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Nürnberg
07.03.2019

Fünf Tote nach Wohnhausbrand: Wie kam es zu der Katastrophe?

In diesem Haus in Nürnberg ereignete sich die Katastrophe. Fünf Menschen – eine Mutter und ihre vier Kinder – starben.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Zwei Tage nach dem Feuer, bei dem eine Mutter und vier Kinder starben, werden Details bekannt. Die Ursache soll nun eine Ermittlungskommission der Polizei klären.

Nach dem verheerenden Brand in Nürnberg mit fünf Toten soll eine Ermittlungskommission der Polizei die Ursache des Feuers erforschen. Die Kommission "Sandreuth" umfasse zehn Beamte des Fachkommissariats und Brandsachverständige des Landeskriminalamts, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Alexandra Federl, am Montag. Hinweise auf Brandstiftung hätten sich nach vorläufigem Ermittlungsstand nicht ergeben. Die Obduktionsergebnisse würden für Dienstag erwartet, sagte die Sprecherin.

Bei dem Brand starben in der Nacht zu Samstag eine 34-Jährige Mutter, ein Säugling und ihre drei weiteren Kinder im Alter von vier, fünf und sieben Jahren. Die beiden 68 und 69 Jahre alten Großeltern, deren 41-jährige Tochter und ein achtjähriger Sohn überlebten die Katastrophe. Sie konnten sich selbst aus dem brennenden Haus in dem Industriegebiet im Nürnberger Stadtteil Sandreuth retten. Bis auf den Jungen konnten diese nach Polizeiangaben das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Fünf Tote bei Brand in Nürnberg: Waren Rauchmelder installiert?

Gegenstand der Brandermittlungen sei auch die Frage, ob in dem Haus Rauchwarnmelder installiert waren, sagte Polizeisprecherin Federl. Seit 2018 besteht in Bayern für Wohnungs- und Hauseigentümer die Pflicht, Schlafräume sowie Flure und Korridore, die als Fluchtwege dienen, mit den Geräten auszustatten. Bisher sei es sehr schwierig, in dem von den Flammen zerstörten Gebäude Hinweise zu finden - vieles sei bei Temperaturen von mehr als 1000 Grad bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, hatte ein Polizeisprecher am Wochenende gesagt.

Der Sprecher der Stadt Nürnberg, Siegfried Zelnhefer, sagte, das Haus befinde sich in Privatbesitz. Die Stadt habe es gemietet, um es als Obdachlosenunterkunft zu nutzen. Die Großfamilie mit Wurzeln in Serbien und dem Kosovo habe seit 2010 in dem Haus gelebt. Die Stadt habe derzeit keine Kenntnis, ob Rauchwarnmelder installiert waren. "Wann immer die Stadt von Unzulänglichkeiten in dem Haus erfahren hat, hat sie beim Eigentümer interveniert", versicherte Zelnhefer. Die Stadt versuche nun schnellstmöglich, für die überlebenden Familienmitglieder eine neue Unterkunft zu finden. 

Als erste hatten laut einem Feuerwehrsprecher der Mitarbeiter einer benachbarten Großbäckerei und ein iranischer Asylbewerber in einer gegenüberliegenden Flüchtlingsunterkunft die Feuerwehr alarmiert. Der Asylbewerber versuchte, mit Feuerlöschern in das lichterloh brennende Haus zu kommen, um die im Dachgeschoss eingeschlossenen Menschen zu retten. Doch gegen die Flammenwand kam er nicht an. (dpa)

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