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Landgericht München

14.07.2010

Polizisten sagen im Brunner-Prozess aus

"Er hat mir nicht in die Augen schauen können", berichtete der Polizist, der heute im Brunner-Prozess ausgesagt hat über den Angeklagten Markus S. Er sagte auch, dass Brunner während der Schlägerei noch einmal bei der Polizei angerufen hatte.

"Er war sehr bedrückt. Er hat mir nicht in die Augen schauen können", berichtete der Polizist, der heute im Brunner-Prozess ausgesagt hat über den Angeklagten Markus S.

Am zweiten Tag des Mordprozesses um den Tod von Dominik Brunner haben Polizeibeamte die Täter beschrieben. Der Angeklagte Markus S. habe in einer Vernehmung gesagt, Brunner hätte zuerst zugeschlagen, berichtete der Polizist Thomas Schäffler am Mittwoch vor der Jugendkammer des Landgerichts München. Der damals 18-Jährige habe sich nach eigenen Worten nur verteidigt. "Er war sehr bedrückt. Er hat mir nicht in die Augen schauen können", sagte Schäffler über den Jugendlichen.

Wie es geschehen konnte, dass der 50-jährige Manager aus Niederbayern tödlich verletzt wurde, dafür habe der Heranwachsene keine Erklärung gehabt. Brunner sei gestürzt - und dann habe der Angeklagte nach eigenen Worten einen Filmriss gehabt, berichtete der Polizist.

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Der heute 19 Jahre alte Markus S. und der ein Jahr jüngere Sebastian L. sollen Brunner am 12. September 2009 am Münchner S- Bahnhof Solln zu Tode geprügelt haben. Der Manager eines Dachziegelherstellers hatte sich zuvor schützend vor Schüler gestellt, die von den Tätern bedroht wurden.

Fünf Passanten hatten über Notruf die Schlägerei bei der Polizei gemeldet. "Gangstertypen" schlügen auf einen älteren Mann ein, der bereits blute, zitierte der Polizist einen Anruf.

Auch Brunner hatte während der Schlägerei noch einmal bei der Polizei angerufen. Ob er dies absichtlich tat oder im Gerangel die Wahlwiederholung gedrückt wurde, sei unklar. 22 Minuten war Brunners Handy mit der Polizei verbunden. "Es sind sehr viele Stimmen und sonstige Geräusche zu hören", sagte Schäffler. Die genaue Auswertung obliege jedoch dem Landeskriminalamt.

Der Manager sei körperlich fit gewesen, berichtete Schäffler weiter. Brunner habe Mitte der 1990er Jahre anderthalb Jahre geboxt, 2008 habe er außerdem einen Selbstverteidigungskurs besucht.

Insgesamt hat die Jugendkammer neun Verhandlungstage angesetzt. Der Tod Brunners hatte eine bundesweite Debatte über Zivilcourage ausgelöst. dpa

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