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Gesundheit

06.12.2019

So sollen mehr Mediziner aufs Land gelockt werden

Traumjob Landarzt? Der Freistaat will die Zulassung zum Medizinstudium erleichtern.
Bild: Oliver Berg, dpa

In Bayern droht ein Mangel an Medizinern auf dem Land. Um ihn zu bekämpfen, werden die hohen Zulassungskriterien gelockert.

Mit einer Landarzt-Quote will die CSU/Freie-Wähler-Koalition dem drohenden Ärztemangel entgegenwirken: Ab dem Wintersemester 2020 sollen 5,8 Prozent oder exakt 110 Medizin-Studienplätze in Bayern an Bewerber vergeben werden, die sich dazu verpflichten, nach ihrer Ausbildung mindestens zehn Jahre als Hausarzt in einem medizinischen „Bedarfsgebiet“ des Freistaats zu arbeiten. Ein weiteres Prozent der Studienplätze wird für künftige staatliche Amtsärzte reserviert.

Eine nicht perfekte Abitur-Note sei für diese Bewerber kein Ausschlusskriterium mehr, erklärte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im Landtag: „Auch Bewerber ohne Einser-Abitur, aber mit fachlichen und emotionalen Kompetenzen für den Arztberuf, bekommen eine Chance.“ Konkret sollen bei der Auswahl der Bewerber neben einem bestandenen Mediziner-Eingangstest etwa berufliche Qualifikationen im Gesundheitsbereich sowie ein ausgeübtes Ehrenamt zählen. Bricht ein junger Mediziner nach dem Studium die Landarzt-Verpflichtung ab, droht eine saftige Strafe von 250.000 Euro. „Diese Summe entspricht in etwa den Kosten, die der Freistaat für eine Mediziner-Ausbildung aufwendet“, erklärte Huml.

Vor allem in Nordbayern droht ein Ärzte-Notstand

Schon heute gibt es in Bayern Engpässe bei der Versorgung mit Hausärzten, aber auch mit Kinder- oder Hals-Nasen-Ohren-Ärzten. Nach aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB), droht aktuell in 14 Regionen vor allem in Nordbayern ein Ärzte-Notstand. In Ingolstadt droht nach Berechnungen der KVB allerdings ein Mangel an Kinder- und Jugend- Psychiatern. Die Situation dürfte sich in den nächsten Jahren noch verschärfen, weil derzeit mehr als ein Drittel der Hausärzte in Bayern über sechzig Jahre alt ist. Bereits in den nächsten Jahren würden bayernweit rund 3200 Ärzte aus Altersgründen ihre Praxen aufgeben.

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Die Opposition kritisierte am Donnerstag das Konzept: Grüne und FDP lehnten die Landärzte-Quote im Landtag ab. „Mit Planwirtschaft lässt sich der Ärztemangel nicht beseitigen“, sagte Christina Haubrich von den Grünen. Ärzten auf Jahrzehnte einen Berufsweg vorzuschreiben, helfe ihrer Ansicht nach nicht, „junge Leute für diesen Beruf zu begeistern“. Der AfD-Politiker Andreas Winhart sprach von einem staatlichen „Knebelvertrag“. Der Effekt der Maßnahme greife zudem erst nach der langen Mediziner-Ausbildung in mehr als zehn Jahren. Während die AfD sich bei der Abstimmung enthielt, stimmten die SPD-Mitglieder mit der Regierung überein: Eine Landarzt-Quote sei „einen Versuch wert“, erklärte die SPD-Sozialpolitikerin Ruth Waldmann und ergänzte: „Auch wenn sie sicher nicht die Lösung aller Probleme ist.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Quote für Hausärzte reicht nicht aus

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