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Razzia in der Region

29.01.2009

Polizei zerschlägt rechtsextreme Gruppe

Die Polizei hat eine rechtsextreme Gruppe, die sich "Hate Crew Schwaben" nennt, zerschlagen. Insgesamt wurden neun Wohnungen und Geschäftsräume in der Region durchsucht. Von Jörg Heinzle

Von Jörg Heinzle

Augsburg. Sie nennen sich "Sturmtrupp" oder "Faustrecht". In ihren Liedern besingen sie das "Recht zu Hassen" und das "Blut der Ahnen". Mit Musik versucht die rechtsextreme Szene schon seit Jahren, ihr gefährliches Gedankengut in die Köpfe junger Menschen zu bringen. Jetzt ist der Augsburger Kriminalpolizei ein empfindlicher Schlag gegen die Verbreitung rechter Melodien gelungen. Ermittler haben bei Durchsuchungen in der Region mehrere tausend CDs sichergestellt.

Die Polizisten klingelten an Mittwochmorgen an mehreren Haustüren im Unterallgäu, im Norden des Kreises Augsburg, im Kreis Donau-Ries sowie in Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg). Im Fokus: Sieben Skinheads zwischen 26 und 33 Jahren, die der rechtsextremen Gruppierung "Hate Crew Schwaben" (Hassgruppe Schwaben) angehören. Sie sollen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, mit einem Versandhandel teils ihren Lebensunterhalt verdient haben. Vor allem über das Internet verkauften sie CDs, aber auch T-Shirts, Fahnen, Stiefel und andere Produkte für die rechte Szene. Einer der Skinheads soll auch als Tätowierer gearbeitet haben.

Seit neun Monaten hatten die Beamten die Gruppe im Visier, ehe sie nun zuschlugen. Augsburgs Kripo-Chef Klaus Bayerl spricht von sehr aufwendigen Ermittlungen, "sowohl personell als auch technisch". Interessant für die Strafverfolger sind die Querverbindungen, die sich in diesem Fall zeigen. Mehrere Skinheads, bei denen am Mittwoch durchsucht wurde, sind in der NPD aktiv und nach Informationen unserer Zeitung auch der Kameradschaft "Nationales Augsburg" zuzurechnen, die immer wieder bei Demonstrationen in der Region in Erscheinung tritt. Engste Verbindungen, so heißt es, gebe es zudem zur Skinhead-Gruppe "Voice of Anger" aus dem Raum Memmingen.

Bei den Durchsuchungen wurden auch Baseballschläger und Schlagstöcke gefunden. Die Kripo stuft die Männer als "gewaltbereit" ein. Fast alle seien vorbestraft, etwa wegen Köperverletzung, Volksverhetzung und Brandstiftung. Die Gruppe hatte im Oktober 2008 auch ein rechtsradikales Konzert in Thierhaupten (Kreis Augsburg) veranstaltet, das damals von der Polizei aufgelöst wurde. Erste Auswirkungen hat die Aktion der Kripo bereits. Der Internetversand der Gruppe ist lieferunfähig. "Die Kunden, die bereits bestellt und bezahlt haben, bitten wir um etwas Geduld", heißt es auf der Homepage lapidar.

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