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München

28.10.2017

Spider Murphy Gang feiert Jubiläum mit Doppelkonzert

Die Originalbesetzung der Spider Murphy Gang in München im November 1984: (von links) Michael Busse, Günther Sigl, Franz Trojan und Barny Murphy.
Bild: Istvan Bajzat, dpa

Die Spider Murphy Gang feiert am Wochenende ihren 40. Geburtstag mit zwei ausverkauften Konzerten in der Münchner Olympiahalle. Warum der Erfolg der Band so faszinierend ist.

Mit „32 16 8“ schufen sie die nach dem Notruf wohl populärste Telefonnummer in Deutschland. Und natürlich darf das legendäre Lied „Skandal im Sperrbezirk“, in dem sie der Prostituierten Rosi huldigen, auch bei den Jubiläumskonzerten am Samstag und Sonntag in der zweimal ausverkauften Münchner Olympiahalle nicht fehlen.

Die Spider Murphy Gang wird 40. Das Faszinierende daran: Die Fans lieben die bayerische Band, obwohl sie seit Jahrzehnten fast dieselben Hits spielt. Bandleader, Sänger und Bassist Günther Sigl, der seine Kindheit und Jugend in Landsberg am Lech und Karlsruhe verbrachte, kann sich das Phänomen selbst nicht ganz erklären.

Aber Sigl erinnert sich noch ganz genau, wie er die Idee zum bekanntesten Titel der Band schrieb: „Wir fuhren zu einem Gig, als im Radio der Schlager ,Skandal um Rosi‘ von Erik Silvester lief. Die Zeile ging mir nicht aus dem Ohr. Zu Hause griff ich sofort nach der Gitarre, das Lied entstand in einer Nacht“, sagte Sigl dem Spiegel. Zum Thema „Skandal“ seien ihm die Sperrbezirke eingefallen, die in München zu Olympia 1972 eingeführt wurden, denn die Stadt sollte sauber sein.

Es war der größte, aber beileibe nicht der einzige Hit der Band, die vor genau 40 Jahren von Sigl, Gitarrist Barny Murphy, Pianist Michael Busse und dem heute mittellosen Schlagzeuger Franz Trojan gegründet wurde. Der Name der Band entstand nach dem fiktiven Gangster „Spider Murphy“ aus Elvis Presleys „Jailhouse Rock“, und so wird auch klar, woher die musikalischen Einflüsse in den Anfangsjahren kamen.

Spider Murphy Gang - die „bayerischen Stones“

Bis auf Sigl, den ehemaligen Bankkaufmann, der schon von der Musik lebte, hatten damals alle noch bürgerliche Berufe, vom Fernmeldetechniker bis zum Philosophiestudenten. Heute sind nur noch Sigl und Murphy aus der Urbesetzung dabei, die die SüddeutscheZeitung einst liebevoll als die „bayerischen Stones“ feierte.

Irgendwie, so hat man das Gefühl, ist bei den Spiders immer Jubiläum. Gerade noch das 30-jährige, jetzt zehn Jahre später schon wieder. Rubin-Hochzeit nennt man das 40-jährige bei Ehepaaren. Die Band ist ein Symbol dafür, wie schnell die Zeit verfliegt und wie man sich treu bleiben kann.

Im Grunde ist es ein kleines Wunder, dass es die Rock-’n’-Roll-Kombo noch immer gibt. Denn ihre großen Hits liegen, wie gesagt, bereits Jahrzehnte zurück. Als die Neue Deutsche Welle in den 1980er Jahren abebbte, ist auch die Spider Murphy Gang in Turbulenzen gekommen. Der „Mick Jagger und der Keith Richards der Band“ (so Sigl über sich und Barny Murphy) blieben übrig, ansonsten wurde „verjüngt“.

Nach einer kleinen Durststrecke wurde die Truppe dann zur zeitlos sicheren Sache vom Bierzelt bis zum Festival – und das hat sich bis heute nicht geändert. Zumal den Spiders immer wieder etwas Neues einfällt: Mal geben sie Unplugged-Konzerte, bei denen sie sich neben den eigenen Hits im Rock-’n’-Roll- und R&B-Fundus von Bill Haley bis Otis Spann bedienen. Gelegentlich – wie 2014 – gab es sogar ein komplett frisches Album. Und Sigl steuerte immer wieder die einen oder anderen neuen Stücke bei, die freilich nie mehr zu Charts-Glanzlichtern wurden. „Ich hab’ Songs genug, bloß zum Einüben oder gar Einspielen fehlt meist die Zeit“, kommentierte Sigl einmal lakonisch die Situation.

Im vergangenen Sommer hat die Spider Murphy Gang noch eine Club-Tour hinter sich gebracht, sogar ein Musical gibt es mittlerweile, das im Landestheater Coburg aufgeführt wird.

Zu den Jubiläumskonzerten in München erwarten Sigl und Co. rund 20000 Zuschauer an diesem Wochenende in der Olympiahalle. Und natürlich werden jede Menge illustrer Gäste, alte Bekannte aus all den Jahren im Musik-Business, die Veteranen begleiten. Und gemeinsam zieht man dann die „Rock-’n’Roll-Schuah“ an.

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