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Staatsregierung sollte lösungsorientierte Debatte um Nationalparks führen

Kommentar Von Uli Bachmeier
18.01.2021

Die Staatsregierung sollte Konsequenzen aus der aktuellen Umfrage zu neuen Nationalparks in Bayern ziehen. Denn ihr bisheriges Argument zerbröselt.

Seine Liebe zu Bäumen hat Ministerpräsident Markus Söder bereits medienwirksam durch die Umarmung eines Baumes im Hofgarten hinter der Staatskanzlei demonstriert. Wie weit diese Liebe reicht, ist Naturschützern in Bayern aber noch nicht so recht klar.

Sie erkennen zwar an, dass in jüngster Zeit infolge des Artenschutz-Volksbegehrens einiges geschehen ist – etwa die rechtsverbindliche Ausweisung von 58.000 Hektar staatlicher Wälder als forstwirtschaftlich nicht genutzter Naturwald. Ein echter Ersatz für einen dritten oder vierten Nationalpark ist das nach ihrer Überzeugung aber nicht. Wirksamer Artenschutz brauche größere, zusammenhängende Gebiete, in denen Natur tatsächlich Natur sein kann.

81 Prozent befürworten Nationalpark im Ammergebirge

Die Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern hat all ihre fachlichen Argumente mit einem einzigen politischen Argument vom Tisch gewischt: Neue Nationalparks seien gegen den Willen der lokalen Bevölkerung nirgendwo durchsetzbar. Die Umfragen der Grünen im Gebiet des Steigerwalds und des Ammergebirges zeigen jetzt, dass dieses politische Argument offenbar auf äußerst wackeligen Beinen steht. Selbst vor Ort gibt es demnach eine klare Mehrheit für Nationalparks – bei 81 Prozent Befürwortern im Ammergebirge und 75 Prozent im Steigerwald wahrscheinlich sogar unter den Anhängern von CSU und Freien Wählern.

Das muss nicht bedeuten, diejenigen vor Ort zu ignorieren, die gegen Nationalparks sind, weil ihre Existenz an der Forstwirtschaft hängt. Aber es sollte bedeuten, dass man sich von einem zerbröselnden Argument verabschiedet und sich einer neuen, lösungsorientierten Debatte nicht verweigert.

Lesen Sie dazu auch: Klares Ja der Bevölkerung zu neuen Nationalparks in Bayern

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