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Prozess in München
17.05.2016

Mutter von mutmaßlichem Islamisten: Er wollte nur helfen

Der 27-Jährige ist vor dem Münchner Landgericht angeklagt.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Warum wollte ein 27-Jähriger ins türkisch-syrische Grenzgebiet reisen? Seine Mutter sagt vor Gericht, er habe helfen wollen. Das glaubt ihr allerdings nicht jeder.

Die Mutter eines mutmaßlichen Islamisten hat vor dem Münchner Landgericht die geplante Reise ihres 27-jährigen Sohnes in das türkisch-syrische Grenzgebiet mit dem Besuch einer Koranschule erklärt. Zudem habe er dort Flüchtlingen helfen wollen, sagte die 44-Jährige am Dienstag. Es sei ein "höchstes Ziel" gewesen, humanitär zu helfen. Ein zweites Handy habe er gekauft, um Kontakt zur Familie in Deutschland zu halten. Der Vorsitzende Richter Norbert Riedmann sagte dazu, er glaube, das sei "eine Position, die Sie sich zurechtgelegt haben".

Mann war im Oktober am Münchner Flughafen festgenommen worden

Der Angeklagte, der in München geboren und deutscher Staatsbürger ist, muss sich wegen der versuchten Ausreise ins türkisch-syrische Grenzgebiet zur Teilnahme am Dschihad verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, er habe sich dort in einem Terrorcamp im Umgang mit Waffen und Sprengstoff ausbilden lassen und dann an Kampfhandlungen beteiligen wollen. 

Der Mann war am 10. Oktober am Münchner Flughafen festgenommen worden. Es ist einer der ersten Prozesse bundesweit nach dem vor einem Jahr neu geschaffenen Strafrechtstatbestand in Paragraf 89a, 2a, der bereits die Ausreise mit entsprechenden Zielen unter Strafe stellt. Einen Prozess gab es unter anderem bereits in Potsdam. dpa

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