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Tierpsychologin und Tierschutzverein

19.08.2011

Suche nach Kuh Yvonne kritisiert: "Nichts anderes als Hetze"

Yvonne läuft seit mehreren Wochen frei herum. dpa

Viele Menschen verfolgen mit großem Interesse die medienwirksame Suche nach Kuh Yvonne. Doch es gibt auch Kritiker, die die Suche alles andere als unterhaltsam finden.

Seit Wochen wird nach der verschwundenen Kuh Yvonne gesucht. Am Donnerstag wurde sogar ein Hubschrauber bei der Suche nach Yvonne eingesetzt. Bei etlichen Menschen verursacht die Fahndung nach Yvonne Kopfschütteln.  Kritik kommt jetzt vom Münchner Tierschutzverein und von einer Tierpsychologin.

"Es geht doch gar  nicht um Yvonne", sagte die Tierpsychologin Karin Mück am Freitag  der Nachrichtenagentur dapd. Mück betreibt im niedersächsischen  Butjadingen das nach eigenen Angaben einzige deutsche Altersheim für Kühe. Die Suche nach der Kuh sei "nichts anderes als eine Hetze".  Bedenken an der Vorgehensweise äußerte auch der Münchener Tierschutzverein. Möglicherweise würde der durch die Suche  verursachte Lärm sowohl die Kuh als auch die Wildtiere verschrecken.  Seit mittlerweile zwölf Wochen hält sich Yvonne in einem Wald im oberbayerischen Zangberg versteckt.

"Yvonne in Ruhe lassen"

Kritik kommt auch von anderen Seiten: "Der Aufmarsch im Wald ist mittlerweile total daneben", sagt etwa Jagdpächter Loserth. Rehe blieben - ähnlich wie die Kuh - im Dickicht und ließen sich nicht mehr blicken. "Wo ich mich hinsetze im Wald - ich sehe kein Reh", sagt er. "Es ist eine Unverschämtheit den Tieren gegenüber. Es stört mich, wenn ich das ganze Jahr versuche, ein ruhiges Leben für die Tiere zu ermöglichen - und dann kommt sowas." Um Yvonne zu fangen, solle man sie ein paar Wochen in Ruhe lassen, bis sie wieder einen festen Platz habe, und sie dann betäuben. Bei einem Fangversuch könnte sie aggressiv reagieren. "Ich gehe davon aus, dass sie dann extrem gefährlich sein kann", sagte Loserth.

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Yvonne mit den Ochsen Ernst zu locken, sei wenig aussichtsreich gewesen. Er selbst habe einen jungen, kräftigen Stier auf einer Zangberger Weide stehen - der habe Yvonne aber überhaupt nicht interessiert. "Der Stier stand wochenlang neben ihrem Platz - und dann bringen sie einen alten Ochsen daher."

An Bord des Hubschraubers, der am Donnerstag in die Luft gegangen war, hatten Radiomoderator Wolfgang Leikermoser und der Geschäftsführer des Gnadenhofs Gut Aiderbichl, Dieter Ehrengruber, nach Yvonne Ausschau gehalten - und laut Antenne Bayern mit der Wärmebildkamera auch rote Punkte entdeckt: Leben im Wald. "Sie haben Rehe gesehen und Hasen - aber die Kuh haben sie nicht gesehen", sagte Aiderbichl-Sprecherin Britta Freitag.

Am Boden entdeckten die Aiderbichler den umgerannten Wildtierzaun. "Ein Reh kann da nicht durchlaufen. Es kann nur die Kuh gewesen sein", sagte Gutsverwalter Hans Wintersteller. "Ich bin vorher mit dem Quad durchgefahren, da war der Zaun noch nicht defekt."

Was Yvonne derart aufgeschreckt haben könnte, wisse er nicht. Für Loserth hingegen ist klar, dass die Aktion der Aiderbichler sie verschreckt hat - mit Hubschrauberlärm und Geländewagen im Wald. Ein Ende der Suche ist indes nicht absehbar. Gut Aiderbichl will in den nächsten Tagen eventuell Yvonnes ausgewachsenes Stierkalb Friesi heranbringen, das sie locken soll. Auch der Hubschrauber soll noch einmal starten. dapd/AZ

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