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Murnauer Brauerei
10.06.2015

Wie Obama ganz ungeplant Werbung für Weißbier machte

US-Präsident Barack Obama zeigt sich bei einem Besuch im bayerischen Krün während des G7-Gipfels gut gelaunt. Mit dem Bier aus der Murnauer Brauerei prostet er in die Kameras.
Foto: Daniel Karmann (dpa)

Die Murnauer Brauerei ist während des G7-Gipfels dank Obama berühmt geworden. Wie es dazu kam und wie die Mitarbeiter damit umgehen, erzählt Brauerei-Chef Franz Schubert.

Herr Schubert, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Werbecoup mit Barack Obama.

Franz Schubert: Danke. Dafür kann ich aber nichts. Ich freue mich natürlich, dass der US-Präsident ein Glas mit unserem Logo in die Kamera gehalten hat. Das war für unsere Brauerei sicher nicht schlecht.

Sie leiten gemeinsam mit Ihrer Tochter eine kleine Brauerei in Murnau am Staffelsee. Was hat sich seit Sonntag verändert?

Schubert: Das mediale Interesse ist enorm gestiegen. Wir erhalten Anfragen von überall. Zufälligerweise macht meine Tochter gerade Urlaub in England. Eine Interviewanfrage des Guardian konnte sie deshalb selbst übernehmen.

Dabei war in Obamas Glas gar kein Karg-Bier, sondern Paulaner. Warum?

Schubert: Das hat einen einfachen Grund: Alle Staatsgäste durften während des Weißwurst-Frühstücks keinen Alkohol trinken. Das war die Vorgabe des Sicherheitsdienstes. Und da wir in unserem Unternehmen kein alkoholfreies Weißbier brauen, mussten Obama, Merkel und Co. eben Paulaner trinken.

Stört Sie das?

Schubert: Na klar wäre es mir lieber gewesen, wenn er unser Bier getrunken hätte. Aber ich sehe es als Anregung, in Zukunft auch alkoholfreies Weißbier zu brauen.

Mit Barack Obama als Werbefigur?

Schubert: Ich muss gestehen: So schön lachen und nebenbei unser Bier in die Kamera halten, das kann wohl nur Obama. Das Bild von ihm und unserem Weißbierglas ist super. Ich habe es mir einrahmen lassen und in mein Büro gehängt. Ich möchte aber betonen, dass außer den Staatsgästen alle anderen Gäste unser Bier getrunken haben.

Wie sind Sie eigentlich an diesen prominenten Auftrag gekommen?

Schubert: Wir haben das Glück, seit einem halben Jahr Schloss Elmau zu beliefern. Im Vorfeld des G-7-Gipfels hat mich dann eine Cateringfirma aus Berlin angerufen und gefragt, ob wir unser Bier liefern wollen. Ich habe sofort zugesagt.

Immerhin hat es eine Flasche Ihres Bieres in den Koffer von Obama geschafft. Wie ist Ihnen das gelungen?

Schubert: Jeder Staatsgast und jedes Delegationsmitglied hat ein Paket mit regionalen Produkten bekommen. Darin war auch eine Flasche unseres Bieres. Dafür haben wir 1000 Flaschen mit einem speziellen Logo und dem Titel „Summit Weißbier – Handcraftet in Bavaria“ versehen.

Verkaufen Sie seit dem Obama-Bild eigentlich mehr Bier als sonst?

Schubert: Nein. Ich glaube nicht, dass unser Umsatz steigen wird. Alle, die unser Logo kennen, haben sich gefreut.

Interview: Florian Rußler

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