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NSU-Prozess
30.09.2016

Babara John nennt Zschäpes Aussage unglaubwürdig

Beate Zschäpe im Oberlandesgericht in München.
Foto: Tobias Hase/dpa/Archiv

Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die NSU-Opfer und ihre Angehörigen, Babara John, hält Zschäpes Aussagen für einen Versuch sich der Verantwortung zu entziehen.

Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die NSU-Opfer und ihre Angehörigen, Barbara John (CDU), hat die Aussage der Angeklagten Beate Zschäpe als "unglaubwürdig" bezeichnet. John sagte der "Berliner Zeitung" vom Freitag, Zschäpe entschuldige sich kurz vor Prozessende "mit sehr vagen Allgemeinplätzen". Das sei der "sehr billige Versuch, sich der Verantwortung zu entziehen, und unglaubwürdig von vorn bis hinten".

Die als Mittäterin der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angeklagte Zschäpe hatte am Donnerstag nach mehr als 300 Verhandlungstagen zum ersten Mal selbst das Wort ergriffen. In ihrer Erklärung distanzierte sie sich von nationalsozialistischem Gedankengut, mit dem sie sich früher identifiziert habe, und bedauerte ihr eigenes Fehlverhalten.

Nebenkläger: Zschäpe versuche "zu retten, was zu retten ist"

Der Anwalt Mehmet Daimagüler, ein Vertreter der Nebenklage, sagte der Zeitung, er nehme Zschäpe ihre Geschichte "nicht ab". Wenn sie wirklich Reue empfinde, solle sie "tätige Reue zeigen", sagte er. Die Angehörigen wüssten bis heute nicht, warum die Opfer ausgesucht wurden und sterben mussten. Zschäpe versuche nun, "zu retten, was zu retten ist", sagte der Anwalt. Das aber komme zu spät und sei zu wenig.

Die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen laut der Anklage der Bundesanwaltschaft die Morde, Anschläge und Überfälle des NSU begangen haben. Zschäpe soll allerdings das jahrelange Leben des Trios im Untergrund organisiert haben. Der Gruppe werden zehn Morde zur Last gelegt. afp

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