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16.11.2018

München bekommt Frauentaxis - und Augsburg?

Viele Frauen fühlen sich unwohl, nachts bei einem Taxi-Fahrer einzusteigen. In München gibt es deshalb nun eine neue Initiative unter dem Motto "Taxis von Frauen für Frauen".
Bild: Lino Mirgeler, dpa (Symbolbild)

Frauen können in München künftig gezielt ein Taxi bestellen, das von einer Frau gefahren wird. Ist dieses Modell auch für Augsburg und Neu-Ulm denkbar?

Zwei sexuelle Übergriffe haben in München am vergangenen Wochenende für Entsetzen gesorgt. In der Nacht auf Samstag verriegelte ein Taxifahrer während der Fahrt die Tür und fasste einer 22-Jährigen über die Kleidung an die Brust und in den Intimbereich. 24 Stunden später gab sich ein Mann als Shuttle-Fahrer eines Fahrdienstes aus, den eine 17-Jährige kontaktiert hatte. Er vergewaltigte die Jugendliche.

Diese Vorfälle veranlassten den Münchner Sender Radio Gong 96.3 und die Taxizentrale München nun dazu, die Initiative „Taxis von Frauen für Frauen“ zu starten. Die Taxizentrale, der 6000 Fahrer angehören, wird eine neue Hotline einrichten, unter der Frauen gezielt ein Taxi bestellen können, dass von einer Frau gefahren wird. Zudem soll es eine Werbekampagne geben, um mehr Fahrerinnen zu rekrutieren und auszubilden. Denn laut Gong 96.3 sind nur knapp fünf Prozent der Münchner Taxifahrer Frauen.

In Augsburg keine Notwendigkeit einer Taxi-Hotline für Frauen

Wäre dieses Modell auch für Augsburg denkbar? Ferdi Akcaglar, Vorstand der Taxigenossenschaft Augsburg, sieht keine Notwendigkeit für eine spezielle Hotline. Kunden hätten immer die Möglichkeit, über die normale Hotline nach einer Fahrerin zu verlangen, so wie man auch nach einem kleinen oder großen Wagen oder einer Einkaufsbegleitung fragen könne. „Hotline ist Hotline“, sagt Akcaglar.

Dass explizit nach einer Frau gefragt werde, sei in den vergangenen acht Wochen etwa 20 Mal vorgekommen. Passiere etwas, gebe es eine Zeit lang häufigere Anfragen. Akcaglar erinnert sich zum Beispiel an einen Fall vor etwa fünf Jahren. Damals wurde eine massive sexueller Belästigung durch einen Taxifahrer in Augsburg öffentlich. Das könne in der Menge der Fahrerschaft vorkommen, passiere aber sehr selten, wenn man die jährlich mindestens 1,5 Millionen Fahrten in Augsburg dagegen setze, sagt er. Taxifahren sei sehr sicher, alle Fahrer seien registriert.

Kein Bedarf und kein Personal für Frauen-Taxis in Neu-Ulm

In Augsburg gibt es Akcaglar zufolge knapp 1700 registrierte Taxifahrer, 190 davon Frauen. Für eine eigene Hotline und eine Werbekampagne für Fahrerinnen sieht er keinen Bedarf. Die Nachfrage sei zu gering und Männer könnten sich dadurch diskriminiert fühlen.

Das befürchtet auch der Neu-Ulmer Taxi-Unternehmer Harald Führer. Er glaubt, dass das Angebot wahrgenommen würde. Er wisse aus Erfahrung, dass Frauen sich mit Taxifahrerinnen wohler fühlten. So wie es Frauen gebe, die lieber zur Frauenärztin gehen als zum Frauenarzt. Doch insgesamt sei es nicht praktikabel, eine Frauen-Hotline einzurichten. Dafür gebe es in Neu-Ulm mit zwei festen Fahrerinnen und drei Aushilfskräften seines Wissens nach zu wenig weibliches Personal und eben zu wenig Nachfrage.

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