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Coronavirus

21.04.2020

Öffnung im Mai: So könnte ein Friseurbesuch bald ablaufen

Anfang Mai sollen die Friseurbetriebe wieder öffnen.
Bild: Angelika Warmuth, dpa

Plus Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden gelockert und die Friseure dürfen ab 4. Mai wieder öffnen. Für Kunden könnte es einige Änderungen geben.

Michaela Wagner freut sich auf den 4. Mai. Es ist der Tag, an dem sie ihr Handwerk wieder ausüben darf. Wagner ist Friseurin, doch in den vergangenen Wochen war sie auch für andere Bereiche als das Haar zuständig, wie sie erzählt: Sie habe telefoniert, um Termine zu verschieben, ein Stück weit Seelsorge betrieben und sich von den Ängsten der Menschen erzählen lassen. Und das Pflaster vor ihrem Laden in der Maximilianstraße sei nun auch wieder sehr sauber.

Nun bereitet sich die Inhaberin des Salons "Hair Design Augsburg" auf den Tag vor, an dem sie wieder ihrem Beruf nachgehen kann. Doch wie das im Detail aussehen wird, kann sie konkret noch nicht sagen. Die Friseure sollen ein Schutzkonzept bekommen, in dem die Maßnahmen konkret festgelegt werden. "Ich hoffe, das kommt bis Ende der Woche", sagt Wagner. Je nachdem, welche Forderungen es von der Berufsgenossenschaft gebe, sei die Zeit für die Umsetzung sonst zu knapp.

 

Am Waschtisch bleibt ein Platz frei, damit der Abstand eingehalten werden kann

Eine Maskenpflicht sei logisch, dazu sei auch jeder Kunde bereit, sagt sie. Auf jedem Platz stehe Desinfektionsmittel - nur Schutzanzüge, die habe sie noch nicht bestellt, sagt Wagner lachend. Sie rechne damit, dass für einen Kunden ein Platz von 20 Quadratmetern vorhanden sei. Da ihr Laden etwa 200 Quadratmeter groß ist, sei das kein Problem, es gebe genügend Platz. Nur am Waschtisch lasse sie den Platz in der Mitte frei, um genügend Abstand zwischen den Kunden zu gewährleisten.

Ein richtigen Schichtbetrieb könnten ihre Mitarbeiter kaum leisten, für zwei Teams habe sie nicht genügend Leute. "Wir haben eine Art Schicht, dass eine Friseurin montags, mittwochs und freitags da ist, eine andere an den übrigen Tagen. So was haben wir schon, aber nicht als richtigen Schichtbetrieb", schildert Wagner.

Viele Maßnahmen gab es auch schon vor Corona

Draußen am Laden werde sie ein Schild anbringen, das den Kunden vorbereitet  - "das kennt er aber von anderen Geschäften auch." Das seien keine unbekannten Dinge, sondern Sachen wie Abstand halten oder Hände desinfizieren", so die Saloninhaberin. Sie habe auch Masken für die Kunden, auch wenn sie damit rechnet, dass die meisten eigentlich bis dahin eine besitzen dürften.

Ansonsten gebe es Maßnahmen, die es vor der Corona-Pandemie auch schon gab: Jeder Kunde bekommt einen frischen Umhang, die Geräte würden nach jedem Kunden sterilisiert. Beim Schneiden störe die Maske nicht, so Wagner. In dieser Hinsicht ändere sich gar nicht so viel.

Einige Dienstleistungen werden wohl nicht angeboten

Eines ändere sich bei ihr aber schon: "Es gibt keine kosmetischen Behandlungen. Härchen an der Oberlippe entfernen - das kann ich nicht umsetzen."

Ein fehlendes Schutzkonzept verzögert noch zusätzlich die Vergabe von Friseurterminen.
Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Auf einen solchen Service, wie beispielsweise das Machen des Make Up wird auch im Salon "Haarscharf" verzichtet, wie Marianne Wagner schildert. Ihr Mann leitet den Salon in der Augsburger Stettenstraße, sie ist für die Organisation zuständig. Auch Wagner wartet auf den Hygieneplan und ist dabei, die Schutzmaßnahmen zu planen. "Wir haben einen Vorhof vor dem Laden, da werden wir wahrscheinlich einen Tisch mit Desinfektionsmittel aufstellen", schildert Marianne Wagner. Dort sollen sich die Kunden die Hände desinfizieren, bevor sie den Laden betreten.

"Hygiene ist Teil der Berufsausbildung"

Sie hat Masken für die Mitarbeiter, aber auch die Kunden organisiert. Für die Kunden gebe es nun keine Getränke mehr. Die Friseure arbeiten im Schichtbetrieb, eine Hälfte am Vormittag, eine am Nachmittag. Dazwischen werde der Laden für eine Stunde geschlossen, um durchzulüften und alles zu desinfizieren.

Desinfektionsmittel sollte sowieso bei jedem Friseur vorhanden sein, sagt Christian Kaiser, Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks. "Hygiene ist von Haus aus schon Teil der Berufsausbildung", sagt Kaiser. Man warte nun mit Spannung auf die Fassung der Berufsgenossenschaft zu den Hygienemaßnahmen.

Diskussion um Trockenhaarschnitt

Ein Diskussionspunkt sei beispielsweise gewesen, ob nun keine Trockenhaarschnitte mehr durchgeführt werden sollen. "Bei mir im Salon gibt es aus Hygienegründen sowieso keinen Trockenhaarschnitt. Ich würde so ein Haar von Haus aus nicht behandeln", schildert Kaiser die Abläufe in seinem Münchner Salon. Doch wie die Regelungen nun im Detail aussehen, müsse man abwarten.

Für Kunden sei es nun besonders wichtig, nicht ohne Termin zu erscheinen. Außerdem gelte: "Hygienemaßnahmen, die der Friseur vorgibt, sollen eingehalten werden", sagt Kaiser. Und, ganz wichtig: "Ist einer krank, soll er bitte nicht zum Friseur gehen: Das gilt für Mitarbeiter, wie für Kunden."

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