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Fall Peggy

23.04.2013

Polizei durchsucht Abwasserkanal nach Peggys Leiche

Zwei Polizisten bewachen einen Hauseingang in Lichtenberg, in dem die Spurensicherung nach der Leiche des Mädchens Peggy sucht.
Bild: David Ebener, dpa

Mit Baggern und Leichenspürhunden hat die Polizei am Dienstag im fränkischen Lichtenberg die Suche nach der verschwundenen Peggy fortgesetzt. Die Beamten geben nicht auf.

In dem Haus, das die Polizei durchsuchte, wohnt Medienberichten zufolge ein Rentner, der wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft ist und deshalb eine Haftstrafe verbüßt hat. Ein Polizeisprecher bestätigte diese Angaben nicht. Der Hausbewohner und weitere Menschen mit Verbindung zum Haus seien am Montag und Dienstag befragt worden. Die  Vernehmungen seien abgeschlossen worden, ohne dass auf Grundlage der Aussagen ein Haftbefehl begründbar gewesen wäre, sagte der Polizeisprecher.

Die Polizei durchsuchte das Grundstück zusammen mit Kräften des Technischen Hilfswerks, des TÜV Rheinland und Spezialisten des Bergamtes. Lastwagen transportierten mehrmals Erde von dem abgesperrten Grundstück.

Auf der Suche nach Peggy gesamten Hof abgetragen

Wie der Polizeisprecher sagte, wollten die Ermittler und Spezialisten ihre Suche in Hohlräumen auf dem Anwesen fortsetzen. Dabei handle es sich um einen sehr alten Abwasserkanal. Zu der Suche werde auch mit Bodenradar gearbeitet. Außerdem sei bereits  der gesamte Innenhof abgetragen worden.

Die Leichenhunde schlugen den Angaben zufolge bei der Suche zwar an. Allerdings könnte der Grund dafür nach der Vermutung der Polizei auch ein alter Friedhof sein, der sich in der Nähe des Objekts  befindet. Laut dem Sprecher werde voraussichtlich auch noch am Mittwoch auf dem Grundstück gesucht.

Verteidiger von Ulvi K. hatte Wiederaufnahme beantragt

Der Verteidiger von Ulvi K. hatte Anfang diesen Monats die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass dieser Antrag aber nicht mit der neuen Suche im  Zusammenhang stehe.

Der Fall Peggy zählt zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre in Deutschland. Die damals Neunjährige kam im Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule nicht nach Hause. Drei Jahre später verurteilte das Landgericht Hof rechtskräftig den aus Peggys Heimatort Lichtenberg stammenden Ulvi K. In einem umstrittenen Geständnis hatte der geistig behinderte Mann den Mord zugegeben, dieses Geständnis aber später widerrufen.

Nachdem ein Hauptbelastungszeuge im vergangenen Jahr seine Aussage aus dem Prozess widerrufen hatte, ermittelt die Staatsanwaltschaft wieder in dem Fall. Die Ermittlungen führten auch zur Suchaktion auf dem Anwesen in der Nähe der Wohnung von Peggys Mutter. afp

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