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22.08.2018

Oma getötet: Frau gesteht Tat

27-Jährige ist in psychiatrischer Klinik untergebracht

Ein tödliches Familiendrama hat am Freitag die Bodensee-Stadt Lindau erschüttert (wir berichteten). Nun gibt es neue Details. Die 27-Jährige, die verdächtigt worden war, ihre Großmutter mit einem Messer getötet und ihre Mutter lebensgefährlich verletzt zu haben, hat die Tat nun eingeräumt. Das bestätigt Susanne Fritzsche, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 27-Jährigen Totschlag, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Die Frau ist derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. „Seitens der Staatsanwaltschaft wird ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben werden, um zu klären, ob sie zur Tatzeit schuldfähig war oder nicht“, teilt Staatsanwaltssprecherin Susanne Fritzsche mit. Erst wenn das Gutachten erstellt ist, könne eine Aussage darüber getroffen werden, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt – oder ob gegebenenfalls ein sogenanntes Sicherungsverfahren durchgeführt wird. Dabei handelt es sich um ein Strafverfahren, in dem keine Haftstrafe, sondern die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik in Betracht kommt. Voraussetzung dafür ist, dass ein normales Strafverfahren wegen der Schuldunfähigkeit oder der Verhandlungsunfähigkeit eines Täters nicht durchgeführt werden kann.

In der Wohnung in Lindau war am Freitagnachmittag offenbar ein Familienstreit eskaliert. Dabei kam die 85-jährige Großmutter der Tatverdächtigen ums Leben. Die 55-jährige Mutter hatte sich schwer verletzt in einem Zimmer in Sicherheit bringen und die Polizei benachrichtigen können. Sie befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen außer Lebensgefahr. Schon in den Tagen vor der Tat war es zwischen Mutter, Tochter und Großmutter, die alle zusammen unter einem Dach wohnten, immer wieder zum Streit gekommen.

Die Lindauer Kriminalpolizei ermittelt nun in diesem Fall. Zwar gibt es inzwischen ein Geständnis, unklar ist laut Staatsanwaltschaft aber noch immer, aus welchem Motiv die mutmaßliche Täterin gehandelt hat. (AZ, SZ)

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