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Ingolstadt

18.03.2015

Polizist soll bei Verhör mit Waffe gedroht haben

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Hat ein Polizist bei einem Verhör mit einer Waffe gedroht?
Bild: Alexander Kaya, Symbolfoto

Hat ein Ingolstädter Polizeibeamter einen Mann bei einem Verhör mit der Dienstwaffe bedroht? Das wird im Berufungsprozess in Ingolstadt vor Gericht geklärt.

In den schlechten amerikanischen Krimis sieht man solche Szenen: Polizisten verlieren beim Verhör die Nerven und halten dem „Gefangenen“ die Pistole an die Schläfe, um ein Geständnis zu erzwingen. Gibt es nur im Film? Bei der Kripo Ingolstadt soll das tatsächlich so gewesen sein.

Fall Rupp: Heinrichsheimer Bauer machte bundesweit Schlagzeilen

Der Vorfall soll sich vor fast zehn Jahren im Zusammenhang mit dem Mordfall Rupp ereignet haben. Rudolf Rupp war ein Bauer aus Heinrichsheim bei Neuburg. 2001 verschwand der Mann plötzlich spurlos. Der Fall blieb zunächst ungeklärt. Vier Jahre später war die Staatsanwaltschaft Ingolstadt überzeugt, dass der Bauer von der Familie erschlagen, seine Leiche zerstückelt und den Hofhunden zum Fraß vorgeworfen worden war. Das ebenfalls verschwundene Auto des Landwirts, meinte die Staatsanwaltschaft, habe ein heute 65 Jahre alter Schrotthändler aus dem Donaumoos verschwinden lassen.

Der Fall Rupp machte bundesweit Schlagzeilen. Schon wegen der Geschichte mit den Hunden. Die Ehefrau, die beiden Töchter sowie der Freund eines der beiden Mädchen, wurden teils zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

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Pistole an der Schläfe: Zeuge soll bei Vernehmung bedroht worden sein

Dann kam der 10. März 2009 und dieser Tag sorgte für eine schwere Erschütterung in der Ingolstädter Justiz: Polizeitaucher entdeckten den Mercedes des gesuchten Bauern in der Donau. Hinter dem Steuer war die Leiche von Rudi Rupp. Die Tatversion der Staatsanwaltschaft Ingolstadt war damit völlig über den Haufen geworfen. Es kam zu einem Wiederaufnahmeverfahren am Landgericht Landshut, bei dem die Angeklagten freigesprochen wurden.

Ab heute wird wieder in Landshut verhandelt: Es geht um den Schrotthändler. Der hat bei der Wiederaufnahme im Zeugenstand ausgesagt, ein Ingolstädter Polizeibeamter habe ihm bei einem Verhör die Dienstwaffe an den Kopf gehalten. „Es geht schließlich um Mord, da dürfen wir alles!“, soll der Beamte gedroht haben, damit der Schrotthändler zugibt, dass er den Mercedes beseitigt hat. Der Schrotthändler wurde daraufhin wegen Falschaussage angeklagt.

Berufungsprozess: Damaliger Zeuge in erster Instanz freigesprochen

Der Mann stand 2012 in erster Instanz vor Gericht. Der Landshuter Strafrichter glaubte ihm und sprach ihn frei. In seiner Urteilsbegründung hatte er wenig Verständnis für die Vorgehensweise von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei. Die Polizisten hätten im Zeugenstand „untragbare“ Aussagen gemacht. Der Landshuter Staatsanwalt beschimpfte den Angeklagten sogar als „Abschaum“.

Zweieinhalb Jahre später geht der Fall jetzt in die Berufung. Nach vier Verhandlungstagen mit Kripobeamten und Staatsanwälten im Zeugenstand wird man wissen, wie der Krimi ausgeht.

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