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Schwaben

09.06.2020

Neuer Bußgeldkatalog: Zahl der Fahrverbote steigt drastisch an

Temposünder werden jetzt deutlich härter bestraft.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Im Mai verloren 835 Temposünder in Schwaben ihre Fahrerlaubnis, obwohl weniger als sonst kontrolliert wurde. Das liegt vor allem an den neuen Strafen.

Die Zahl der Fahrverbote wegen zu schnellen Fahrens ist in den vergangenen Wochen in Schwaben drastisch gestiegen. Wie die beiden Polizeipräsidien in Augsburg und Kempten auf Anfrage berichteten, verloren im Zeitraum 28. April bis 28. Mai insgesamt 835 Autofahrerinnen und Autofahrer in der Region wegen Tempo-Verstößen ihren Führerschein. Das sind gut vier Mal mehr als im Vorjahreszeitraum.

Grund für den Anstieg ist der neue Bußgeldkatalog, der am 28. April in Kraft trat. Er sieht vor, dass Temposünder deutlich früher als bisher ihre Fahrerlaubnis verlieren. Ein einmonatiges Fahrverbot wird jetzt schon verhängt, wenn man innerhalb geschlossener Ortschaften die Höchstgeschwindigkeit um 21 Stundenkilometer überschreitet. Außerorts ist der Schein bei 26 Stundenkilometern Überschreitung weg. Bisher drohte der Führerscheinentzug erst, wenn man innerorts 31 Stundenkilometer, oder außerorts 41 Stundenkilometer zu schnell unterwegs ist.

Im Mai 2020 mussten in der Region 835 Autofahrer ihren Führerschein abgeben

Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg, wenn man die Zahl der verhängten Fahrverbote ins Verhältnis zu den Gesamtfällen setzt.

2018 wurden im Zeitraum 28. April bis 28. Mai in Schwaben 15.051 Temposünder ertappt. 359 von ihnen verloren den Führerschein, also rund jeder Vierzigste.

Ähnlich war das Verhältnis 2019, als im Vergleichzeitraum 12.633 Raser ertappt, und davon in 198 Fällen Fahrverbote verhängt wurden, was einem Anteil von rund 1,6 Prozent entspricht.

Im Mai diesen Jahres gab es coronabedingt weniger Tempokontrollen, dafür aber 16.057 Schnellfahrer – von denen am Ende 835 den Führerschein abgeben mussten. Rund 5,2 Prozent.

 

Ob der starke Anstieg ein schwäbisches Phänomen ist, mag man beim für Bayern zuständigen Polizeiverwaltungsamt in Straubing nicht beurteilen. Auch eine bayernweite Steigerung der verhängten Fahrverbote könne man – noch – nicht belegen. „Die Zahlen kommen immer erst mit einem zeitlichen Versatz bei uns an, daher sind belastende Aussagen erst in einigen Wochen möglich“, sagt Sprecher Alexander Lorenz.

Neuer Bußgeldkatalog - Verkehrsminister Scheuer will härtere Strafen wieder abschaffen

Tatsache ist, dass die Verschärfung des Bußgeldkatalogs durchaus umstritten ist. So bezeichnete Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die Senkung der Grenze für ein Fahrverbot kürzlich selbst als „unverhältnismäßig“ und kündigte an, den neuen Bußgeldkatalog in diesem Punkt gleich wieder auf den Prüfstand zu stellen. Ähnlich äußerte sich Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (beide CSU). Auf Nachfrage unserer Redaktion hieß es am Dienstag aus dem Bundesverkehrsministerium, man arbeite derzeit an einer Änderung und „ist bereits auf die Bundesländer zugegangen, um deren für die Umsetzung notwendige Zustimmung zu erhalten.“

Unterstützung für diesen Vorstoß kommt vom ADAC. „Die Novelle der Straßenverkehrsordnung schießt bei der Sanktionierung von Tempoverstößen über das Ziel hinaus“, sagte ein ADAC-Sprecher in München gegenüber unserer Redaktion. Die bisherige Unterscheidung in leichte, mittelschwere und grobe Verkehrsverstöße habe sich in Deutschland seit Jahrzehnten bewährt, „diese Differenzierung fällt mit der Neuregelung weg“. Der Club forderte „schnelles Handeln, um baldmöglichst Rechtssicherheit für Autofahrer herzustellen.“

Fahrverbot: Lohnt es sich Einspruch einzulegen?

Sollten Temposünder, die in den vergangenen Wochen ihren Führerschein verloren, also Einspruch einlegen und darauf hoffen, dass die Straßenverkehrsordnung schon bald wieder geändert wird? So weit will der ADAC nicht gehen. Ein Einspruch wäre vor allem sinnvoll, wenn klar ist, wann eine „Reform der Reform“ umgesetzt wird. Dann könnten Autofahrer möglicherweise von einer milderen Buße profitieren. Das sei momentan aber noch nicht absehbar.

Geht es nach den Grünen, soll ohnehin alles so bleiben, wie es ist. „Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich nun einmal wegen überhöhter Geschwindigkeit“, sagt Thomas Gehring aus Gunzesried (Oberallgäu), Landtagsabgeordneter der Grünen und II. Vizepräsident des bayerischen Landtages. Für ein schnelles Zurückdrehen der Reform hätte Gehring kein Verständnis. „Wir sollten jetzt erst einmal in Ruhe prüfen, welche Auswirkungen der neue Bußgeldkatalog tatsächlich hat.“ Ein Jahr hält Gehring für einen sinnvollen Zeitraum.

Auch die Polizei in Schwaben Nord setzt einen Blitzer-Anhänger ein.

Bis dahin dürften in Schwaben noch jede Menge schneller Autofahrer ihren Führerschein verlieren. Darauf deutet auch ein Test aus dem Bereich Neu-Ulm/Elchingen hin, für den ebenfalls das Polizeipräsidium in Kempten zuständig ist. Dort stellte die Verkehrspolizei im Mai einen speziellen Anhänger für Tempokontrollen an unfallträchtigen Straßenabschnitten ab. Bilanz: Binnen zweieinhalb Wochen dokumentierte der „Enforcement Trailer“ 2311 zu schnelle Autofahrer. 667 von ihnen – gut jeder vierte – wird nun den Führerschein verlieren. Und bei diesem Test soll es nicht bleiben. „Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West hat die dauerhafte Anschaffung eines solchen Enforcement Trailers beschlossen“, berichtete Sprecher Thomas Hodruss. Nur wann der Anhänger kommt, sei noch nicht klar.

Auch das Präsidium Schwaben Nord in Augsburg hat seit diesem Jahr einen solchen Blitzeranhänger. Wie „erfolgreich“ der ist, zeigen die Zahlen. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres wurden 2020 im Bereich des Präsidiums nicht einmal halb so viele Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, dabei aber beinahe doppelt so viele Raser erwischt.

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10.06.2020

Die wichtigste Änderung am neuen Bußgeldkatalog ist zugleich diejenige, die am unzureichendsten ist:
"Nutzung eines Mobil- oder Autotelefons ohne Freisprecheinrichtung als Kraftfahrer bei laufendem Motor: 100 Euro Bußgeld, 1 Punkt"
Ich bin jeden Tag auf den Straßen unterwegs. Die Handynutzung ist eine Katastrophe, insbesondere seit es WhatsApp oder Facebook gibt. Seitdem telefonieren die Leute nicht mehr sondern SCHREIBEN während dem Fahren.
Hier gehört ein sofortiges 4-wöchiges Fahrverbot verhängt. Vor Geldstrafen haben die jungen Handynutzer keine Angst!

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10.06.2020

Was für eine sinnbefreite Diskussion. Die Beschilderung definiert eine zulässige Höchstgeschwindigkeit. Wenn 50 drauf steht meint das 50, nicht 55, nicht 60 oder 70. Überschreitet man diese Geschwindigkeit, egal ob absichtlich oder fahrlässig, weil unaufmerksam, hat dies Konsequenzen. Im einen Fall droht ein Bußgeld, im anderen Fall hat man schlechtestenfalls ein Kind überfahren, das man bei Einhaltung der ZULÄSSIGEN Höchstgeschwindigkeit nicht überfahren hätte.
Wenn es einen nun erwischt und man muss 1. Monat zu Fuß gehen hat das bestenfalls zur Konsequenz das man hinkünftig aufmerksamer fährt. Schlechtenfalls müssen sie damit leben ein Kind totgefahren zu haben, weil sie unaufmerksam oder absichtlich zu schnell waren.
Der Lerneffekt eines Fahrverbots ist definitiv höher als ein Bußgeld - egal wie hoch oder niedrig dies ist.

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10.06.2020

Die Diskussion ist natürlich sinnbefreit, sehr schön dazu Ihre Anmerkung mit den Limits. Das verstehen sehr viele nicht. Das entsprechende Schild oder allgemeine Regelung innerorts besagt die zulässige maximale Höchstgeschwindigkeit. Nicht mindestens xx sondern höchsten xx km/h. Im Internet frei verfügbar sind Bremswegrechner. Selbst die Reaktions- und Ansprechzeit weggelassen kommt man auf folgende Bremsweg-Werte:
30 km/h: 9m
40 km/h: 16m
51 km/h: 26m
60 km/h: 36m
71 km/h: 50m

51 und 71 deshalb weil Schwellenwerte zum Fahrverbot bei 30 und 50. Ich denke, da die Zahlen sind dann selbsterklärend.

Es wird auch gleich der übliche Vorwurf kommen, man unterwerfe sich sklavisch jeglicher Anordnung, Bürgerrechte, willkürliche Behördenanordnungen bla bla bla. Aber das ist typisch in solchen Diskussionen. Mit notorischen (!) Schnellfahrern darüber zu reden ist wie mit einem Alkoholiker über Saufen zu sprechen. Er weiß dass er säuft und dass das nicht gut ist, aber er will es nicht gesagt kriegen.

Es ist auch klar, dass vermutlich keiner oder die wenigsten Autofahrer sich dauernd, ständig und immer an Begrenzungen halten, da nehme ich mich keineswegs aus. Ich stehe im Falle des Falles aber auch dazu anstatt den Fehler bei anderen zu suchen. Denn im Normalfall ist einem halbwegs bewusst fahrenden unabgelenkten Fahrer völlig klar, wie schnell er fährt und wie schnell er fahren dürfte. Die Zahlen aus dem Artikel sind sicher nicht alles ortsfremde Hamburger die nachts an einem eingewachsenem Schild in 5m höher ahnungslos in ein Stadtgebiet gefahren sind...

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10.06.2020

Ihr Kommentar und auch die Anmerkungen von Rainer O. sind sehr gut.
Die Realität in Deutschland ist halt nun mal so, dass fast alle schneller fahren als erlaubt. In vielen anderen Ländern fahren die meisten etwas langsamer als erlaubt, da halt die Strafen dort entsprechend hoch sind.
Nun müssen wir Deutsche uns auch angewöhnen die Geschwindigkeitsbegrenzung zu beachten. So was ist ein schmerzhafter Umlernprozess. Nach ein paar Jahren haben sich alle normalen Menschen daran gewöhnt und alles ist gut.

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10.06.2020

Meinte Anmerkung von Stefan K.

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10.06.2020

>> Wenn Sie Schilder übersehen, dann übersehen Sie auch Kinder und andere Verkehrsteilnehmer. <<

Das ist Unsinn; im Spiegel gab es dazu einen guten Kommentar:

https://www.spiegel.de/auto/strassenverkehrsordnung-andreas-scheuers-rueckfall-in-die-raserei-a-299e55d6-63ce-4b65-8ae3-42b8fcf387b7

>> Das ist ein Punkt. Ein Verkehrsschild wird in einer reizstarken Umgebung schnell übersehen. Auch wenn es einen roten Rand hat. Die Konsequenz sollte aber nicht sein, die härteren Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen zurückzunehmen, sondern Tempo-30-Zonen besser sichtbar zu machen.

Etwa mit andersfarbigen Markierungen der Fahrbahn. Bisher nutzen wir neben den weißen nur gelbe Striche, um kurzzeitig geänderte Verkehrsführungen bei Bauarbeiten sichtbar zu machen. Grüne oder blaue Farben in Tempo-30-Zonen würden gut auffallen - und überfordern Autofahrer auch nicht. In den USA wird schon lange mit drei Farben auf Fahrbahnen markiert. <<

Ja und der genannte rote Rand unserer Verkehrsschilder wird halt auch durch UV Strahlung jeden Tag etwas schwächer.

Auch schwierig sind vielfache Tempo 30 <> 50 Wechsel in der Stadt, ohne dass sich die Struktur der Straße wirklich verändern würde. Da wäre konsequent 30 mit gesetztem Limiter wesentlich entspannter.

Beispiel Zulaufabschnitte um den Pferseer Tunnel sind Tempo 50 - warum eigentlich? Ich sehe die nicht gefährlicher oder ungefährlicher als direkt im Tunnel.

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10.06.2020

In diesem Punkt stimme ich Ihnen mal vollkommen zu. Wichtig ist doch, dass dort wo eine Begrenzung besteht, diese auch wahrgenommen wird. Dass man den, der's übersieht härtest abstraft ist doch nicht zielführend. Vllt. kam er dort nur einmal in seinem Leben vorbei... Oberste Priorität hat das Vermeiden von Unfällen und ergo muss man alles tun, dass der Verkehrsteilnehmer entsprechend informiert ist und mitbekommt, dass er jetzt langsamer fahren soll. Und ja, besser innerorts generell 30 und nur auf Hauptverkehrsstraßen ausgewiesene höhere Geschwindigkeiten, da weiß man woran man ist.

Am Besten sind aber Leute wie Stefan K., die sich brüsten, durchaus mal 80 km/h zu fahren, wo nur 60 erlaubt sind, nur das ganz bewusst und dann dazu stehen. Meine Güte. DIESE nehmen bewusst ein höheres Unfallrisiko in Kauf und zucken die Schultern, wenn sie geblitzt den Führerschein abgebgen müssen - ach halt nein, tun sie ja nicht, sie fahren ja haarscharf nur so viel zu viel, dass das nicht geschieht.

Aber diejenigen, die versuchen sich stets an die Regeln zu halten, die in seinen Augen also unfähigen Verkehrsteilnehmer, wenn das mal misslingt, die sollen den Lappen ruhig abgeben. Bei soviel Unverfrorenheit bleibt mir echt nur Kopfschütteln.

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10.06.2020

Sie haben insofern recht Herr K. als das Beispiel mit dem Hamburger auf der B17 schlecht gewählt war. Nur glauben Sie mir: Im feindlichen niedersächsischen Ausland ist das nicht unbedingt so, dass da ein 50er Schild mit dabei ist. Ist im Grunde aber auch egal. Ein Schild kann man mal übersehen und die Überschreitung auf einer Kraftfahrstraße aufgrund der Tatsache 'innerorts' genau so zu behandeln wie die in einer belebten Geschäftsstraße oder gar gar 30er Zone widerspricht einfach dem geltenden Rechtsgrundsatz, Gleich gleich und Ungleiches ungleich zu bewerten.

Und Alkoholdelikte und mangelnder Abstand haben mit einer nicht realisierten Geschwindigkeitsbegrenzung nun rein gar nichts gemein.

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09.06.2020

Wer innerorts mit 50 km/h fährt ist ein Verkehrshindernis. Normal ist statt 50 km/h mit 65 km/h zu fahren. Nun kommen erstmals etwas höher Strafen auf uns Autofahrer zu. Da müssen sich alle darauf einstellen. Dann klappt das auch mit den neuen Regeln.

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10.06.2020

Mit der den ersten zwei Sätzen bei einer MPU bekommen Sie als Antwort "Danke, wir melden uns."

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09.06.2020

Absolut korrekt. Die Zahlen sagen bereits alles. Die Regionalklasse für Augsburg übrigens auch.
Aber Scheuer´s Andi knickt ein wie Grashalm vor der ADAC-Lobby. Zur Erinnerung für Herrn Scheuer: 21 zu schnell sind kein Versehen. Abzüglich Toleranz bei der Messung sowie dem Umstand dass Tachometer nicht weniger anzeigen dürfen ( und daher immer eher vorgehen) stehen bei 21 zu schnell eher 25 bis fast 30 über dem Erlaubten auf dem Tacho. In einer 30er-Zone also 55 bis 60, innerorts 75 bis 80 km/h. Wer sich da noch auf ein Versehen rausreden will, eine schrägstehende Sonne oder andere der üblichen Ausreden, der muss sich fragen lassen, ob er dann körperlich in der Lage ist ein KFZ zu führen wenn er Schilder und reflektierende Anhänger mit der großen Aufschrift "POLIZEI Geschwindigkeitskontrolle" übersieht. Wer dieses Ding übersieht und geblitzt wird, der übersieht auch ein Kinder, Fussgänger und Radfahrer.

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09.06.2020

Sehr treffend, da stimme ich voll zu.

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09.06.2020

Nun sind 75 km/h in der Stunde, wenn die Höchstgeschwindigkeit 70 km/h war aber nicht wirklich stark überhöht. Und wenn dann in fremder Umgebung ein Ortsschild übersehen wird, ist man auf einer autobahnähnlich ausgebauten Straße mit Leitplanken fern von Radfahrern und Fußgängern wirklich kein derartiger Verkehrsrowdy, dass einem beim ersten Mal der Führerschein entzogen gehört. Die Umstände sind unterschiedlich - die Strafen daran nicht entsprechend angepasst.

Ich gönn Ihnen das mal. Aus Schaden wird man bekanntlich verständnisvoller.

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10.06.2020

Wenn die Höchstgeschwindigkeit 70 ist und Sie fahren 75, dann passiert Ihnen auch herzlich wenig. Innerorts ist üblicherweise 50, falls Sie das verwechselt haben. Damit Ihnen bei erlaubten 70 etwas passiert, müssen 91 km/h auf dem Zettel stehen. Abzüglich Messtoleranz und Tachovoreilung sind Sie also eher 95 bis 100 gefahren.

Wenn Sie Schilder übersehen, dann übersehen Sie auch Kinder und andere Verkehrsteilnehmer. Man sollte meinen, gerade in fremder Umgebung wäre der gute und stets aufmerksame Fahrer (wofür sich die meisten halten) besonders aufmerksam, wenn er sich schon nicht auskennt.

Erfahrungsgemäß werden in Augsburg Geschwindigkeitsbeschränkungen regelmäßig bestenfalls als freundliche Empfehlungen wahrgenommen die allenfalls für andere gelten (wenn sie durch die eigene Straße fahren).
Auf der B17 im Stadtgebiet stellt man selbst für LKW bei gefahrenen 80 und erlaubten 60 ein Verkehrshindernis dar und wird auf 3m bedrängt. Oder mal an die Rennstrecke für Aichacher Kennzeichen hinstellen (Augsburg-Ost -> MAN). Interessant zu beobachten. Von der sog. Aumüller-Brücke beim Zubringer Augsburg-Ost kann man manchmal einen Blitzer beobachten. Da steht dann ein Auto/Anhänger wo eigentlich keiner stehen kann, selbst das irritiert keinen Fahrer. Die Kinder freuen sich beim Zuschauen über Disco am Straßenrand. Blitzblitzblitzblitzblitzblitzblitz...

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10.06.2020

Ich mag im Dunkeln in fremder Umgebung auf vierspurigen Bundesstraßen Ortsschilder übersehen. Sie aber können nicht lesen, Herr K. ;-) Dafür gibt es allerdings kein Fahrverbot.. über Diskussionsverbot könnte man aber mal nachdenken. :-))

Also nochmal für Sie: Sie sind aus Hamburg und fahren nachts auf der B17 Richtung Landsberg in Höhe Göggingen 75 km/h bei erlaubten 70 und nehmen aus welchen Gründen auch immer nicht wahr, dass bei unveränderter Situation auf der Straße ein gelbes Ortsschild steht. Damit befinden Sie sich innerorts und damit ist ihr Führerschein futsch, obwohl sie dort gar keine Kinder und Radfahrer oder Fußgänger übersehen können. Was für ein dummer selbstgefälliger Spruch, dass wer ein Verkehrsschild übersieht, das auch mit Kindern oder anderen Verkehsteilnehmern täte. Gerade bei 30er-Zonen befinden sich die Schilder oft in unmöglicher Höhe 3,50 über der Fahrbahn ist da nicht ausgeschlossen und damit ist es ggf. je nach Situation ziemlich aus dem Gesichtsfeld. Kinder befinden sich auf dem Gehweg, können dort allerdings von Autos verdeckt werden, kann Ihnen natürlich nicht passieren. Sie sind offenbar unfehlbar.

Was Sie nicht zu verstehen scheinen oder nicht realisieren wollen ist, dass mich stört, dass absichtliches Vergehen und unabsichtliches Versehen gleich hart geahndet werden völlig unabhängig davon, ob es sich nun tatsächlich um eine Verkehrsgefährdung handelt oder nicht. Vermutlich wollen Sie jemanden der ein Schild übersieht gleich gänzlich wegen Unfähigkeit vom Verkehrsgeschehen ausschließen und deshalb wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie demnächst mal ordentlich wo reinfallen.

Ich habe jüngst erfahren dürfen, wie jemand der sich sonst als vorbildlicher Verkehrsteilnehmer sah, den Führerschein abgeben musste, wegen eines Missgeschicks, von dem er ausgeschlossen hätte, dass es ihm jemals geschehen könne.

Großsprecher werden nur aus Erfahrung geläutert.

(Schön finde ich, dass Sie in Ihrem Beitrag aber selbst einräumen, bei erlaubten 60 km/h - 80 zu fahren - wie kommt's?)

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10.06.2020

Ich glaube, Sie müssen mal die StVO lesen. Die B17 besitzt baulich getrennte Fahrtrichtungen und damit keiner denkt er wäre auf der Autobahn stehen dort Temposchilder. Daher spielt das Ortschild auf der B17 auch keine Rolle für den Hamburger sondern nur das Schild mit der Zahl 70 und dem roten Rand. Es kann ihm also mit 75 nicht wirklich etwas passieren außer vielleicht 30€ Bußgeld (bis 10km/h drüber). Allein schon beim Abfahren von der B17 muss einen Fahrer klar sein, dass etwaige vorherige Beschränkungen nicht mehr gelten. Drum stehen da in den Abfahrten ebenfalls wieder Schilder.

Wie würden Sie denn "absichtliches" und "unabsichtliches" Vergehen unterscheiden? Mit Befragen des Kandidaten?

Selbstverständlich kann man Schilder übersehen. Man sollte dann aber auch die Fähigkeit zur Selbstkritik und Einsicht haben, dass eben nicht das Schild schuld, sondern man selber. Die meisten 30er-Zonen erkennt man übrigens nicht nur am Schild sondern schlichtweg an der baulichen Situation wenn man nicht ganz hirnlos fährt. Es gibt sicher Ausnahmen, die Regel sind aber gut erkennbare Schilder für einen durchschnittlich aufmerksamen, nicht anderweitig abgelenkten Fahrer. Für die anderen dürfen Sie sich gerne an die Straßenverkehrsbehörde wenden und den Mißstand dort mitteilen.

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10.06.2020

Ich glaube, Sie irren Herr K. und kennen die StVO nicht so gut wie Sie meinen.

https://www.fahrtipps.de/frage/kraftfahrstrasse-ortschaft.php

Nein, auf Kraftfahrstraßen innerorts gilt ohne weitere Beschilderung Tempo 50 km/h. Jetzt staunen Sie gelt? Deshalb reicht es, wenn man auf einer solchen in einen Ort hineinfahrend an einem gelben Schild vorbeikommt und zack ist man 20 oder halt 25 km/h zuviel.

Ein absichtliches und ein unabsichtliches Vergehen unterscheide ich wie folgt: Wenn jemand in der Karlstraße in Augsburg 70 Stundenkilometer fährt, dann weiß er definitiv, dass er eine kräftige Geschwindigkeitüberschreitung begeht, weil kein Mensch annehmen kann, dass er dort schneller als maximal 50 fahren darf vllt. sogar nur 30.

Wenn jemand auf der Landstraße 120 oder 130 km/h fährt überschreitet er absichtlich die zulässige Höchstgeschwindigkeit, denn diese liegt, wie man in der Fahrschule lernt, bei 100 km/h - ausnahmslos.

Wenn man auf der Landstraße exakt 100 km/h fährt, da aber eine 70er Beschränkung war, ist die Sache nicht so eindeutig. Und in solchen Fällen fände ich es angemessen, um eben nicht Ungleiches gleich zu behandeln, wenn es da beim Punktesystem bliebe und nicht gleich beim ersten Mal der Führerschein weg wäre.

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10.06.2020

Zum vorbildlichen Fahrer nur noch kurz. Ich habe gelegentlich beruflich damit zu tun. Man glaub garnicht wieviel vorbildliche Fahrer da unterwegs sind und ihren Führerschein völlig unschuldig abgeben weil sie dachten, mit 18 Bier geht noch oder da wäre 100 und nicht 60 oder 15m Abstand bei 160, das passt doch. Immer zwei Seiten einer Geschichte betrachten ;-)

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10.06.2020

Lustiges Verständnis. Zeigen Sie mir die Stelle auf der B17 wo man da geblitzt wird? Mir sind die 50 auf Kraftfahrstraßen innerorts durchaus bekannt. Nur ist Ihr Beispiel einfach irrelevant weil es schlichtweg dort nicht zum Tragen kommt weil die Begrenzung in dem Fall durch das Temposchild vorgegeben wird und nicht durch das Ortschild. Können Sie auch von Augsburg Ost Richtung MAN haben. 70, dann 60 ab Neuburger Straße und ab Schillstraße 50 km/h. Limitierung durch Temposchild und nicht durch das Ortschild. Würde man ab Stadtgrenze 50 wollen, dann könnte man sich die ganzen Temposchilder bis zur MAN sparen, die liest ja eh kaum einer und der Anhänger wäre in 3 Tagen abbezahlt.

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