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Ratgeber
20.04.2021

Beet und Blume: Was Hobbygärtner beachten sollten

Noch kann es richtig kalt werden. Sowohl über bereits gesätes, aber auch gepflanztes Gemüse sowie über frostempfindliche Blumen empfiehlt die Expertin der Bayerischen Gartenakademie ein Vlies auszubreiten.
Foto: Marion Nickig, dpa

Wenn Frost droht, sollten Hobbygärtner Gemüse und Blumen schützen. Was im April zu tun ist und wie man Frühlingsblüher wie Tulpen ins nächste Jahr retten kann.

Das Wetter mag noch verrücktspielen, Frost noch drohen, doch der Frühling kommt. Seine Vorboten sind überall auszumachen: Zarte Osterglocken etwa, zierliche Narzissen, prächtige Tulpen, edle Ranunkeln, hübsche Vergissmeinnicht schmücken Gärten und Balkonkästen. Obstbäume zeigen ihre zauberhafte Blüte. Viele Hobbygärtner waren schon fleißig in ihren privaten Oasen. Zeit also Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie um Tipps für den April zu bitten.

Schutz: Es ist Vlies-Zeit, betont die Gartenbauingenieurin. Sowohl über bereits gesätes oder gepflanztes Gemüse, als auch über frostempfindliche Blumen empfiehlt Scheu-Helgert jetzt immer noch ein Vlies zu breiten, wenn Frostnächte drohen. Gerade, wenn der Boden feucht ist und nachts das Thermometer in den Minusbereich wandert, schließen die Eiskristalle die Vliesporen und schützen die Pflanzen vor Frostschäden.

Auch ökologisch besonders umsichtige Hobbygärtner, die Bedenken bezüglich des Plastikeinsatzes haben, kann Scheu-Helgert etwas beruhigen: „Wer sorgfältig mit dem Vlies umgeht, kann die gleichen Vliese über viele Jahre immer und immer wieder verwenden.“ Übrigens muss das Vlies tagsüber nicht unbedingt weggenommen werden. Erst, wenn ganz sicher keine Frostnächte mehr drohen, würde Scheu-Helgert das Vlies abnehmen und für den nächsten Einsatz verräumen.

Blumenmischungen schon jetzt aussäen

Blumenpracht: Schon jetzt kann man nach Einschätzung von Scheu-Helgert Blumenmischungen aussäen – „auch wenn auf den Tütchen oft Ende April als Aussaatzeit angegeben ist“. Wer nun aussät und ein Vlies über die Saat ausbreitet, erhöhe die Erfolgsaussichten für baldige Blühfreuden. Allerdings rät die Fachfrau dazu, nicht wild durcheinander zu säen, sondern schön geordnet in Reihen, da sich so auch Unkraut leichter identifizieren und entfernen lässt.

Dahlien: Am 23. April ist Georgi. Und das ist der Tag, an dem die Dahlien frühestens ins Freie sollen, sagt Scheu-Helgert. Wer die Knollen in einem Topf auf den Balkon einsetzt, sollte auf kleinwüchsige Sorten achten. „Die Knollen müssen etwa fünf Zentimeter tief in die Erde gesetzt werden.“ Danach vorsichtig die Erde andrücken und kräftig angießen. Insektenfreunde nehmen bei Dahlien übrigens lieber die ungefüllten Sorten.

Was tun mit Frühblühern?

Verwelkte Frühblüher: So farbenprächtig sie jetzt leuchten – bis man sich verguckt, ist es aus mit der Tulpen-, Narzissen- und Traubenhyazinthenpracht. Was aber dann tun mit den Frühlingsblühern? Vorausschauende Gärtner setzen Frühlingsblüher in ihren Staudenbeeten von Anfang an in die hinteren Reihen, erklärt Scheu-Helgert. Denn wer die mehrjährigen Zwiebelpflanzen fürs nächste Jahr erhalten will, muss warten, bis sie von selbst vollständig eingezogen sind.

Das gelblich werdende Blatt und die verwelkte Blüte unabgeschnitten stehen zu lassen, ist für manchen Gartenästheten allerdings eine Herausforderung, weiß Scheu-Helgert. Doch nur so sammle sich die Kraft in der Zwiebel. Sitzt der Frühlingsblüher in der hinteren Reihe eines wohldurchdachten Staudenbeetes fällt der Verwelkungsprozess gar nicht auf, da längst andere Blumen im Vordergrund wunderbar blühen.

Vorausschauende Gärtner pflanzen Frühlingsblüher wie Tulpen in hintere Reihen des Beetes - wenn sie verwelken, blühen vorne bereits die nächsten Blumen.
Foto: Florian Schuh, dpa (Symbolbild)

Die Überlebenschancen von Tulpen werden allerdings auch durch Mäuse und Wühlmäuse verringert, denen die Zwiebel einfach schmecken – Dahlien stehen übrigens auch auf ihrem Speiseplan ganz oben. Außerdem sterben Tulpenzwiebel, wie die Expertin ausführt, gerade in nassen Sommern oder an Stellen, an denen viel gegossen wird, auch oft den Fäulnistod.

Ist die Frühlingszwiebelpflanze ganz eingezogen, können Hobbygärtner, die Keller, Garage oder Schuppen haben, die Zwiebeln auch ausgraben und an einem trockenen Ort, bestenfalls auf Gitterflächen, bis zum Herbst aufbewahren und sie dann wieder stecken.

Bärlauch: Jetzt ist Erntezeit

Vorsicht mit der Schere: Beerensträucher können nach Einschätzung von Scheu-Helgert jetzt noch zurückgeschnitten werden. Noch warten würde die Fachfrau allerdings bei Brombeeren. Und auch für den Rosenschnitt sei es noch zu früh. Erst, wenn sicher kein Frost mehr kommt, sollen Hobbygärtner ihre Brombeer- und Rosensträucher unter die Lupe nehmen, schauen, welche Triebe die Frostnächte der letzten Wochen überstanden haben und dann abgestorbene oder zu schwache Triebe kräftig zurückschneiden.

Bärlauchzeit: Die Blätter des Bärlauchs sind in der Frühjahrsküche beliebt – ob etwa als Pesto, Suppe oder Butter. Gerade jetzt im April und Mai ist Erntezeit. Wer den wilden Knoblauch selbst säen will, braucht viel Geduld, sagt Scheu-Helgert. Bärlauch ist ein sogenannter Kaltkeimer, das heißt, er benötigt erst eine Frostperiode, damit der Keimvorgang startet. Und die Saatkörner, die idealerweise im Sommer oder Herbst in die Erde kommen, müssen sehr frisch sein, damit sie keimfähig sind.

Wer nicht so lange warten will, kauft am besten jetzt eine Bärlauchpflanze und setzt diese bis Mai an einen halbschattigen Platz. Gut geeignet ist laut Scheu-Helgert ein Plätzchen unter einem Obstbaum oder am Rand eines Himbeerbeetes. Gefällt es ihm, ist Bärlauch ein robustes und pflegeleichtes Zwiebelgewächs.

Gerade jetzt im April und Mai ist Erntezeit.
Foto: Wolfgang Kumm, dpa (Symbolbild)

Tomaten sollten bald angesät werden

Säen: Nicht nur im Gemüsebeet, sondern auch auf dem Balkon lassen sich gut Tomaten selbst anbauen. Wer sie noch ansäen möchte, sollte sich allerdings sputen. Wichtig ist ein sehr heller, warmer, schön feucht gehaltener Platz – etwa eine Saatschale auf einer Fensterbank. Sobald sich zwei Keimblätter voll entwickelt haben, müssen die Tomatenpflänzchen dann in einen Topf mit einem Durchmesser von fünf bis sechs Zentimeter, der mit normaler Blumenerde gefüllt sein kann. Sie sollten so eingepflanzt werden, dass die Keimblätter auf der Erde aufliegen.

Erst wenn kein Frost mehr droht, also etwa ab Mitte Mai, können die Tomatenpflanzen laut Scheu-Helgert auf den Balkon und ins Beet gepflanzt werden. Besitzt jemand ein Gewächshaus, können sie freilich dorthin früher umziehen. Und auch Gurkengewächse wie Zucchini oder Kürbis lassen sich jetzt gut auf der Fensterbank aussäen, ergänzt die Expertin: Bei Gurken etwa einfach jeweils ein Samenkörnchen in einen mit Aussaaterde gefüllten Topf geben und fingerdick mit Erde bedecken. Regelmäßig gießen nicht vergessen.

Tipp: Infos der Bayerischen Gartenakademie online unter www.lwg.bayern.de. Das Gartentelefon ist unter 0931/9801147 Montag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr erreichbar. Fragen auch per Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de.

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