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Protest

19.01.2019

Tausende Schüler schwänzen den Unterricht

700 Schüler kamen auf den Augsburger Rathausplatz.
Bild: Silvio Wyszengrad

Auch in Augsburg und Kempten demonstrieren sie für Klimaschutz. Werden sie bestraft?

Auch wenn das Mikrofon nicht immer mitmacht, die Botschaft kommt an. Hunderte Schüler haben sich am Freitagvormittag auf dem Augsburger Rathausplatz versammelt, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. „Taten statt Worte! Änderungen jetzt!“, fordern die Jugendlichen. Viele schwänzen den Unterricht. Dabei hatten einige Schulen mit Verweisen gedroht.

Nicht nur in Augsburg, sondern in mehr als 50 deutschen Städten sind Schüler jetzt auf die Straße gegangen. Ihr Motto: FridaysForFuture – Freitage für die Zukunft. Friedlich zog der Augsburger Protestzug durch die Innenstadt. Laut Polizei beteiligten sich zur Spitzenzeit etwa 1500 Schüler aus Augsburg und dem Umland an der Aktion. In Kempten demonstrierten weit mehr als 400 Jugendliche vor zwei Schulen. In München verzeichnete die Polizei 750 Demonstranten; die regionalen Organisatoren sprechen von weit mehr. Auch in Würzburg, Nürnberg, Bayreuth und Erlangen blieben am Freitag viele Plätze in den Klassenzimmern leer.

Ob die Klimaschützer für ihr Schwänzen bestraft werden, muss ihr jeweiliger Schulleiter entscheiden. Offiziell steht Schülern kein Streikrecht zu – anders als Arbeitnehmern. Wenn sie die Schulpflicht missachten, drohen Verweise.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, schlug im Bayerischen Rundfunk vor, den verpassten Unterricht am Nachmittag oder Abend nachzuholen – etwa in Diskussionsrunden über den Klimaschutz.

Politisch erhalten die schulpflichtigen Aktivisten viel Unterstützung. Anna Toman, bildungspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, findet es „paradox“, Schüler zu bestrafen, wenn sie sich für ihre Umwelt einsetzen. Genauso sieht es die SPD im Landtag. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte die Schulleiter aufgefordert, „deutlich zu machen, dass Schulpflicht herrscht“. Wie, ließ er offen.

Egal, was ihnen droht: Die Schüler wollen wieder demonstrieren – so wie die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die FridaysForFuture ins Leben rief und seit Monaten jede Woche freitags vor dem Parlament in Stockholm steht, um für die Zukunft der Erde zu kämpfen. (mit dpa)

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