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Hintergrund

16.04.2015

Personal-Puzzle in der CSU: Wer folgt auf Peter Gauweiler?

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Peter Gauweiler ist von seinem Amt zurückgetreten. Foto: Patrick Seeger/Archiv
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Ende März ist der stellvertretende CSU-Vorsitzende Peter Gauweiler von seinem Amt zurückgetreten. Nun wird spekuliert, wer seine Nachfolge antreten könnte.
Bild: Patrick Seeger/Archiv (dpa)

Wer wird stellvertretender Vorsitzender der CSU? Die Partei sucht einen Nachfolger für Peter Gauweiler. Und noch ein weiterer Oberbayer steht auf der Kippe.

Was ist der Unterschied zwischen einer Hundehütte und dem stellvertretenden Parteivorsitzenden? Die Hundehütte ist für den Hund, der stellvertretende Parteivorsitzende ist für die Katz.

Horst Seehofer soll das einmal gesagt haben. Und zwar in einer Zeit, als er selbst CSU-Vize war. Doch Originalton Seehofer hin oder her: Die Positionen in der CSU-Spitze sind nach wie vor begehrt. Und da im Herbst ein neuer Parteivorstand gewählt wird, haben die Spekulationen um Namen und Posten bereits begonnen. Besonders, da Peter Gauweiler (München) sein Vize-Amt vor Ostern zurückgegeben hat.

Seehofers Stellvertreter: Zwei von vieren bleiben wohl im Amt

Bis zum Frühsommer will Seehofer sein Tableau für die vierköpfige Stellvertreter-Riege und die „Zukunftsmannschaft“ präsentieren – rechtzeitig vor Beginn der CSU-Bezirksparteitage am 13. Juni. Nach Gauweilers Rücktritt ist zumindest ein Posten neu zu besetzen. Allerdings wird in CSU-Kreisen damit gerechnet, dass Seehofer auch an seinem bisherigen Vize Peter Ramsauer (Oberbayern) kaum festhalten wird.

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Seit er den früheren Bundesverkehrsminister nicht mehr fürs Bundeskabinett vorgeschlagen hat, gilt das Verhältnis zwischen Seehofer und Ramsauer als zerrüttet. Gute Chancen, im Amt zu bleiben, haben dagegen Landtagspräsidentin Barbara Stamm (Unterfranken) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (Mittelfranken). „Barbara Stamm wird sich bitten lassen, weiterzumachen“, hieß es aus CSU-Reihen. Und Schmidt sei nicht nur Franke, sondern auch evangelisch.

Stellvertreter-Riege: Rückt ein Schwabe auf?

Die Schwaben hatten ihren Platz in der Stellvertreter-Riege bei den Vorstandswahlen 2013 nicht zuletzt auf Drängen Seehofers geräumt, der den Europa-Kritiker Gauweiler damals in der Führungsmannschaft haben wollte. Beate Merk (Neu-Ulm) musste weichen. In der schwäbischen CSU gibt es inzwischen Stimmen, die den Posten – schon aus Proporzgründen – wieder für den eigenen Bezirksverband reklamieren.

Schwabens CSU-Chef Markus Ferber hält sich mit entsprechenden Forderungen jedoch zurück. Noch. „Wir haben die Position für Gauweiler freigemacht. Über alles andere müssen wir nun in Ruhe und Gelassenheit in den Gremien reden“, sagt der Europaabgeordnete.

Doch längst wird ein Name genannt, den sich nicht wenige in vorderster CSU-Reihe vorstellen können: Gerd Müller (Kempten), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der 59-jährige Allgäuer selbst schweigt zu den Spekulationen, und auch Ferber will sich „zur Stunde“ nicht äußern. Ferber, 50, sagt nur, selbst keine Ambitionen zu haben und am 13. Juli wieder für das Amt des schwäbischen Bezirksvorsitzenden zu kandidieren. Im CSU-Präsidium sind die Schwaben bisher mit Angelika Schorer (Kaufbeuren) als Schatzmeisterin und Alfred Sauter (Ichenhausen, Kreis Günzburg) als Vorsitzendem der Finanzkommission vertreten.

Alles offen: Kandidaten auch aus Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz

Als potenzielle Nachfolger für Gauweiler und womöglich auch Ramsauer werden CSU-intern vor allem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und die Vorsitzende der Frauen-Union, Angelika Niebler, gehandelt. Beide kommen aus Oberbayern. Finanzminister Markus Söder hat Niebler, die auch die CSU-Gruppe im Europaparlament führt, schon mal vorgeschlagen.

Allerdings, so heißt es in CSU-Kreisen, müsse man auch den EVP-Vorsitzenden in Brüssel und niederbayerischen CSU-Chef Manfred Weber „auf der Rechnung haben“. Und nicht zuletzt könnte die Oberpfalz Ansprüche auf ein Führungsamt anmelden. Albert Füracker (Parsberg) mache als Finanz-Staatssekretär gute Arbeit und dürfe „nicht unterschätzt werden“.

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