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09.06.2017

Neue Details zum Amoklauf

Münchner Attentäter ein Rechtsextremer?

Offiziell sind die Ermittlungen zum Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum seit März abgeschlossen. Man kam zu dem Schluss, dass der Täter David S. gemobbt worden war und daher im Juli 2016 neun Menschen und sich selbst tötete. Doch die Grünen im Landtag wollen sich damit nicht zufriedengeben. Sie sehe „deutliche Hinweise auf ein rechtsextremes Motiv“, sagte die Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze gestern in München. Sie stützt sich auf bislang unbekannte Ermittlungsergebnisse.

So zitiert das bayerische Innenministerium in seiner Antwort auf eine Anfrage Schulzes eine Zeugenaussage aus dem familiären Umfeld von David S. Demnach sei er „sehr stolz auf seine persischen Wurzeln gewesen“. Er sei davon ausgegangen, „dass der Ursprung der Arier in Persien gewesen sei“. Zudem gibt das Ministerium erstmals Einblick in das „Manifest“, das die Ermittler auf der Festplatte des Täters sichergestellt hatten. In dem zweiseitigen Text schreibe David S. von „ausländischen Untermenschen“, die er exekutieren werde.

Die Grünen möchten den Amoklauf nun erneut auf die politische Agenda heben. Schulze fordert, dass der Radikalisierungsverlauf des Amokläufers erforscht wird. Das Innenministerium bekräftigt jedoch, dass „nicht eine ideologische, also politische Motivation“ tatauslösend gewesen sei, sondern „jahrelanges Mobbing“. Mit der Zeit habe David S. seinen Hass auf Personen projiziert, die den „Mobbern in Alter, Herkunft, Aussehen und Lebensstil“ ähnelten. (ben)

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