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München

27.04.2015

Spaenle und Schmid für neuen Konzertsaal im Olympiapark

Auf dem Olympiagelände in München könnte vielleicht bald ein neuer Konzertsaal entstehen.
Bild: Ulrich Wagner

Neue Wende in der Konzertsaaldebatte. Der Münchner CSU-Bezirkschef Spaenle und Bürgermeister Schmid holen einen Vorschlag aus der Schublade: ein Neubau im Olympiapark.

Auf dem Gelände, auf dem heute noch das Eissportzentrum steht, könnte bald etwas anderes entstehen: ein Konzertsaal. Bayerns Kultusminister und Münchner CSU-Bezirksvorsitzende Ludwig Spaenle sagte am Montag, er vertrete angesichts der Entwicklung diesen Vorschlag zusammen mit Münchens Zweitem Bürgermeister Josef Schmid. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, falls der Freistaat für den Bau eines neuen Konzertsaals entscheide, werde er das planerisch gerne unterstützen. 

40 Standorte sind für den neuen Konzertsaal im Gespräch

Für Spaenle bietet die Olympiaparklösung mehrere Vorteile: "Das ist ein Plan, der städtebaulich etwas wirklich Großartiges verwirklicht." Vor allem aber habe sich der örtliche Bezirksausschuss den Vorschlag mit großer Mehrheit zu eigen gemacht. "Das kommt aus der Mitte der Bürgerschaft", sagt der CSU-Politiker. Weiterer Vorteil laut Spaenle: "Die verkehrliche Erschließung ist optimal." Das Gelände ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto gut zu erreichen.

Insgesamt hatte es 40 Vorschläge für Standorte gegeben, darunter das Deutsche Museum. Auch der Olympiapark war nicht vollkommen neu. "Vor der veränderten Entwicklung im letzten halben oder dreiviertel Jahr machen wir diesen Vorschlag - oder machen ihn uns zu eigen", sagte Spaenle. 

Nun müsse sich die Arbeitsgruppe aus Vertretern der Orchester, der Stadt, des Freistaats und der privaten Veranstalter treffen und über das neue Gutachten beraten. Sie müssten dann zu einer gemeinsamen Äußerung kommen. "Erst dann kann man politische Folgerungen ziehen."

Oberbürgermeister Dieter Reiter möchte sich nicht an der Standortsuche beteiligen

Gutachter hatten in einer am Freitag fertiggestellten Untersuchung von einer Orchester-Doppelbelegung im Münchner Kulturzentrum Gasteig abgeraten. Die ursprüngliche Idee war, die dortige Philharmonie neu zu bauen und von den Münchner Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks nutzen zu lassen. "Das Gutachten sagt, dass die Zwillingsbelegung grundsätzlich machbar ist, aber mit erheblichen Folgen für die Orchester", sagte Spaenle. 

Oberbürgermeister Reiter wollte sich an einer Standortsuche nicht beteiligen. Sagte aber: "Sollte sich der Freistaat tatsächlich entschließen, einen neuen Konzertsaal bauen zu wollen, ist die Stadt gerne bereit, dies planerisch zu unterstützen." Für ihn gehe es zunächst darum, die Sanierung des Gasteigs und damit auch die Sanierung der Philharmonie im Stadtrat beschließen zu können. "Die Sanierung des Gasteigs hat meine höchste Priorität, damit die jahrzehntelange Diskussion endlich vom Tisch ist und die überfällige Sanierung angegangen werden kann."

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