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Politik
22.06.2016

Bayerischer Integrationsbeauftragter befürchtet neuen Flüchtlingszustrom

Der bayerische Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer fürchtet eine neue Fluchtwelle nach Europa.
Foto: Archivfoto: Lukas Barth/dpa

Der bayerische Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer befürchtet einen Flüchtlingszustrom aus dem Libanon. Die Menschen dort hätten das Gefühl, dass nur geredet wird.

Der bayerische Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer fürchtet eine neue Fluchtwelle nach Europa - dieses Mal aus dem Libanon. Der CSU-Politiker ist nach einem Besuch in dem nördlichen Nachbarland Israels beunruhigt und fordert eine international koordinierte Anstrengung, die Lage in dem Mittelmeerland zu verbessern. Der Libanon habe vier Millionen Einwohner, aber bereits zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen, vor allem aus Syrien und dem Irak. "Es fehlt am Notwendigsten", sagte Neumeyer am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. 

Vielerorts sei nicht einmal die Versorgung mit Wasser und Strom gewährleistet. "In manchen Dörfern sind inzwischen mehr Syrer als Einheimische", sagte Neumeyer. Die libanesische Regierung wolle die Entstehung permanenter Flüchtlingslager und -siedlungen verhindern, wie sie die schon seit Jahrzehnten im Libanon ansässigen 500.000 palästinensischen Flüchtlinge gebaut hätten. "Deshalb dürfen die Flüchtlinge jetzt den Boden betonieren, aber keine Wände hochziehen", sagte Neumeyer.

Neumayer: Viele haben das Gefühl, dass nur geredet und nicht angepackt werde

Es sei absehbar, dass die Flüchtlinge sich auf den Weg nach Europa machen würden, wenn die Lage im Libanon sich nicht verbessere. Die Enttäuschung über die internationalen Institutionen wie die Weltbank sei jetzt schon groß. "No action, only talking" (Keine Handlung, nur Gerede), hätten die libanesischen Gesprächspartner ihren Eindruck zusammengefasst.  

Neumeyer besuchte von Sonntag bis Mittwoch die Hauptstadt Beirut und das Bekaa-Tal, in dem viele Flüchtlinge untergekommen sind. dpa/lby

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