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Spekulationen
09.09.2007

CSU-Personalkarussell in voller Fahrt

München (ddp, lb) - Je näher der Abgang des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Edmund Stoiber Ende des Monats rückt, desto schneller dreht sich das politische Personalkarussell im Freistaat. Kein Tag ohne wilde Spekulationen um das Spitzenpersonal. Neueste Meldungen aus der Gerüchteküche:

Die 29-jährige CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär könnte CSU-Generalsekretärin werden. Und Erwin Huber, noch Wirtschaftsminister und Favorit auf den Posten des CSU-Chefs, strebt in Becksteins Kabinett ins Finanzministerium.

Am Wochenende berichtete das Nachrichtenmagazin Focus vorab, dass Huber zurück an die Spitze des Finanzministeriums dränge. Er wolle sich in diesem Amt, das er von 1995 bis 1998 schon einmal bekleidete, bundespolitisch stärker etablieren. So plane Huber, von München aus die Finanzpolitik der Union zu koordinieren und die nächste Steuerreform vorzubereiten. Huber hat bereits angekündigt, nach einem möglichen Wahlsieg der Union bei der nächsten Bundestagswahl 2009 ins Berliner Kabinett einziehen zu wollen. Allerdings müsste er dafür zunächst beim CSU-Parteitag Ende dieses Monats zum neuen Parteivorsitzenden gewählt werden. Huber gilt als klarer Favorit im Machtkampf mit Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und der Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Der Focus befragte alle zehn CSU-Bezirksvorsitzenden und kommt in einer nach Delegiertenstimmen gewichteten Berechnung auf 65 Prozent für Huber. Als Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium hat Huber dem Magazin zufolge den 39-jährigen CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Fahrenschon im Auge. Der Steuerexperte solle sich im Ministerium profilieren, damit er Huber zwei Jahren später als Minister beerben könnte. Fahrenschon gilt in der CSU als einer der hoffnungsvollsten Nachwuchspolitiker und war auch bereits als neuer CSU-Generalsekretär im Gespräch, falls der Amtsinhaber Markus Söder tatsächlich neuer bayerischer Umweltminister werden sollte.

Doch womöglich könnte die CSU ihre erste Generalsekretärin bekommen. Der vom jeweiligen Parteichef zu besetzende Posten wurde von Seehofer der 29-jährigen Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär aus Unterfranken angetragen. "Ich habe ihm gesagt, dass ich nur auf schriftliche Angebote reagiere", sagte die junge Bambergerin dem Münchner Merkur. Die Politologin Bär ist stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union und gehört seit 2001 dem CSU-Vorstand an. Sie ist verheiratet und hat eine kleine Tochter.

Im Wahlkampf überfordert?

Unklar ist derzeit, ob Markus Söder sofort in das Anfang Oktober neu zu vereidigende Kabinett von Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) einziehen wird. 2008 stehen im Freistaat die Kommunal- und die Landtagswahlen an. Die Organisation des Wahlkampfs ist eine der Hauptaufgaben des jeweiligen Generalsekretärs. Da könnte Bär als Neuling eventuell überfordert sein. Berichte, wonach auch Erwin Huber mit Dorothee Bär über das Amt gesprochen habe, dementierte der Wirtschaftsminister umgehend. "Ich habe bisher niemandem ein Angebot gemacht. Entscheidungen fallen erst nach den Wahlen", sagte Huber. Sein angebliches Interesse am Finanzministerposten ließ er hingegen unkommentiert.

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