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Anden

29.08.2019

Paddeln in 6400 Metern Höhe: Paar aus Region will SUP-Rekord aufstellen

Mit dem SUP-Board einsame Bergseen entdecken: Das ist die Leidenschaft von Tom Fritzmeier.
Bild: Simone Bronnhuber

Zwei Sportler aus der Region wollen in Südamerika hoch hinaus und eine Bestmarke im Stand-up-Paddle-Boarding aufstellen - dafür ist viel Vorbereitung nötig.

Der felsige, von Eis überzogene und vom Wind umtoste Gipfel des Ojos del Salado in Chile hat bereits zahlreiche einzigartige Leistungen gesehen. Autos und Fahrräder haben den höchsten aktiven Vulkan der Welt bereits erklommen. Was in dieser Höhe bisher noch nicht gesichtet wurde: ein Stand-up-Paddle-Board, kurz SUP-Board.

Sie wollen eine Bestmarke mit ihrer SUP-Tour in Chile aufstellen

Das wollen Simone Bronnhuber und Tom Fritzmeier ändern. Die beiden erklimmen mit ihren aufblasbaren Brettern aber nicht den Gipfel in Höhe von 6893 Metern, ihnen geht es vielmehr um den See zu seinen Füßen – der auf knapp 6400 Metern liegt. Hier wollen sie die „höchste SUP-Tour aller Zeiten“ erleben, sagt Bronnhuber. Insgesamt vier Wochen, den gesamten November, wird das Paar aus Aislingen im Landkreis Dillingen in Südamerika verbringen. Von La Paz in Bolivien aus geht es an den Titicacasee und dann weiter in den Süden nach Chile. Geschlafen wird in einfachen Unterkünften oder im Zelt. Den Großteil der Route erkunden die beiden zu Fuß, einen Teil aber auch mit dem Auto.

Aislingen: Für das Vorhaben muss das Paar jeden Tag trainieren

Was für viele Menschen wohl eher nach Quälerei als nach Vergnügen klingt, ist für die 31-Jährige die „Reise unseres Lebens“. Ihnen gehe es nicht um Ruhm, sondern um ein einmaliges Erlebnis. Hier können sie ihre beiden Leidenschaften verbinden: die Berge und das Paddeln. Fritzmeier ergänzt, es sei ein unglaubliches Gefühl nach einem Aufstieg noch zu paddeln. „Viele Seen sind mittlerweile so überfüllt, da suchen wir die Ruhe.“

Seit mehr als vier Monaten bereiten sich die begeisterten Outdoor-Sportler auf ihre Reise vor – was strenge Disziplin erfordert. Bronnhuber, die als Redakteurin bei unserer Zeitung arbeitet, steht „spätestens“ um sechs Uhr auf, wie sie sagt. Denn um die nötige Ausdauer für den Aufenthalt und die Anstrengung in der Höhe zu haben, braucht es sehr viel Training. Joggen, Wandern, Ganzkörpertraining im Fitnessstudio, Fahrradfahren.

Sport ist nicht alles: Die Zwei müssen sich auch auf die Höhe vorbereiten

„Ich treibe jeden Tag Sport, das kostet mich aber kaum Überwindung“, erklärt die 31-Jährige. Ihr 36 Jahre alter Freund sagt: „Simone ist wahrscheinlich fitter als ich.“ Auch Fritzmeier, ebenfalls Mitarbeiter unserer Redaktion, kann sich ein Leben ohne Sport nicht vorstellen. Der frühere Eishockeyprofi erklärt, das Paar sporne sich gegenseitig an.

Zur Vorbereitung auf ein solches Abenteuer gehören neben dem Sport viele andere Dinge. Das Pärchen hat sich frühzeitig mit Experten zusammengesetzt. Ein Mediziner beriet sie, wie man sich in der Höhe zu verhalten hat. Ein erfahrener Bergführer wird die beiden den gesamten Trip begleiten. Außerdem begleitet das Paar ein Kameramann, Fritzmeiers Cousin Daniel Kania. Was sie aus dem Material nach ihrem Abenteuer machen wollen, wissen sie noch nicht. Motive wird es genug geben: Neben dem Ojos del Salado ersteigen Bronnhuber und Fritzmeier drei weitere knapp 6000 Meter hohe Gipfel und wollen in einem erloschenen Vulkan paddeln.

Angst haben die Sportler nicht, nur Sorge, dass der See zugefroren sein könnte

Insgesamt sind sie mehr als 2500 Kilometer unterwegs. Druck verspürt keiner der beiden. Komme man einmal einen Berg nicht hoch, dann sei das eben so. „Ich hab höchstens ein bisschen Sorge vor der Kälte“, erklärt Bronnhuber. Nachts kann es in den Anden schon einmal minus 20 Grad haben. Auch Freunde und Familie sind, laut dem Paar, nach dem ersten Anfangsschock total begeistert von der Idee. Eigentlich könne nur eines wirklich schiefgehen, sagt der 36-jährige Fritzmeier: Wenn der Rekordsee zugefroren ist.

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