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Streit um Winterspiele

14.07.2010

Münchens Olympia-Bewerbung wackelt

Olympische Ringe vor der Skisprungschanze in Garmisch.
Bild: dpa/ AZ-Montage

Beim Münchner Olympia-Projekt geht es drunter und drüber: Bewerbungschef Willy Bogner dementierte eine kolportierte Rücktrittsdrohung, in Garmisch-Partenkirchen tobt ein Bauernaufstan. Unstimmigkeiten zwischen dem Sport und der Politik belasten die Kandidatur um die Winterspiele 2018 zusätzlich.

Die Olympiabewerber schleppten einen Heißluftballon auf den Münchner Rathausplatz. Dann warteten sie auf frohe Kunde. Die kam. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) adelte München von der Bewerber- zur Kandidatenstadt für die Winterspiele 2018. "Wir sind überglücklich, dass wir den nächsten Schritt in Richtung 2018 gemacht haben", freute sich Bewerbungschef Willy Bogner.

Das war am 22. Juni. Nicht einmal vier Wochen später jubeln vor allem die Olympiagegner. "Die Bewerbung muss beendet werden", sagt der Grünen-Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann. Selbst Befürworter sind besorgt: "Es muss ernsthaft und offensiv gearbeitet werden, sonst besteht die Gefahr, dass das wegkippen könnte", sagt der Abgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler). Und weiter: "Die Bewerbungsgesellschaft muss in die Gänge kommen und auch die Vorteile von Olympia darstellen."

Das ist in diesen Tagen nicht einfach. Auf den Jubel vom 22. Juni folgten zahlreiche Rückschritte.

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Oberammergau Für die Zeit der Winterspiele sollten hier Langlauf- und Biathlonanlagen gebaut werden. Als Grundstückseigentümer nicht mitzogen und viele Oberammergauer ein Bürgerbegehren gegen Olympia unterstützten, schwenkte die Bewerbungsgesellschaft um. Jetzt sollen Langlauf und Biathlon auf Gut Schwaiganger bei Ohlstadt an der Autobahn A 95 stattfinden.

Garmisch-Partenkirchen Der Widerstand wächst. Im Ort liegen Unterschriftenlisten gegen Olympia aus. Die Verhandlungen mit den Landeigentümern, die Flächen für Olympia vorübergehend hergeben sollen, laufen zäh. Laut Olympiagegner Hartmann sind viele über das "arrogante Auftreten" der Bewerbungsgesellschaft verärgert.

Sogar der Präsident des Deutschen Skiverbands, Alfons Hörmann, sagt: "Die frühzeitige Einbindung der Grundstückseigentümer war und ist verbesserungswürdig." Als Vertreter der Wintersportverbände ist der Allgäuer Mitglied der Gesellschafterversammlung und sitzt heute beim Krisentreffen mit am Tisch. Hörmann fordert "schnelle, zügige und offene Gespräche sowie klare Vereinbarungen" mit den Eigentümern.

Finanzen Bewerbungschef Bogner verlangte in einem Brief an die Gesellschafter mehr Geld für die Bewerbung. Die Kosten könnten von rund 30 Millionen Euro auf mehr als 36 Millionen steigen. Das Geld sollte nicht vom Steuerzahler kommen, sondern von Sponsoren. Sie haben aber erst rund 22 Millionen Euro zugesagt. Laut Hörmann soll heute geklärt werden, wie viel die Bewerbung tatsächlich kostet und woher das Geld kommt.

Der Mittwoch brachte aber auch eine gute Nachricht für die Olympiaplaner. Der FC Bayern hat sich auf ihre Seite gestellt. "Mir gehen diese Quertreiber in Alpennähe gegen den Strich", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Der Fußballklub tritt am 8. August in der Allianz-Arena gegen eine Auswahl von Winterstars an - zugunsten der Bewerbung. Von Marcus Bürzle

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