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Lockdown-Lockerungen

12.02.2021

Sind Bayerns Kitas jetzt wirklich besser vor Corona geschützt?

Ab 22. Februar sollen in Bayerns Kindergärten und Krippen die Garderoben wieder voll sein. Dann startet zumindest ein eingeschränkter Regelbetrieb in den Kitas.
Foto: Monika Skolimowska, dpa

Plus Familien warten sehnlich auf die Öffnung der Kitas. Noch vor Ende des Corona-Lockdowns sollen alle Kinder zurückkommen. Doch es gibt keine Schnelltests und große Bedenken.

Nach mehr als zwei Monaten Zwangspause machen die Kitas in Bayern am 22. Februar wieder auf. Zumindest dort, wo die Infektionszahlen es zulassen. Viele Familien sind erleichtert, doch in die Freude mischen sich Sorgen. Sind Kindergärten und Krippen tatsächlich besser vorbereitet als im Dezember oder drohen sie zum Infektionstreiber zu werden? Familienministerin Carolina Trautner verspricht drei Millionen medizinische Masken und den baldigen Einsatz von Schnelltests für die Erzieherinnen als „freiwilliges Zusatzangebot des Freistaates“. Doch reicht das, um Personal und Kinder zu schützen?

Die versprochenen Corona-Schnelltests sind noch gar nicht zugelassen

Noch sind beispielsweise die avisierten Corona-Tests zum Selbermachen gar nicht bundesweit zugelassen. Wenn es sie dann gibt, können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas laut einem Ministeriumssprecher zweimal pro Woche auf Kosten des Freistaats testen. Bis dahin sind allenfalls Reihentestungen des Personals, zum Beispiel in einem lokalen Testzentrum, möglich. Und zwischendurch herrscht eher das Prinzip Hoffnung. Für Doris Rauscher ist das zu wenig. Die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion fordert, dem Schutz der Erzieherinnen „endlich hohe Priorität“ einzuräumen. „Viele Kitas sind jetzt schon voll und befinden sich eigentlich schon im Regelbetrieb“, sagt sie mit Blick darauf, dass viel mehr Familien das Angebot der Notbetreuung in Anspruch nehmen als noch im Frühjahr.

 

Sozialpolitikerin fordert besseren Schutz für Erzieherinnen in Kitas

Rauscher sieht es mit gemischten Gefühlen, dass nun der eingeschränkte Regelbetrieb aufgenommen wird. „Kinder brauchen Kinder – soziale Kontakte sind für Lernen und Entwicklung in diesem Alter unerlässlich. Nun muss aber auch wirklich der erste vor dem zweiten Schritt erfolgen. Erst die Sicherstellung des Gesundheitsschutzes des Kitapersonals, dann die Öffnung für die Kinder“, fordert sie. Unklar ist auch noch, ob Buben und Mädchen, die leichte Erkältungssymptome haben, trotzdem kommen dürfen. Bislang war das so – was oft zu Diskussionen zwischen Personal und Eltern geführt hat.

Familienministerin Trautner betont, man habe am Donnerstag sämtliche Einrichtungen informiert, „damit alle genügend Zeit haben, sich auf die Situation ab dem 22. Februar einzustellen“. Faktisch bleibt aber eben nur eine Woche Zeit. Gerd Schnellinger von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält die Öffnung der Kitas für verfrüht und fürchtet einen Anstieg der Infektionszahlen. Er empfiehlt, erst aufzumachen, wenn Schnelltests verfügbar sind. Die Staatsregierung rechnet mit deren Zulassung Anfang März.

Kita-Gewerkschaft wirft Ministerpräsident Markus Söder Mogelpackung vor

„Teststrategie klingt toll, aber die sollen Einrichtungen und Träger organisieren. Heißt: Das bleibt wieder an der Kita-Leitung hängen“, kritisiert Schnellinger und wirft Ministerpräsident Markus Söder vor, mehr zu versprechen, als er halten kann. „Das Bild, das Söder verkauft, sieht von Weitem gut aus. Aber wenn man es genauer anschaut, ist das eine Mogelpackung“, sagt er und ärgert sich, dass „Millionen in die Lufthansa gepumpt werden“, aber bei Masken für Erzieherinnen geknausert werde.

Maria Magdalena Hellfritsch vom Verband katholischer Kindertageseinrichtungen in Bayern versteht nicht, warum in den Schulen Wechselunterricht angeordnet wird, in Kitas aber alle Kinder auf einmal zurückkehren sollen. Sie appelliert: „Keine weitere Öffnung ohne entsprechenden Gesundheitsschutz“. Die Regierung hat zumindest eine Brücke gebaut, damit vielleicht doch nicht alle Eltern ihre Kinder wieder in die Einrichtungen bringen. Wer freiwillig noch bis Ende Februar pausiert, soll die Gebühren für den ganzen Monat vom Staat erstattet bekommen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.02.2021

Erzieher/innen müssten eigentlich mit höchster Priorität geimpft werden. Man muss sich vor Augen führen dass die Einhaltung von Mindestabständen dort nicht möglich ist! In KITAS kommen Kleinkinder, die verstehen es nicht! Die müssen teils noch gewickelt werden! Streng genommen sind Erzieher/innen PFLEGEPERSONAL!

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12.02.2021

Die Kita sind genauso sehr oder wenig sicher wie zuvor. Hat sich doch nichts geändert. Es kommen dort viele Kinder aus unterschiedlichen Familien mit unterschiedlichen Kontakten und Infektionsrisiken zusammen. Manche bleiben zu Hause, andere fahren in den Ferien ans schwarze Meer und gehen dort auf Treffen. Andere machen hier Party im Keller. Man weiß es nicht.

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