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Schuljahresanfang
11.09.2018

Schulstart in Bayern: Was in diesem Schuljahr alles neu ist

In Bayern beginnt heute wieder die Schule.
Foto: Jörg Carstensen, dpa (Symbol)

Für 1,66 Millionen Kinder und Jugendliche in Bayern beginnt am Dienstag wieder die Schule. Was neu ist und worauf Lehrer besonderen Wert legen sollen.

Werte. Müsste man einen Begriff finden, der das neue Schuljahr prägt, wäre es wohl dieser. Besonders wichtig ist dem Bayerischen Kultusminister Bernd Sibler (CSU) und seiner Staatssekretärin Carolina Trautner zum Beispiel ihre neue Werte-Offensive. In Zeiten, in denen Mobbing im Internet zunimmt und antisemitische Anfeindungen teils schon auf Grundschüler gemeldet werden, bildet das Kultusministerium quer durch alle Schularten Wertebotschafter aus. Das sind Jugendliche, die ihren Schulkameraden einen fairen Umgang miteinander vermitteln sollen – zum Beispiel bei Projekttagen. Dafür habe man ein Budget im „niedrigen sechsstelligen Bereich“ eingeplant.

Werteunterricht und von Hand schreiben: Darauf legt Bayern in der Bildung Wert

Insgesamt beginnt heute für 1,66 Millionen bayerische Schüler wieder der Unterricht. Fast 15.800 schwäbische Abc-Schützen sind darunter. In Oberbayern geht für etwa 43.300 Erstklässler die Schule los. Und obwohl Schulen und Lehrer mit Investitionen über 212 Millionen Euro für die Digitalisierung fit gemacht werden sollen, hat für Trautner etwas anderes einen noch viel größeren Wert: „Lesen, Schreiben und Rechnen haben höchste Priorität. Ich möchte, dass jeder Schüler mit einem Stift schreiben und nicht nur eine Tastatur bedienen kann“, sagte sie am Montag in Augsburg.

Schüler, die nach Deutschland geflohen sind, werden künftig zwei Jahre in sogenannten Deutschklassen unterrichtet. 69 davon gibt es an schwäbischen Grund- und Mittelschulen. Bisher sprach man von Übergangsklassen. Der neue, wahlkampftaugliche Name ist ein Wunsch von Ministerpräsident Söder (CSU). Die Schüler sollen nicht nur Deutsch, sondern in vier Stunden pro Woche auch bayerische Werte lernen. Am Gymnasium, das wieder neun Jahre dauert, bedeutet das Zusatzjahr mehr politische Bildung.

Etwa 35 Prozent der schwäbischen Viertklässler wechseln an diese Schulart – etwa genauso viele wie 2017. „Politische Bildung ist Aufgabe aller Fächer“, sagt Peter Kempf, Ministerialbeauftragter für Schwaben. Der Plan, politische Inhalte auszubauen, sei von Schülern „stark unterstützt“ worden. Jetzt startet eine Ausbildungsoffensive für Lehrer, von denen bayernweit 850 neu eingestellt werden. Sie haben die Aufgabe, die heutigen Abc-Schützen zu kritischen Gesellschaftsmitgliedern zu machen – ihnen Werte zu vermitteln.

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