Newsticker
Bayern: Verwaltungsgerichtshof kippt 15-Kilometer-Regel
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Nächtliche Ausgangssperre gilt auch über Weihnachten

Corona-Pandemie

14.12.2020

Nächtliche Ausgangssperre gilt auch über Weihnachten

Die Ausgangssperre soll streng kontrolliert werden.
Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

An Weihnachten und Silvester dürfen die Menschen zwischen 21 und 5 Uhr nicht das Haus verlassen. Die Ausgangssperre hat auch Auswirkungen auf Gottesdienste.

„Was für alle gilt, ist gerecht.“ Mit diesen Worten verteidigt Markus Söder ( CSU) nach der Sitzung des Kabinetts in München die harten Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie, die nach den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz jetzt im Freistaat umgesetzt werden. Ganz oben steht dabei die strenge Ausgangssperre, die an diesem Mittwoch in Kraft tritt und zunächst bis 10. Januar gilt.

Weil Bayern den Corona-Inzidenzwert von 200 mittlerweile insgesamt überschritten hat, müssen alle Bürger zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens zu Hause bleiben. Der Aufenthalt außerhalb der Wohnung ist in dieser Zeit nur noch aus „gewichtigen und unabweisbaren Gründen“ gestattet. Dazu zählen unter anderem medizinische Notfälle, berufliche Tätigkeit, die Begleitung Sterbender oder die Betreuung hilfsbedürftiger Menschen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von mindestens 500 Euro.

Treffen an Weihnachten nur im engsten Familienkreis

Konkretisiert hat das Kabinett auch die strengeren Regelungen für die Weihnachtsfeiertage. Danach sind Treffen vom 24. bis 26. Dezember nur im engsten Familienkreis gestattet. Das heißt konkret, dass sich „alle Angehörigen des eigenen Hausstands mit höchstens vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen – zuzüglich deren Kinder im Alter bis 14 Jahren – treffen dürfen, gleichgültig, aus wie vielen Hausständen diese vier Personen kommen“. Ziel der Anordnung ist nach Aussage Söders, dass aus Weihnachtsfeiern mit der Familie keine Weihnachtspartys werden.

Die Ausgangssperre bleibt auch an den Feiertagen in Kraft. Wer mit seiner Familie feiert, müsse entweder bis 21 Uhr wieder bei sich zu Hause sein oder bei seinen Angehörigen bleiben. „Übernachten ist“, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann auf Nachfrage unserer Redaktion betont, „kein Problem“. Herrmann erläuterte, dass die Staatsregierung mit den Kirchen auch noch über die Termine von Gottesdiensten sprechen werde. Es wäre gut, wenn die Gottesdienste so geplant würden, „dass die Menschen um 21 Uhr wieder zu Hause sein könnten“, sagte er. In der Praxis würde dies bedeuten, dass etwa Christmetten vorverlegt werden müssen, da sie traditionell erst um Mitternacht, in vielen Gemeinden aber auch schon um 22 oder 23 Uhr beginnen.

Trotz Ausgangssperre: Übernachten in einem anderen Haushalt ist erlaubt

Ähnlich wie bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Sonntag dauerte es auch am Montag im bayerischen Kabinett nicht lange, bis der sieben Seiten lange, deutlich verschärfte Maßnahmenkatalog beschlossen war. Die Mitglieder der Staatsregierung hätten sich, so Söder, „noch einmütiger als in den letzten Wochen“ auf die neuen Regeln verständigt. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ( Freie Wähler), der Verschärfungen zuletzt „nur zähneknirschend“ akzeptiert hatte, bestätigt das. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen sei die Staatsregierung „jetzt gezwungen worden, weitere Maßnahmen zu ergreifen“. Er hoffe aber, dass im Januar wieder erste Öffnungen möglich sind. Söder äußert sich deutlich skeptischer: „Ich glaube noch nicht, dass am 10. Januar alles vorbei ist.“

Die Zustimmung des Landtags, der an diesem Dienstag zu einer Sondersitzung zusammentritt, gilt als sicher. Neben den Regierungsparteien CSU und Freie Wähler wollen auch die Grünen den harten Lockdown mittragen.

Alle Neuigkeiten rund um das Coronavirus lesen Sie in unserem Live-Blog.

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

15.12.2020

Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Oder im Klartext: Wenn man sich mit einer Person eines anderen Haushalts zum Saufen trifft, muss man es bis 5 Uhr morgens durchziehen. Wenn es das Gesetz so will... Kannst nix machen.

Permalink
15.12.2020

Das bedeutet 8 Stunden keinen weiteren Kontakt zu einer Drittperson... und unter Berücksichtigung eines anständigen Katars nochmals deutlich länger. ;-)

Permalink
15.12.2020

Ach das trifft sich aber blöd. Gerade im Winter bin ich so gerne zwischen 21 und 5 Uhr draußen unterwegs.
Und dann noch am 24.12. - da muss ich tatsächlich einmal in meinem Leben von meiner Normalität abweichen. Ich weiß nicht ob ich das überleben werde...

Permalink
15.12.2020

Die Ausgangsbeschtänkung ist der letzte Krampf, sowas kann nur der CSU einfallen!!

Permalink
15.12.2020

Mit der Ausgangssperre nach 21:00 Uhr will man die Treffen der vor-/weihnachtlichen Saufköppe und Alkoholiker unterbinden !

Da niemand irgendwohin laufen oder fahren darf , unterbindet man , daß sich diese Leute in ihren privaten Wohnungen treffen (die öffentlichen Örtlichkeiten dafür sind ja schon seit 4 Wochen geschlossen) .

Die Ausgangssperre gab und gibt es übrigens auch in Spanien,Italien,Österreich, GB, Teilen der USA (curfew) usw.
Und dort regiert nirgendwo die CSU .

Permalink
15.12.2020

Ja, am besten eine ganztägige Ausgangssperre über Wochen und geschlossene Grenzen. So hat China den Virus in den Griff bekommen.

Permalink
15.12.2020

Ich weiß zwar nicht welchen Umgang Sie so haben oder welche Leute Sie kennen, aber Saufköpfe und Alkoholiker lassen sich auch von einer Ausgangssperre nicht aussperren. Im übrigen kenne ich keine Statistik, daß von denen eine besondere Gefahr ausgeht.

Permalink
15.12.2020

Deshalb ganztätige Ausgangssperre und Grenzen schließen. So hat die VR China den Virus in den Griff bekommen .... ;-)
Private Treffen sind nunmal der Hotspot Nr. 1. Diese finden aktuell in geschlossenen Räumen und Hygienekonzept und andere Maßnahmen statt. Nicht wie im Sommer im Freien statt. Im ÖPNV und Supermärkte dürfte im Schnitt nicht viel mehr los sein wie im Sommer.
Beim Geschenkeverteilen müssen alle eng aufeinander sitzen ... wieso eigentlich? Heutzutage hat man Telefon, Sykpe und x-andere Komunikationsmöglichkeiten. Ja, es ist nicht dasselbe aber besser wie gar nichts.
An Heilig Abend die 80-jährige Oma am Tisch und an Heilig Drei König kann man dann aus dem Weihnachtsbaum gleich noch nen Kranz binden, weil der Kleine unbemerkt Corona von der Kita mitgebracht hat.
Wenn man an Heilig Abend die Ausgangssperre aussetzen würde, kann man die gleich komplett streichen ... und am besten die Intensivstationen auch gleich zu machen. Das Personal dort hat mal einen Verschnaufpause verdient und möchte bestimmt auch ein ruhiges Weihnachten mit seiner Familien erleben ....

Permalink
15.12.2020

@ Stefan H.

Herzlichen Dank,
Sie sprechen mir mit jedem Wort aus dem Herzen. Jetzt jammern, aber vorher nichts tun usw. !
Als wäre es vor vier Wochen nicht absehbar gewesen dass es wohl nicht beim Lockdown light bleiben wird. Nicht umsonst haben Politiker schon damals gefordert die Arbeitgeber mögen wenn möglich Betriebsferien machen.

Permalink
15.12.2020

Warum am Heiligen Abend? Wenn meine Mutter 80, meine Kinder, bei uns von Nachmittag 16:00 bis 20:30 Uhr sind, ist es ungefährlich? Ab 21 Uhr wird es dann problematisch?!?! Wer soll das verstehen. Wenigsten Weihnachten hätte man auf die Ausgangssperre verzichten können.

Permalink
15.12.2020

Fahren Sie Nachts auch immer schneller weil die Straßen leer sind, fahren Sie auch bei ROT über die Ampel weil eh kein Verkehr ist?

Fakt ist - es ist jetzt so und gut ist. Was soll dieses ständige Gejammere? Wenn sich im Vorfeld mehr Menschen daran gehalten hätten, hätten wir jetzt eine andere Situation....

Permalink
14.12.2020

Ich hoffe, die Politiker halten sich auch selber daran!!!

Permalink
15.12.2020

Wenn jeder mal anfangen würde, nicht nur mit den Finger auf andere zu zeigen, sondern einfach mit gutem Beispiel vorangehen würde, dass hätten wir viele Einschränkungen nicht gehabt. Aber es ist ja viel einfacher immer nur auf andere zu zeigen - der angeblich mündige Bürger wird zum kleinen, trotzigen Kind, dass lieber mit den Füßen stampft...Dabei wäre es doch so einfach gewesen...

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren