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Sascha Roßmüller
13.08.2015

NPD-Vize wegen Messerstecherei in Rocker-Szene vor Gericht

Der Angeklagte Sascha Roßmüller, Vorstandsmitglied der bayerischen NPD (rechts), begrüßt im Landgericht Regensburg (Bayern) einen weiteren Angeklagten.
Foto: Andre Jahnke, dpa

Die Rocker lauern einem verfeindeten Motorradclub auf. Dann der Angriff mit Tränengas und Messer. Einer der Angreifer soll der NPD-Funktionär Sascha Roßmüller gewesen sein.

Ein blutiger Angriff auf einen verfeindeten Motorradclub in Niederbayern beschäftigt das Landgericht Regensburg. Unter anderem angeführt von dem Vorstandsmitglied der bayerischen NPD, Sascha Roßmüller, sollen Mitglieder des damaligen Motorradclubs Bandidos Regensburg ihre Rivalen in Straubing angegriffen und einige von ihnen schwer verletzt haben. Seit Donnerstag müssen sich fünf Rocker deshalb wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten. 

Zum Prozessauftakt machten die breitschultrigen und erheblich tätowierten Angeklagten keine Angaben. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen: Der Ehrenkodex verbietet es Rockern, der Justiz zu helfen. Auch die meisten Opfer der Attacke hatten kurz nach der Tat in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag 2010 nichts gesagt. Der Präsident des angegriffenen Clubs MC Gremium Straubing hatte der Polizei lediglich erklärt, dass die Angreifer Lederkutten mit dem Emblem der Regensburger Bandidos getragen hatten.

Mit Tränengas und Messer die verfeindeten Rocker angegriffen

Ein Polizeibeamter berichtete am Donnerstag von Zeugen, die die Angreifer zuvor beobachtet hatte. Demnach hatten sich die Rocker aus Regensburg, darunter auch Sascha Roßmüller, in einem Lokal aufgehalten, dass sich direkt gegenüber der Stammkneipe des MC Gremiums befindet. Dabei hätten sie je einen Mann an der Eingangstür und der Toilette postiert. Dann sei das Kommando "Angriff" erfolgt und die Regensburger Rocker seien aus dem Lokal gestürzt. Auf der Straße attackierten sie laut Anklage die verfeindeten Rocker mit Tränengas, Messern, Tritten und Schlägen.

Sascha Roßmüller, der zum Tatzeitpunkt Kassierer der Bandidos war, wird wenige Minuten nach der Attacke in einer Seitengasse nahe des Tatortes von der Polizei kontrolliert. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wird zunächst eingestellt. Erst nach einer Großrazzia gegen die Rockerszene im Herbst 2014 kommt er in Untersuchungshaft. Während er in Haft sitzt, wird er beim Landesparteitag der bayerischen NPD in den Vorstand gewählt. Seit diesem März ist er aber wieder auf freiem Fuß.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei Prozess in Regensburg

Der Prozess steht unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Sämtliche Besucher des Landgerichts wurden umfangreich durchsucht und eine Kopie des Personalausweises angefertigt. Zudem hatte das Gericht ein Kuttenverbot verhängt. Zum Auftakt sind deutlich mehr bewaffnete Polizeibeamte im und vor dem Gerichtssaal als erkennbare Rocker.

Das Verfahren wird am kommenden Montag (17. August) fortgesetzt. Dann wird die Aussage des Kronzeugen der Anklage, dem damaligen Präsidenten des MC Bandidos Regensburg, erwartet. Ein Urteil könnte Ende September gesprochen werden. dpa/AZ

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