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Prozess in Augsburg
16.06.2016

35 Jahre nach Entführung: Fall Ursula Herrmann heute wieder vor Gericht

Ein undatiertes Polizeifoto zeigt Ursula Herrmann, die 1981 ermordet wurde.
Foto: Polizei (dpa)

1981 wurde die zehnjährig Ursula Herrmann am Ammersee verschleppt. Sie erstickte eingesperrt in einer Holzkiste. Jetzt bringt ihr Bruder den Fall in Augsburg wieder vor Gericht.

Ursula Hermanns Bruder will 35 Jahre nach der Entführung seiner Schwester Antworten. Am heutigen Donnerstag ab 9 Uhr landet der Fall wieder vor Gericht. Bei dem Zivilprozess in Augsburg verlangt Michael Herrmann von dem Täter 20.000 Schmerzensgeld.

Ursula Herrmann erstickte in Holzkiste

Die zehnjährige Ursula Herrmann war 1981 am Ammersee verschleppt und in eine vergrabene Holzkiste gesperrt worden. Darin erstickte das Kind binnen Stunden, weil die Lüftung nicht funktionierte.

Der Fall Herrmann zählt zu den bekanntesten Kriminalfällen in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Erpresser, der damals einen Millionenbetrag als Lösegeld von Herrmanns Eltern verlangt hatte, war erst im Jahr 2010 in Augsburg nach einem langwierigen Indizienprozess wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil. Michael Herrmann hat Zweifel an dem damaligen Urteilsspruch und will mit seiner Zivilklage den Fall noch einmal juristisch aufrollen. Er geht insbesondere davon aus, dass es noch weitere, bisher nicht bekannte Täter gibt.

Verteidiger des verurteilten Täters will den Fall neu aufrollen

Der in Lübeck inhaftierte 66 Jahre alte Täter hat auf die Schmerzensgeldforderung entgegnet, er habe die Tat nicht begangen und sei daher in dem Zivilverfahren der falsche Beklagte. Der inhaftierte 66-Jährige wird nach Angaben des Gerichts nicht an dem Prozess teilnehmen. Sein Verteidiger sieht das Verfahren ebenfalls als Chance, den Fall neu aufzurollen. Er prüft derzeit auch einen Wiederaufnahmeantrag für den Strafprozess. dpa, lby

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