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Natur
05.08.2017

Wo Fische über Treppen steigen

An fünf Iller-Staustufen werden die Tiere mit blauen Punkten markiert. Das Forschungsprojekt zeigt bereits nach einem Jahr, dass sie die aufwendig gebauten Fischtreppen annehmen. Warum das wichtig für andere Flüsse ist

Kaum zu glauben: Der Huchen in der Reuse bei der Iller-Staustufe Legau war 1,18 Meter lang. Gewässerbiologe Tobias Epple, der seine Doktorarbeit über das Monitoring an dem Fluss zwischen Altusried im Oberallgäu und Lautrach im Unterallgäu schreibt, ist begeistert. Dort haben die Bayerischen Elektrizitätswerke (BEW) fünf aufwendige und mäandrierende Fischtreppen mit Zählbecken gebaut. Die Fachleute wollen wissen, ob die Fische die Bauwerke als Wanderhilfen und Lebensraum annehmen. Denn es gibt kaum systematische Untersuchungen dazu.

Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz des auf drei Jahre angelegten Pilotprojekts im Rahmen der „Iller-Strategie 2020“. Im vergangenen Sommer waren die ersten Fische mit einem blauen Punkt markiert worden. Mit einer Impfpistole, die auch bei Menschen eingesetzt wird, wurde er ihnen unter die Unterhaut verpasst. Ohne Nadel und völlig schmerzfrei mit Luftdruck.

Die wandernden Fische landen über eine Reuse im Zählbecken. Kontrolliert wurde bis Dezember jeden zweiten Tag, jetzt jeden Tag. Das machen vor allem die örtlichen Fischer, die eine spezielle Ausbildung im Schwäbischen Fischereihof in Salgen (Unterallgäu) absolviert haben. Insgesamt wurden im ersten Untersuchungsjahr 10000 Fische gefangen und davon 1278 über 20 Zentimeter Größe markiert. 28 typische Iller-Arten wie Barbe und Bachforelle sind in den zwei auf sechs Meter großen Zählbecken nachgewiesen. Äschen waren es 1069, Aitel 1113 und 4360 Lauben. Aber es sind auch Exoten dabei wie Güster und Bitterling. Sogar ein Sonnenbarsch wurde registriert.

123 Fische wurden in einem Zählbecken flussaufwärts wieder gefangen. Das sind neun Prozent, erwartet waren zwei bis drei Prozent. Oliver Born, Fischereifachberater des Bezirks Schwaben, ist von dem Ergebnis fasziniert. „Manche haben schon drei Punkte.“ In einer Woche passierte ein Flussbarsch die Treppen zwischen Legau und Altusried. Das sind 15 Kilometer. Born geht davon aus, dass bald unterhalb von Kempten Fische gefangen werden. Es gibt auch welche, die – nachweislich ihres blauen Punktes – hochgewandert und dann durch Hochwasser über die Wehre flussabwärts verdriftet wurden.

Interessant ist die Barbe. Epple ist an der Iller aufgewachsen. Seit 15 Jahren hat er immer wieder gehört, dass die Barbe so gut wie ausgestorben ist. „Ich hätte die Hand ins Feuer gelegt, dass es keine mehr gibt.“ Und nun dieses Ergebnis: 46 Fische sind über zwei Staustufen gewandert, zehn über drei. Huchen waren es insgesamt acht.

Und nun eine andere Überraschung: Fünf Huchen-Paare haben in der Wanderhilfe abgelaicht – in jedem Becken eins. Es waren durchwegs Meterfische, sagt Born. Dazu kamen am selben Tag Barben, die auf 50 Metern ihre Eier an die Kiesel geheftet haben. Es war ein Experiment, aber jetzt ist klar: Die Wanderhilfen sind ein vollwertiges Habitat für Wasserlebewesen, freut sich Ralf Klocke, Wasserbau bei BEW. Die Huchen kamen nicht nur zum Laichen, sondern kehrten über die Fischtreppe in die Iller zurück.

„Die Investition in die großen Umgehungsbäche hat sich gelohnt“, sagt Klocke. Immerhin geht es um mehrere Millionen. Die Ergebnisse seien wegweisend für andere Flussabschnitte in Donau und Iller. Denn nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie muss der gute ökologische Zustand bis 2027 hergestellt werden. Die Durchgängigkeit für Fische und andere Wasserlebewesen ist die Voraussetzung. Ein ehrgeiziger Zeitplan, den Deutschland wohl nicht erfüllen kann, so die Experten.

Es wird nun eine weitere Großuntersuchung an der Iller geben – von der Mündung in die Donau bis nach Oberstdorf. Denn es hat sich gezeigt, dass es auch außerhalb der Pilotstrecke große Defizite gibt. Beteiligt sind unter Federführung der Regierung von Schwaben das Landesamt für Umwelt, die Wasserwirtschaftsämter und die Fischereifachberatung, sagt Born.

Zum Beispiel stellt sich die Frage, warum der Fischbestand im „Seifener Becken“ bei Immenstadt (Oberallgäu) „noch nicht gut ist“ – obwohl dort ungeheuer viel Geld in die Gewässerstruktur der Iller investiert wurde. „Bis hierher konnten die Fische mit dem blauen Punkt noch nicht wandern, so fehlen in der oberen Iller typische Arten wie Nase und Barbe“, sagt Born. Es liegt nahe, dass es große Defizite im Umfeld gibt. Das zeigt auch die Zahl der Fische, die in der untersten Wanderhilfe in Lautrach aufgestiegen sind. Es sind wenige. „Der Stauraum unterhalb bei Aitrach ist nicht optimal.“ "Kommentar

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