrten, für die Großen Festbier und Musik von den "Biermösl Blosn", dazu täglich Tanz, Theater und Kabarett, "richtig anspruchsvolle bayerische Kleinkunst", wie Ude betont.

Schausteller beleben die alte Kunst des Reifenschlagens neu

Auftreten werden die Künstler im "Herzasperlzelt", einem von insgesamt drei Zelten, die auf dem Areal aufgebaut werden. Allein in das "Historische Festzelt" passen 3242 Besucher, im Biergarten gibt es nochmals 2710 Plätze und auf der überdachten Tribüne am Pferdering stehen 1063 Sitzmöglichkeiten zur Verfügung.

Moment, Pferdering? Richtig, das ist eine der Attraktionen des Programms. Den Machern sei es wichtig gewesen, an den Anfang des Festes zu erinnern, verkündet Festleiterin Gabriele Weishäupl. Deshalb können Besucher im Chapiteauzelt auf historischen Fahrrädern Rennen veranstalten. Deshalb werden die Schausteller alte Künste wie etwa das Reifenschlagen neu beleben. Und deshalb werden, jeden Tag um 13 und um 18 Uhr, Pferderennen stattfinden. Schließlich gab es diese auch bei der Hochzeit von König Ludwig I. mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen am 12. Oktober 1810, was bekanntlich der Anlass für das erste Oktoberfest war.

Daran, übrigens, wird man auf den Tag genau 200 Jahre später erinnern, also am 12. Oktober 2010, in der Alten Kongresshalle auf der Theresienhöhe. Christian Ude wird an diesem Tag drei junge Paare trauen - und natürlich gibt dabei jeweils ein Bayer einer Sächsin das Ja-Wort. "Die Paare dürfen die nächsten drei Monate alles tun, aber nicht sich trennen", sagt Christian Ude und lacht laut. Von Jan Chaberny

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