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Schule

29.01.2020

Philologenverband fürchtet Lehrermangel an Gymnasien

Der Lehrermangel trifft die Schulen immer deutlicher.
Foto: Seidel, dpa

Um den Lehrermangel an Grund- und Mittelschulen zu bekämpfen, ordnet das Ministerium Mehrarbeit an. Bevor die Maßnahmen greifen, warnt der Philologenverband vor dem nächsten Engpass.

Nach den gravierenden Engpässen an Grund- und Mittelschulen fürchtet der bayerische Philologenverband (bpv) auch an den Gymnasien einen kräftigen Lehrermangel. Mit Blick auf aktuelle Zahlen sagt bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl: "Der Schweinezyklus ist wieder da." Aufgrund schlechter Einstellungschancen in den vergangenen Jahren gebe es nun zu wenige Studenten und Referendare. "In fünf Jahren brauchen wir aber allein für das neue G9 rund 1500 Lehrkräfte zusätzlich."

Zahl der Lehramt-Studenten rückläufig

Nach bpv-Zahlen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, bekamen zum neuen Halbjahr zwar mit 200 etwas mehr Absolventen eine Planstelle als in den Vorjahren. Jedoch hätten heuer nur rund 530 Nachwuchskräfte ihr Referendariat abgeschlossen - nach knapp 630 im Jahr 2019 und gut 710 im Jahr 2018. Auch die Zahl der Studenten sei rückläufig: Gab es 2012, zum Beginn der Phase schlechter Jobchancen am Gymnasium, bayernweit noch über 18.500 Studierende für das Lehramt an Gymnasien, so waren es 2017 nur noch knapp 13.000. 

"Immer noch ist kein vorausschauendes Konzept zu erkennen. Dabei verliert der Staat knapp die Hälfte aller Absolventen in diesem Einstellungszyklus, und später werden uns diese Lehrer dann fehlen", klagt auch Quirin Borchert, der Vorsitzende der Referendar- und Jungphilologenvertretung. Der bpv fordert, die integrierten und mobilen Lehrerreserven an den Gymnasien auszubauen und vorausschauend einzustellen. "Wenn wir jetzt jedes Jahr 250 zusätzliche Lehrkräfte einstellen, binden wir die jungen Kolleginnen und Kollegen an den Freistaat und haben 2025 kein Problem mit dem Lehrermangel", betont Schwägerl.

Kampf gegen Lehrermangel: Grundschullehrer sollen mehr unterrichten

Für großen Aufruhr unter den bayerischen Lehrern hatten die jüngst angekündigten Maßnahmen für Grund- und Mittelschullehrer gesorgt. Um den Lehrermangel aufzufangen, sollen Grundschullehrer ab September vorübergehend eine Stunde mehr unterrichten, die später ausgeglichen wird. Viele Teilzeitler müssen aufstocken, ein vorgezogener Ruhestand wird erst mit 65 Jahren genehmigt, und Sabbatjahre sind gestrichen.

Lesen Sie dazu auch: Lehrer mit psychischen Problemen: Zwei Betroffene erzählen (Plus+)

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