1. Startseite
  2. Bayern
  3. Tänzelfest: Stadt sammelt Spenden für Frau und Kinder des Opfers

Kaufbeuren

22.07.2013

Tänzelfest: Stadt sammelt Spenden für Frau und Kinder des Opfers

Fiel der junge Kasache einem rechtsradikalen Schläger zum Opfer? Die Polizei prüft den Hintergrund der Tat. Für seine Frau und seine Kinder wird jetzt Geld gesammelt.

Mit einer Spendenaktion soll nun die Familie des jungen Kasachen unterstützt werden, der vergangene Woche bei einer Schlägerei auf dem Kaufbeurer Related contentums Leben kam. Er hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder, teilte die Stadt Kaufbeuren mit. Gespendet werden kann über den Allgäuer Hilfsfonds.

Polizei prüft rechtsextremistischen Hintergrund

Bereits am Samstag kündigte der Oberbürgermesiter der Stadt, Stefan Bosse, beim Schweigemarsch die geplante Teilnahme an der Spendenaktion des Allgäuer Hilfsfonds an.

Nach der tödlichen Schlägerei in Kaufbeuren prüft die Polizei nun einen rechtsextremistischen Hintergrund. Der 34-jähriger Kaufbeurer bekam bei der Auseinandersetzung in der Nacht zum vergangenen Donnerstag einen so heftigen Faustschlag gegen den Kopf, dass er sofort zu Boden ging und später an seinen Verletzungen starb. Unter dringendem Tatverdacht wurde noch in der gleichen Nacht ein stark angetrunkener, 36 Jahre alter Mann aus Thüringen festgenommen. Ganz am Anfang der Streiterei sollen ausländerfeindliche Äußerungen gefallen sein.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ermittlungen wegen Totschlags

Der Thüringer ist der Polizei wegen rechtsmotivierter Taten bereits bekannt. Ob die Gewalttat in Kaufbeuren mit diesem Hintergrund in Zusammenhang stehe, sei Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Polizei am Montag mit. Gegen den Thüringer erging bereits Haftbefehl. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Totschlags. Klarheit zur genauen Todesursache soll eine Obduktion des Opfers bringen.

Der 36-Jährige gehörte einer siebenköpfigen Gruppe aus Thüringen an, die den nächtlichen Streit hinter einem Festzelt angezettelt haben soll. Die 22 bis 53 Jahre alten Männer sollen drei Männer aus Kaufbeuren provoziert haben. Dabei sollen gegenüber diesen 25 und 30 Jahre alten Spätaussiedlern auch ausländerfeindliche Sprüche gefallen sein. Das spätere Opfer hat den Angaben zufolge den Streit als Unbeteiligter beobachtet. Der aus Kasachstan stammende Familienvater war mit vier weiteren Männern den Security-Kräften zum Tatort gefolgt und hatte dort völlig unvermittelt den folgenschweren Fausthieb abbekommen.

Tänzelfest: Hunderte Menschen bei Gedenkgottesdienst

In Kaufbeuren, wo bis zum Montag das traditionelle "Tänzelfest" gefeiert wurde, haben am Wochenende mehrere hundert Bürger mit Gedenkgottesdienst und Schweigemarsch des Getöteten gedacht. Nach Angaben von Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) marschierten 600 bis 700 Personen vom Tatort zu einem Mahnmal gegen rechte Gewalt. Dort seien Hunderte Kerzen aufgebaut gewesen. "Auch wenn sich diese Tat an jedem anderen Ort im Land hätte abspielen können, wirft sie einen Schatten auf das Tänzelfest und macht uns alle traurig und betroffen", sagte Bosse am Montag. Zur Unterstützung der Hinterbliebenen - das Opfer hinterlässt eine junge Ehefrau und zwei sechs und zehn Jahre alte Kinder - hat die Stadt zu einer Spendenaktion aufgerufen. (AZ, dpa)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren