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Silberdistel
16.04.2019

Eine „Kräuterhex“, die ihr Wissen teilt

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Traudl Manka leitet Senioren zum Spielen an. Sie hilft Migrantinnen in den Beruf. Und sie bringt seit Jahren Schülern ganz praktisch die Natur nahe

Sie leitet als Seniorentrainerin das Erzählcafé und Spielenachmittage im Mehrgenerationenhaus in Landsberg, hält Vorträge über Heilkräuter und Tinkturen, die sie selbst fertigt, war Mitbegründerin der Volkshochschule in Geltendorf, unterrichtete Gymnastik und lehrt immer noch Schulkindern, was im Garten und auf der Wiese wächst: Ihr Leben lang setzte sich Edeltraud „Traudl“ Manka für andere ein und sie liebt es, ihr Wissen an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Für ihr besonderes Engagement erhält sie nun die Silberdistel unserer Zeitung, eine Auszeichnung für besonderes gesellschaftliches Engagement.

Als „Kräuterhex“ ist Traudl Manka, die in Reichling aufwuchs, im Landkreis Landsberg am Lech bekannt. Ein Name, den ihr Vater prägte. Aber nicht, weil er ihre Kenntnis um die Heilwirkung der heimischen Pflanzen vorausahnte, sondern aus einem anderen Grund: Als ihr Vater Traudl Manka das erste Mal sah, lag sie als Baby in der Stubn mitten in Kräutern, die zum Trocknen ausgelegt waren – der Spitzname war gefunden.

Ihr Vater gab ihr das Wissen um die Natur mit, beide Eltern den Sinn für Gerechtigkeit und das Gefühl für die Notwendigkeit, anderen zu helfen. „Maul aufmachen oder Geldbeutel aufmachen“ sei ein Spruch ihres Vaters gewesen, um auszudrücken, wie man eigene Ziele durchsetzen könne. Für die heute 70-Jährige war es als junge Frau eine Selbstverständlichkeit, ihre Schwiegermutter zu pflegen und später als Rentnerin über 15 Jahre, unterstützt von der Tochter, die eigene Mutter.

Doch nun zu ihrer Vita: Traudl Manka hat Hauswirtschaft und Säuglingspflege gelernt und 1965 nach Hausen bei Geltendorf geheiratet. Sie arbeitete unter anderem beim Postscheckamt in München und war schon dort aktiv: „Wir haben die ,Kollegenhilfe‘ gegründet. Wenn jemand krank war, hat jemand auf die Kinder aufgepasst oder im Haushalt geholfen.“

Zu ihrem Engagement an der Geltendorfer Schule kam sie über die eigenen Kinder, die mittlerweile 52 und 53 Jahre alt sind. „Horcht’s, riacht’s, schaut’s“, das habe sie ihren Kindern immer gesagt und die Klassenkameraden hätten mitbekommen, dass die Manka-Kinder viel über Natur wussten. „Mir hat es immer Spaß gemacht mit den Kindern.“ Dazu nahm sie sich an freien Tagen Zeit. Und für die Jugendgruppe beim Obst- und Gartenbauverein Geltendorf war sie auch zuständig. In Geltendorf hat sie außerdem die Volkshochschule mit aufgebaut und als Gymnastiktrainerin Unterricht angeboten. Denn Traudl Manka ist sportlich, als Mitglied im Postsportverein spielte sie beispielsweise in den 1980ern auch mal gegen die Frauenmannschaft des FC Bayern, wie sie erzählt.

„Ich hatte immer Lust drauf, eigenes Wissen weiterzugeben.“ Das hielt auch an, als sie mit ihrem Mann Josef nach Landsberg zog. „Wir wollten uns verkleinern.“ Sie las in unserer Zeitung über die Ausbildung zur Seniorentrainerin und mittlerweile leitet sie als solche im Mehrgenerationenhaus ein Erzählcafé und Spielenachmittage. Auch bei der Aktion „Stark im Beruf“ für Frauen mit Migrationshintergrund engagiert sie sich. „Mit Erwachsenen arbeiten ist ganz anders, es ist alles spannend.“ Umweltprojekte mit Schülern zählen aber weiter zum Programm.

Ohne die Unterstützung der Familie könnte sie ihr ehrenamtliches Engagement nicht ausführen. „Die Familie steht hinter mir, da kann ich mich immer darauf verlassen.“ Und trotz all des Engagements: Für Reisen rund um den Globus findet sich immer wieder Zeit.

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