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"Teilhabeatlas"

22.08.2019

So hoch ist das Durchschnitts-Einkommen in Ihrer Region

Kissing aus der Luft: Dem Landkreis Aichach-Friedberg werden gute Teilhabechancen zugerechnet.
Bild: Ulrich Wagner

Schnelles Internet, gute Schulen: Vier Kreise stechen im "Teilhabeatlas" heraus. So sind Lage und Durchschnitts-Einkommen in unserer Region.

Der Strukturwandel trifft Deutschland unterschiedlich hart. Viele Kommunen und Landstriche leiden unter Abwanderung, Ärzte fehlen, die Arbeitslosigkeit steigt, Einkommen sind im Vergleich niedrig. Wie sieht es in den einzelnen Landkreisen in Schwaben und dem angrenzenden Oberbayern aus? Das zeigen die nachfolgenden Zahlen und Daten.

Nur ein Landkreis fällt im "Teilhabeatlas" etwas ab

Das Berlin-Institut, eine Denkfabrik, hat jetzt in Kooperation mit der Wüstenrot-Stiftung eine Studie vorgestellt, die die Lebensverhältnisse hierzulande ausleuchtet – den "Teilhabeatlas". Und der sagt: In Schwaben und dem angrenzenden Oberbayern sieht es sehr gut aus, verglichen mit vielen anderen Regionen Deutschlands.

Besonders die Landkreise Neu-Ulm, Augsburg-Land, Landsberg und das Oberallgäu stechen in den einzelnen Kategorien heraus. Hier gibt es in fast jedem Haushalt Internet mit hoher Bandbreite, eine ausreichende Zahl an Hausärzten und meist Versorgungswege von weniger als einem Kilometer. Wie in den meisten bayerischen Landkreisen liegt die Quote der Sozialhilfeempfänger bei unter fünf Prozent und die Einwohnerzahlen sollen, mit Ausnahme von Dillingen an der Donau, auch in Zukunft überall leicht wachsen – im Unterallgäu und in Neu-Ulm sogar um bis zu zehn Prozent.

Insgesamt befinden sich alle Landkreise in Schwaben und den angrenzenden Regionen in der Spitzenkategorie der Studie – mit einer Ausnahme: Der Kreis Günzburg liegt eine Etage darunter. Er gehört zu den "ländlichen Regionen mit vereinzelten Problemen", etwa einer schlechteren Nahversorgung oder mittlerem Steueraufkommen.

Bei den Städten im "Teilhabeatlas" sticht eine besonders hervor

Bei den kreisfreien Städten belegt lediglich Memmingen einen Spitzenplatz. Kempten, Kaufbeuren und Augsburg finden sich in Kategorie zwei wieder. Damit gehören sie zwar noch immer zu den "attraktiven Großstädten" mit sehr viel Zuzug und einer sehr guten Nahversorgung. Allerdings beträgt die Zahl der Hartz-IV-Empfänger hier um die zehn Prozent. In Augsburg kommt überdies noch das niedrigste verfügbare Jahreseinkommen je Einwohner aller Städte und Landkreise in der Region dazu. Es beläuft sich im Durchschnitt auf weniger als 17.500 Euro. Im Gegensatz dazu sind es in Memmingen – dem Spitzenreiter – 27.500 Euro und mehr. Die übrige Region bewegt sich, je nach Stadt und Kreis, zwischen 20.000 und 25.000 Euro.

Die Autoren des "Teilhabeatlas" haben die Städte und Kreise der gesamten Bundesrepublik anhand von acht Indikatoren untersucht: die Lebenserwartung, der Wanderungssaldo der 18- bis 29-Jährigen, der Anteil der Hartz-IV-Bezieher, die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss, das jährlich verfügbare Haushaltseinkommen je Einwohner, die kommunale Steuerkraft, die Breitbandverfügbarkeit und die Nahversorgung mit Alltagsgütern, öffentlichen Verkehrsmitteln und Dienstleistungen wie Ärzten oder Schulen.

"Besonders gut sind die Chancen in Baden-Württemberg, in Teilen Bayerns und im südlichen Hessen", erklärt Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts. Vergleichsweise gute Möglichkeiten der Teilhabe gebe es nördlich davon nur vereinzelt, im Osten etwa lediglich im berlinnahen Landkreis Dahme-Spreewald.

Doch selbst in prosperierenden Städten seien die Menschen nicht durchweg zufrieden, erklärt der Autor der Studie, Manuel Slupina. Es gab etwa Klagen über zu hohe Mieten und Unverständnis über fehlende Schul- und Kitaplätze. Außerdem wurde über lange Staus sowie überfüllte Busse und Bahnen geklagt – Themen, die auch die Menschen in der Musterregion Schwaben umtreiben.

Lesen Sie dazu auch: Vergleichen Sie Ihr Einkommen: Verdienen Sie mehr als der Durchschnitt?

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