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Rettungsmedaille

15.05.2014

Seehofer zeichnet Lebensretter aus der Region mit Medaille aus

„Ich würde es selbstverständlich wieder tun.“Ludwig Schneider
Bild: Peter Kneffel, dpa

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zeichnet 140 Lebensretter aus. Unter teils schwierigsten Bedingungen begaben sie sich selbst in Gefahr, um andere zu retten:

Flammen schlagen hoch, reißende Wassermassen toben, Rauch vernebelt die Sicht – in solchen Situationen die Ruhe zu bewahren, ist nicht leicht. Es braucht Mut und Zivilcourage, um sich selbst in Gefahr zu begeben, um einen anderen Menschen aus einer Notlage zu retten. 140 Männer und Frauen aus ganz Bayern haben diesen Einsatz gezeigt und wurden dafür gestern in München mit Medaillen ausgezeichnet.

„Ich würde es selbstverständlich wieder tun“

Als Ludwig Schneider im April vor einem Jahr in der Nähe von Nähermittenhausen ein Auto in der Böschung sieht, zögert er nicht. Der Neuburger eilt zu Hilfe, befreit die 79-jährige Beifahrerin aus dem Wagen, aus dem die Flammen schon kniehoch lodern. Der Fahrer, der 85-jährige Ehemann, kann sich selbst in Sicherheit bringen. Dass er bei seiner Rettungstat sein eigenes Leben in Gefahr gebracht hat, hielt Schneider nicht davon ab. „Ich würde es selbstverständlich wieder tun“, sagt der 58-Jährige heute. „Schließlich kann es auch mir passieren, dass ich auf Hilfe angewiesen bin. Und dann bin ich froh, wenn jemand für mich da ist.“

Dillinger zieht Mann von den Gleisen

Für seinen mutigen Einsatz erhielt Schneider die Bayerische Rettungsmedaille. Mit ihm werden insgesamt 88 Lebensretter aus ganz Bayern ausgezeichnet. Der jüngste von ihnen war zum Zeitpunkt seiner mutigen Rettungstat gerade einmal 16 Jahre alt. Träger einer Rettungsmedaille darf sich künftig auch Manfred Orywol aus Dillingen nennen. Gemeinsam mit zwei Helfern zog Orywol 2011 einen jungen Mann, der auf den Bahngleisen lag, aus dem Gleisbett – gerade noch rechtzeitig vor einem herannahenden Güterzug. „So genau habe ich das damals gar nicht registriert“, sagt Orywol. „Ich war nur heilfroh, dass niemandem etwas passiert ist.“

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Christophorus-Medaille für Rettung unter schwersten Bedingungen

Neben der Bayerischen Rettungsmedaille verleiht der Ministerpräsident seit 1983 die Christophorus-Medaille für eine Rettung unter besonders schwierigen Umständen. Heuer bekamen 52 Personen diese Auszeichnung. Unter ihnen sind Sebastian Lehr aus Neu-Ulm und Adrian Spiess aus Elchingen. Im Februar des vergangenen Jahres hören die beiden jungen Männer gegen Mitternacht in Neu-Ulm Hilferufe: Ein 25-Jähriger ist in die eiskalte Donau gestürzt. Da sich der Angetrunkene nicht selbst retten kann, eilen ihm Lehr und Spiess zu Hilfe. Mit einer Rettungsstange ziehen sie den Mann aus dem Wasser.

Wie wichtig solche Zivilcourage für den Zusammenhalt einer Gesellschaft ist, betonte auch Ministerpräsident Horst Seehofer. „Lebensretter, die hinschauen und sich für andere einsetzen, sind wahre Helden des Alltags“, sagte er bei der Veranstaltung in der Münchner Residenz.

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