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Jahreswechsel

02.01.2019

Silvester hatte nicht nur schöne Seiten

Schönes Silvester: Feuerwerk auf dem Münchner Marienplatz über dem Rathaus und der Frauenkirche. Doch wenn man den Blick vom Himmel auf den Boden richtete, war der Jahreswechsel nicht ungetrübt. Es gab in Bayern viele Verletzte, Streitereien und Brände.
Bild: Matthias Balk, dpa

Die Bayern feiern insgesamt recht friedlich. Doch viele Menschen werden durch Böller und Raketen verletzt. Und das ist nicht das Einzige, was den Einsatzkräften zu schaffen macht

Millionen Menschen haben in Bayern ausgelassen Silvester gefeiert. Insgesamt blieb es der Polizei zufolge recht friedlich. Etliche Menschen wurden aber durch Pyrotechnik verletzt. Zudem entstand bei mehreren Bränden teils hoher Schaden.

In Schwaben erlitten zwei Kinder beim Silvester-Feuerwerk Verletzungen. In Augsburg wurde ein neun Jahre alter Bub kurz nach Mitternacht verletzt. Eine Leuchtkugel traf den Jungen offenbar direkt in den Mund. Der Notarzt habe in der Silvesternacht Schmauchspuren bis in den Rachenraum festgestellt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Ob es ein Unfall war oder ob der Bub gezielt beschossen wurde, versucht die Polizei jetzt herauszufinden.

In Wallerstein (Landkreis Donau-Ries) ist ein Elfjähriger von einer Rakete am Bein getroffen worden. Laut Polizei wollte ein 46-Jähriger die Rakete aus einer Flasche abschießen. Dabei stürzte die Flasche um, die Rakete zündete und traf den Elfjährigen. Der Junge kam mit leichten Brandverletzungen ins Krankenhaus. In Mindelheim zog sich ein 34-Jähriger schwere Verletzungen an der rechten Hand zu. Der Mann wollte laut Polizei eine Rakete zünden, die aber nicht startete. Als der Mann den Blindgänger in die Regentonne werfen wollte, detonierte er in seiner Hand. Durch die Explosion erlitt der Mann eine blutende Fleischwunde an der Handfläche und musste ins Krankenhaus.

In Oberfranken sind gleich zwei Mal Menschen absichtlich mit Feuerwerkskörpern beschossen worden. In Bamberg erlitt ein 15-Jähriger dabei ein Knalltrauma. Schwer an Beinen und Hand verletzt wurde ein 23-Jähriger in Oberhaid (Landkreis Bamberg). Ein 26-Jähriger hatte einen kleinen Kracher geworfen, der unglücklicherweise in der Tasche des Mannes landete. Darin sei wiederum Leuchtspurmunition gebunkert gewesen, die wegen der Hitze explodiert sei, hieß es.

Auf den Plätzen in den Großstädten wurde das neue Jahr teils mit sehr viel Alkohol und Böllern begrüßt. Streitigkeiten blieben da nicht aus. In München musste die Polizei bei mehr als 100 Streitereien eingreifen. In Mittelfranken meldete die Polizei über 450 Einsätze. In Neustadt bei Coburg löste eine verirrte Silvesterrakete eine Schlägerei aus. Zwei Männer im Alter von 27 und 40 Jahren gerieten wegen des Raketenbeschusses in einen Streit, der laut Polizei mit den Fäusten ausgetragen wurde. Der Jüngere erlitt einen Nasenbeinbruch, sein Kontrahent Verletzungen an der Hand. Ein 26-Jähriger, der den Streit schlichten wollte, bekam ebenfalls einen Faustschlag ins Gesicht ab.

Doch die Feiernden stritten nicht nur untereinander, sie griffen auch wieder Polizisten und Sanitäter an. In Mainburg im Landkreis Kelheim schlug ein aggressiver Patient mit einer Eisenstange auf ein Notarztfahrzeug ein und verletzte nach Auskunft des Bayerischen Roten Kreuzes vier Menschen. Am Münchner S-Bahnhof Untermenzing bespuckte und schlug ein betrunkener 17-Jähriger Rettungssanitäter, die ihm helfen wollten. Einer der beiden Sanitäter wurde dabei leicht am Auge verletzt. Auch in Augsburg wurden Einsatzkräfte angegriffen. Als eine Polizeistreife in der Innenstadt eine bevorstehende Schlägerei verhindern wollte, richtete sich die Aggressivität eines 28-jährigen Mannes gegen die Beamten. Er schubste einen Polizeibeamten und verdrehte ihm dessen Finger. Ein 16-Jähriger weigerte sich, seine Personalien anzugeben, nachdem er einen Feuerwerkskörper auf die Straße geschossen hatte. Als die Beamten ihn auf die Wache bringen wollten, trat er nach ihnen. Sein 18-jähriger Bruder griff die Polizisten von hinten an.

Die Feuerwehr war bei zahlreichen Bränden gefordert. In Memmingen gerieten vier Autos in Brand, vermutlich waren Feuerwerkskörper die Ursache. Drei Fahrzeuge brannten vollständig aus; die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf ein Wohngebäude übergriffen. Ebenfalls in Memmingen brannte eine Doppelgarage mit zwei darin geparkten Autos aus. Auch hier waren Feuerwerkskörper die Brandursache. Die Polizei geht von rund 150000 Euro Schaden aus. In Langerringen (Landkreis Augsburg) brannte die Maschinenhalle eines Reiterhofs. Der Schaden wird laut Polizei auf rund 100000 Euro geschätzt. In Nürnberg und Steingaden (Landkreis Weilheim-Schongau) wurden zehn Menschen bei Wohnhausbränden verletzt. (dpa, AZ)

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